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Suicide Squad: Kill The Justice League

Spaßiger Third-Person-Shooter. Nicht mehr und nicht weniger.

Beim Namen Rocksteady denken wohl die meisten, die das Studio kennen, an die grandiose Batman Trilogy. Das Entwickler-Team hat die Geschichte des dunklen Ritters von Gotham City bestens hinbekommen. Nun bleiben die Macher im gleichen Universum, wechseln jedoch die Seiten. Eine spannende Prämisse mit wesentlich anderen Ansätzen als noch bei Batman.

Ein Quartett aus Chaos

Da stehen unsere vier "Helden": Harley Quinn, Boomerang, Deadshot und King Shark schauen auf ein völlig zerstörtes Metropolis. Was genau hier geschehen ist, werden wir bald erfahren. Zunächst einmal heißt es die Kräfte sammeln. Ohne Umwege beginnt das Tutorial. Ich muss sagen: Suicide Squad: Kill the Justice League hatte mich schnell am Haken.

Aus vier Perspektiven lernen ich jeden einzelnen Charakter in der ersten halben Stunde etwas besser kennen - zumindest was seine oder ihre Bewegungen angehen. Schnell ist mir auch klar, dass das hier kein neues Batman ist. Aber zum Glück auch kein weiteres Arkham Knights. Nein, Suicide Squad: Kill the Justice League ist ein Third-Person-Loot-Shooter, der auf Koop ausgelegt ist. Behaltet das immer im Hinterkopf, bevor ihr gleich einen Shitstorm startet. Es sollte klar sein, dass ihr hier nicht die gleichen Maßstäbe anlegen dürft, wie bei Batman. Das wollte ich nur klarstellen. Dennoch merzt das einen wichtigen Punkt nicht aus, zu dem ich später komme.

Harte Mission

Sobald ihr das Tutorial hinter euch habt, taucht ihr mit einem Zeitsprung in die Story ein. Ohne jetzt zu viel zu spoilern, gehe ich nur ganz knapp darauf ein. Ihr könnt diesen Abschnitt aber auch gerne überspringen. Jedenfalls sind unsere vier Hauptakteure nicht gerade freiwillig ein Team. Sie wurden auserwählt, weil in Metropolis etwas gehörig nicht stimmt. Brainiac und seine Schergen sind über die Stadt hergefallen. Und nun zerstören die Superhelden alles, was sie einst schützen sollten. Eure Aufgabe: Haltet Green Lantern und Co auf. Daher auch der Name des Spiels, Suicide Squad: Kill the Justice League.

Ihr wählt gleich zu Beginn aus, in wessen Haut ihr schlüpfen wollt. Keine Sorge: Später könnt ihr das auch wieder ändern. Das Tutorial hat euch zudem auf jeden Charakter einen Vorgeschmack gegeben. Hier ist zu sagen, dass sich keiner der vier völlig anders spielt. Sie bedienen nur einen etwas veränderten Fokus auf die Spielweise. Der vielleicht normalste Charakter, wenn man mit anderen Genre-Vertretern vergleicht, ist Deadshot. Sprint, Doppelsprung und Jetpack machen ihn zu einem idealen Einstiegscharakter. Harley spielt sich wohl am ähnlichsten im Vergleich zu den Batman Spielen. Sie hat eine Drohne dabei, an der sie ihr Bat-Pistole ständig ausprobieren und befestigen kann. Woher sie die hat? Das erfahrt ihr bald selbst.

Komplexere Freunde

King Shark braucht eine kleine Eingewöhnung. Er kann weite und hohe Sprünge machen, um möglichst schnell mitten in einer Horde Gegner zu landen. Mit seinen Faustschlägen geht er gerne auf Tuchfühlung. Er kann aber auch mit seiner Gatling ganze Horden bekämpfen. Last but not least haben wir noch Boomerang. Der australische Knallkopf war aus meiner Sicht der schwierigste der vier Charaktere. Sein Move-Set beruht auf kurzen Teleportationssprüngen, die mich immer wieder zur Verzweiflung gebracht haben. Nach einer Weile ging es, fühlte sich aber nie so gut für mich an.

Somit habt ihr mal das Grundgerüst. Der Rest des Spiels besteht aus viel Ballern, noch mehr Action und jeder Menge schwarzem Humor. Wenn euch das gefällt, könntet ihr hier Spaß haben. Also ich hatte eine lange Zeit meinen Spaß. Denn ihr werdet die nächsten 20 oder 30 Stunden mit der kompletten Truppe einen actionlastigen Third-Person-Shooter erleben. Ja, als Truppe. Suicide Squad: Kill the Justice League ist als Koop-Titel ausgelegt. Mit euren Freund:innen an eurer Seite macht das schon eine Menge Spaß. Aber auch im Solo-Modus bin ich immer von meiner Truppe umgeben.

Einfach mal Spaß haben

Spielerisch macht Rocksteady hier einen guten Job. Die Charaktere fühlen sich gut an und auch das Waffen-Feeling ist gelungen. Nur persönlich war ich schon satt, bevor ich das Ende erreicht habe. Soll heißen: Das ganze Ballern und looten kenne ich aus X anderen Spielen. Es funktioniert, aber es motiviert mich lange nicht mehr so, wie noch vor zehn Jahren. Und dafür kann Rocksteady nicht viel. Wofür sie aber was können, ist das Endgame.

Genau, am Ende bekommt ihr keinen richtig zufriedenstellenden Abschluss, sondern eine Endlosschleife aus Ballern und Action. Game as a Service nennt man das. Ich empfinde es eher als lästig, weil ich das Gefühl habe, dass hier was fehlt. Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.

Kommen wir noch kurz zur Grafik, bevor es zum Abschluss geht. Ihr solltet die Charaktere nicht mit den Filmvorlagen vergleichen, sondern vielmehr mit den Comics. Dann merkt ihr auch, dass sie ganz gut gelungen sind – mit einigen kleinen Interpretationsfreiheiten. Ansonsten hat sich Rocksteady auch mit all dem Rest Mühe gegeben und ein schickes, dystopisches Szenario auf den Bildschirm gezaubert. In dieser Hinsicht: Daumen hoch.

Fazit

Mir persönlich hat Suicide Squad: Kill the Justice League sehr gut gefallen. Nur gegen Ende geht dem Spiel etwas die Luft aus, weil es sich zu sehr anbiedert, um euch mehr Geld aus der Tasche zu locken. Ansonsten ging der Third-Person-Action-Trip für mich klar. Natürlich ist es kein neues Batman, dafür aber nette Unterhaltung mit einigen interessanten Charakteren. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ihr zudem einen unterhaltsamen Koop-Titel sucht, bei dem ihr gerne den Kopf ausschalten wollt, seid ihr hier willkommen. Für Rocksteady war es ein neuer Ansatz, der einigen nicht gefiel. Dennoch bin ich auf ihr nächstes Spiel gespannt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: suicidesquadgame.com/de-de