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Super Mario 3D All-Stars

Drei auf einen Streich: Zum Jubiläum holt Nintendo drei spannende Mario-Abenteuer auf die Switch.

Für Nintendo-Fans geht ein Traum in Erfüllung. Pünktlich zu Marios 35. Geburtstag erscheinen mit Super Mario 64, Super Mario Sunshine und Super Mario Galaxy die ersten 3D-Konsolen-Abenteuer unseres allerliebsten Klempners als Collection für die Switch. Für Fans der Serie - und wer ist das nicht? – ein echter Leckerbissen und eine ziemliche interessante Zeitreise. Doch wie schlagen sich diese Spiele heute, Jahrzehnte nach ihrem ursprünglichen Release? Lest selbst …

Walking down Memory Lane

Kaum eine Videospiel-Franchise hat die Zockerwelt in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten derart geprägt, beeinflusst und begeistert wie Super Mario – anfangen 1985 mit dem allerersten Abenteuer Super Mario Bros auf dem NES bis hin zum allerneuesten Super Mario Odyssey auf der Switch. Jeder neue Teil wusste auf seine Art zu gefallen und entwickelte das Jump’n’Run Spielekonzept sukzessive weiter.

Während ihr euch in den ersten Teilen auf dem NES und dem Super NES noch in 2D auf die Suche nach der entführten Prinzessin begebt, stand Nintendo Mitte der 90er Jahre mit dem Lauch des Nintendo 64 vor einem Meilenstein, denn Mario wagte den Sprung in die dritte Dimension. Die älteren Zocker unter euch werden sich auch definitiv noch daran erinnern – schon 1993 beglückte uns Nintendo mit einer Spielesammlung, die auf den Namen All-Stars hörte.

Seinerzeit waren dies die Teile 1-3 vom NES, plus eines irrsinnig schwierigen Bonusspiels namens The Lost Levels – allesamt grafisch aufgemotzt, um dem technischen Niveau des Super NES gerecht zu werden. Für die Spieler wie mich damals, der erst mit dem Super NES eingestiegen ist, war dies die perfekte Möglichkeit, auch alle bisherigen Mario-Titel zocken zu dürfen.

Hinein in die Moderne

Doch nun genug mit dem Geschichtsunterricht – 35 Jahre nach Super Mario Bros ist es wieder an der Zeit für eine Spielesammlung. In diesem Falle handelt sich um die ersten drei 3D-Abenteuer – Super Mario 64 aus 1997, Super Mario Sunshine aus 2002 sowie Super Mario Galaxy aus 2007. Desweiteren finden sich in der Sammlung auch die Soundtracks der jeweiligen Spiele – ein nettes zusätzliches Feature, welches allerdings nicht über die doch recht minimalistische Präsentation hinwegtäuscht.

Andere kürzlich erschienene Spielesammlungen wie Spyro oder Crash Bandicoot waren da schon deutlich liebevoller und aufwendiger gestaltet. Außerdem soll der Titel laut Nintendo limitiert nur bis zum 31.03.2021 im Handel sowie im eShop erhältlich sein – eigentlich unverständlich, wenn man bedenkt, wie gut sich Nintendo-Spiele auch Jahre nach ihrem Release noch verkaufen.

Darüber hinaus hätte man nicht nur meiner Meinung nach auch Titel wie Super Mario Galaxy 2 oder Super Mario 3D Land inkludieren können, wenn die Collection schon auf den Namen „3D All-Stars“ hört. Doch genug des Meckerns – schließlich steht der Spielspaß im Vordergrund, und dafür sind Super Mario Spiele auch in jeder Hinsicht bekannt.

Fangen wir doch mal mit Super Mario 64 an: Dies revolutionierte seinerzeit mit seiner Bewegungsfreiheit und seiner flüssigen Steuerung in 3D mithilfe des Analogsticks das Genre der Plattformer und legte auch den Grundstein für beinahe sämtliche 3D-Adventures seither. Ich erinnere mich noch, als damals das Nintendo 64 mit Super Mario 64 unter dem Weihnachtsbaum stand.

Wie jetzt, ich kann mich völlig frei in einem dreidimensionalen Level bewegen? Ach was, ich kann die Kamera frei drehen? Und das geht da alles viel einfacher mit diesem Analogstick in der Mitte dieses komisch geformten Controllers. Als erster Titel seiner Art wirkt die Steuerung heute im Jahr 2020 beim Einstieg etwas träge.

