Mit Sunderfolk bringen die Studios Secret Door und Dreamhaven, gegründet von ehemaligen Blizzard-Veteranen, frischen Wind in die Welt der digitalen Brettspiel-Adaptionen. Ursprünglich als physisches Brettspiel konzipiert, ist Sunderfolk nun als Videospiel für PC, Switch, Xbox und PlayStation erschienen – und bleibt dabei seinen Wurzeln treu: Im Zentrum stehen gemeinsames Tüfteln, taktische Kämpfe und jede Menge Interaktion am Spieltisch, nur dass der Tisch jetzt der eigene Fernseher ist und das Handy zum Controller wird. Eine sehr spannende Idee.
Von der Brettspiel-Idee zum digitalen Couch-Koop
Die Geschichte von Sunderfolk beginnt als klassisches Tabletop-Projekt, das die Magie von Pen-&-Paper-Runden und taktischen Brettspielen in die digitale Ära holen will. Die Entwickler wollten ein Spiel schaffen, das sich wie ein echter Spieleabend mit Freunden anfühlt – ohne komplizierte Regeln oder das ständige Nachschlagen im Handbuch. Das Ergebnis ist ein kooperatives Rollenspiel, das bis zu vier Spieler gleichzeitig erleben können – und zwar ganz einfach per Smartphone oder Tablet, das als Controller dient.
Das funktioniert in der Praxis erstaunlich reibungslos: Wer das Spiel etwa auf der Xbox startet, bekommt einen QR-Code, den alle Mitspieler mit ihrem Handy scannen. Die kostenlose App verbindet sich sofort mit dem Spiel, und schon kann jeder seine Figur steuern, Karten ausspielen und Aktionen planen – ganz ohne klassische Gamepads. Das fühlt sich nicht nur modern und zugänglich an, sondern erinnert auch an die unkomplizierte Freude von Jackbox-Partys, nur eben mit mehr Taktik und Fantasy-Flair. Toll umgesetzt!
Drei Freunde und jede Menge Spaß
Für diesen Test haben wir Sunderfolk zu dritt gespielt – der vierte Platz wurde von der KI übernommen, die sich angenehm zurückhält, aber im Notfall auch mal einen cleveren Zug macht. Schon beim ersten Abenteuer wird klar: Hier steht das gemeinsame Planen, Diskutieren und Ausprobieren im Mittelpunkt. Jeder von uns wählte eine andere der sechs verfügbaren Tierhelden-Klassen – etwa den Berserker-Bären, die listige Schaf-Rangerin oder den Zauberraben – und schon ging es los in die Sunderlands, eine liebevoll gestaltete Fantasywelt voller Monster, Fallen und skurriler Dorfbewohner.
Die Steuerung über das Handy ist dabei ein echtes Highlight: Jeder plant seine Züge, wählt Karten aus, bewegt sich über das Schlachtfeld und stimmt sich mit den anderen ab. Besonders cool: Die Reihenfolge der Züge ist frei wählbar, sodass man gemeinsam überlegen kann, wer zuerst agiert – und falls man sich doch umentscheidet, kann man den Zug abbrechen, solange noch keine Aktion ausgeführt wurde. Die KI als vierter Spieler funktioniert solide, greift aber nie störend ins Geschehen ein.
Taktik, Story und ganz viel Persönlichkeit
Sunderfolk lebt von der Mischung aus taktischen Kämpfen und kleinen, charmanten Geschichten. In den Missionen begegnet man nicht nur klassischen Fantasy-Gegnern, sondern kann auch eigene Namen für Orte, Monster oder Gegenstände vergeben, die dann im weiteren Spielverlauf auftauchen – das sorgt für jede Menge Insider-Witze und ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Die Kämpfe sind übrigens rundenbasiert, aber alles andere als statisch: Bewegung, Deckung, Spezialfähigkeiten und das geschickte Ausspielen von Karten sorgen für Dynamik und immer neue Herausforderungen.
Zwischen den Abenteuern kehrt man ins Heimatdorf zurück, verbessert Ausrüstung, schaltet neue Händler frei und baut Beziehungen zu den tierischen Bewohnern auf. Die Progression ist motivierend, aber nie überladen – und weil jeder nur sein Handy braucht, ist der Einstieg auch für Brettspiel-Neulinge kinderleicht. Mein Tipp: einfach mal ausprobieren und überraschen lassen.
Fazit: Ein Brettspielabend für die digitale Generation
Sunderfolk ist die perfekte Mischung aus klassischem Brettspiel-Charme und moderner Technik. Die Handy-Steuerung macht den Einstieg so einfach wie nie, und das gemeinsame Taktieren sorgt für genau die Art von „Aha!“-Momenten, die man sonst nur vom echten Spieltisch kennt. Ob zu viert mit Freunden oder – wie in unserem Test – zu dritt mit KI-Unterstützung: Das Spiel bleibt spannend, zugänglich und voller Überraschungen. Ihr könnt sogar alleine spielen, aber mit mehr Leuten macht es eben mehr Spaß. Wer Lust auf ein kooperatives Abenteuer mit viel Persönlichkeit, taktischer Tiefe und jeder Menge Raum für eigene Geschichten hat, sollte Sunderfolk unbedingt ausprobieren. Für den nächsten digitalen Spieleabend gibt es aktuell kaum eine bessere Empfehlung!
Erhältlich für: PS, Xbox, PC, Switch
Webseite: dreamhaven.com/de-de/games/sunderfolk