Direkt mal eine Statistik zu Beginn: Weltweit werden insgesamt täglich mehr als 1,4 Milliarden Tassen Kaffee getrunken. Mit „Super Hyperactive Ninja“ von JanduSoft dürfte sich diese Zahl noch einmal drastisch erhöhen. Denn der Held dieses Jump&Runs braucht mehr als eine Tasse des begehrten Heißgetränks zum Frühstück. Im Zentrum des herausfordernden Plattformers steht Kohimaru, seines Zeichens der letzte Kaffee-Ninja.
Doch sein Dorf wurde von dem fiesen Shogun überfallen, der das Jahrhunderte alte Rezept für den besten Kaffee der Welt entwendet hat. Diese Tat darf nicht ungestraft bleiben. Mit den letzten Koffein-Reserven macht sich Kohimaru auf den Weg, um den Shogun und seine Generäle in die Schranken zu weisen.
Das Rad nicht neu erfinden – aber mit Kaffee übergießen
Dabei ist die Idee hinter „Super Hyperactive Ninja“ nicht neu: Es handelt sich im Grunde „nur“ um ein rasantes Jump&Run, bei dem schnelle Reflexe, geschickte Finger und etwas Durchhaltevermögen gefragt sind. In den überschaubaren Levels müsst ihr lediglich von einem Startpunkt zum Endpunkt gelangen. Auf dem Weg dorthin warten allerlei Gefahren in Form von Abgründen, Fallen und Feinden.
Neben den Genre-typischen Hüpfeinlagen kann und muss Kohimaru immer wieder auf seine Koffein-Reserven zurückgreifen: Ein Tastendruck genügt und schon ist er im Koffein-Rausch (solange ihr die Taste gedrückt haltet). In diesem Modus läuft der Ninja nicht nur schneller, sondern kann zudem noch an Wänden entlang hüpfen oder gleiten, was für die Levels unverzichtbar ist.
Dadurch schwindet jedoch sein Vorrat an Koffein – und das ist gefährlich. Erreicht die Anzeige nämlich „0“, dann heißt es „Game Over“. Daher solltet ihr in den Missionen immer wieder Ausschau nach Kaffeetassen halten, um euren Pegel zu halten – eine nette Idee, die etwas Schwung, aber auch Hektik in das Spiel bringt.
Steile Karriere eines Koffein-Junkies
Geht es in den ersten Levels noch recht gemütlich zu, warten spätestens im zweiten Kapitel einige Herausforderungen auf euch: Punktgenaues Abspringen oder Hangeln an Wänden ist dann ein Muss, um die Level von „Super Hyperactive Ninja“ zu überstehen. Schöne Sache: Die Level bieten meist mehrere Wege zum Ziel an, was den Wiederspielwert deutlich erhöht. Jedes Kapitel wartet mit fünf normalen Missionen plus einem finalen Boss-Kampf auf.
Besonders letztere sind anfangs gar nicht so leicht zu bewältigen, wenn ihr nicht die richtige Taktik habt. Um mehr Schwung ins Geschehen zu bringen, hat JanduSoft seinem Helden ein paar Spezialfähigkeiten spendiert, die er nach und nach freischaltet. So kann er übers Wasser laufen oder mal durch eine Flammenwand hechten – doch nicht unbegrenzt.
Jede Fähigkeit muss im Laden gekauft werden und kann dann genau einmal eingesetzt werden, bevor sie sich wieder verbraucht. Andere Charaktere, die ihr im Verlauf der Story freischaltet, dürfen öfters auf bestimmte Fähigkeiten zurückgreifen. Darunter finden sich ein paar nette Cameo-Auftritte von Helden aus anderen Spielen, wie der Ninja „Aragami“ und weitere.
Wer ist der schnellste Ninja?
Grafisch macht der rasante Plattformer einen soliden Eindruck: die hübsche Comic-Optik erfüllt ihren Zweck und lenkt nicht zu sehr vom eigentlichen Geschehen ab. Denn im Herzen richtet sich „Super Hyperactive Ninja“ an Hardcore-Zocker, die sich gerne an Speedruns versuchen und eine Herausforderung nicht scheuen.
Ich schätze mal nicht, dass Neulinge im Genre oder Gelegenheitsspieler das Ende des Abenteuers erleben werden. Als kleines Bonus haben die Entwickler noch ein lustiges Secret eingebaut: In einem speziellen Modus dürft ihr euch mit einem Freund bekriegen. In übersichtlichen Arenen sammelt ihr Items und lasst diese auf euren Kontrahenten los – so ein magischer Energieball kann ganz schön schmerzhaft sein. Nette Idee.
Fazit
Technisch und spielerisch ist „Super Hyperactive Ninja“ eine runde Sache: Eine leicht verrückte Story trifft auf knüppelharte Jump&Run-Passagen (zumindest im letzten Drittel). Anders als bei Genre-Vertretern wie „Celeste“ lockert JanduSoft sein Spiel durch einige Fähigkeiten auf, die auch nicht so geskillten Spielern etwas unter die Arme greifen. Profis bekommen hier ebenfalls eine nette Herausforderung in Form von Speedruns, die sie online mit Freunden teilen können.
Wer sich noch nicht ganz an richtige Hardcore-Jump&Runs wie „Super Meat Boy“ herantraut, sollte bei „Super Hyperactive Ninja“ eine gute Chance haben, sich dafür vorzubereiten: Die Balance zwischen Herausforderung und Einsteigerfreundlichkeit (also nicht zu viele Frust-Passagen) stimmt hier jedenfalls.
Erhältlich für: Xbox One, PC
Website: jandusoft.com/sh-ninja.html