Nicht vollkommen schlecht, aber wenn man die Steuerung eines Super Mario Odyssey im Gedächtnis hat, so gehen einem die Drehungen und kniffligen Sprünge nicht ganz so leicht von der Hand. Nichtsdestotrotz ist es eine schöne Reise in die Vergangenheit und die Level haben mich auch heute dazu motiviert, nicht nur bloß zum Ziel zu rennen, sondern auch abseits des Weges nach Geheimräumen und versteckten Münzen zu suchen.

Sun and Colours

Etwas mehr Eingewöhnung erfordert Super Mario Sunshine, im Original seinerzeit auf dem Gamecube. Die eigenwillige Steuerung mit der Wasserspritze auf Marios Rücken stieß anno 2002 auf heftige Kritik, wirkt heutzutage schon etwas direkter und schwungvoller als im Vorgänger. Mit etwas Übung eröffnet der „Dreckweg 08/17“ euch sogar ganz neue Möglichkeiten, und nach einiger Zeit schwebt ihr elegant über Palmen, und an andere entlegene Orte der kunterbunten Inselwelt, um die vollgeschmierte Plätze von der Farbe Marios mysteriösen Doppelgängers zu befreien.

Eine weitere Evolution der Kameraführung war damals die frei per Stick drehbare Kameraperspektive, die auch an den kniffligeren Stellen dafür sorgt, dass ihr nie den Überblick verliert. Last but not least wird diese Collection abgerundet von Super Mario Galaxy von der Wii, eines meiner persönlichen Favoriten. Ein wahres Ideenfeuerwerk, bei dem ihr ganze Planeten erkundet, allesamt mit ihrer eigenen Schwerkraft und mit allerlei innovativen Leveln.

Und das auch noch mit angenehm lustigen Verwandlungen wie dem Sprungfeder-Mario oder dem summenden Bienen-Mario, und einem Umfang, der auch den regelmäßigen Zocker für mehrere Wochen an die Konsole fesselt. Auch nach mittlerweile 13 Jahren fühlt sich dieser Titel immer noch fantastisch an, wobei ich persönlich den Bildschirmmodus auf der Switch vorziehe.

Technisch nur leicht aufgebessert

Dass diese Collection spielerisch über jeden Zweifel erhaben ist, lässt sich also deutlich zwischen den Zeilen herauslesen. Es war wohl auch nicht wirklich verwunderlich. Doch wie sieht es mit der technischen Umsetzung aus? Schließlich hat sich in den letzten Jahrzehnten doch einiges verändert – und gerade Super Mario 64 hat nunmehr 23 Jahre (und vier Konsolengenerationen) auf dem Buckel.

Ein wenig lieblos finde ich die technische Umsetzung sowohl mit einer Auflösung von bloß 720p in beiden Modi der Switch als auch einem Pseudo 16:9 Format, bei dem lediglich zwei dünne schwarze Balken oben und unten hinzugefügt wurden. Das wäre sicher besser und eleganter gegangen. Sunshine und Galaxy hingegen laufen auf dem Fernseher immerhin mit 1080p – bei Sunshine würde der Bildschirm dann auch nachträglich auf 16:9 angepasst.

Unabhängig davon erscheinen mir die Oberflächen und Texturen bei allen drei Spielen etwas schärfer als in den Originalen. Unterm Strich kann man aber bloß von einer technischen „Aufhübschung“ sprechen.

Fazit

Die Mario-Collection ist eine wunderbare Zeitreise bis zurück in die Anfangszeit des Nintendo 64, die gerade den jüngeren Spielern aufzeigt, wie sich die Spiele mit dem Klempner über die Jahrzehnte in Punkto Steuerung, Umfang und Leveldesign entwickelt haben. Nostalgiker werden ihre wahre Freude daran haben.

Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille, denn besonders Super Mario 64 merken wir seine 23 Jahre an, was hauptsächlich daran liegt, dass Nintendo nur einen Minimalaufwand betrieben hat, um die Spiele technisch auf die Switch zu bringen und aufzubessern. Technisch sind die Spiele zwar sauber portiert - doch den grafischen Mehrwert, den damals Super Mario All-Stars auf dem Super NES bot, müssen sich die Switch-Fans leider dazu denken.

Das Fehlen von Super Mario Galaxy 2, der volle Preis von 60 Euro sowie die künstliche Verknappung durch die wohl zeitlich begrenzte Verfügbarkeit hinterlassen außerdem einen faden Beigeschmack – aber nichtsdestotrotz wird es ganz sicher genügend Nostalgiker-Fans geben, die 3D All-Stars zu einem kommerziellen Erfolg machen werden.

Erhältlich für: Switch
Website: nintendo.de/Spiele/Nintendo-Switch/Super-Mario-3D-All-Stars-1832369.html