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System Shock

Bereit für einen Sci-Fi-Klassiker in leicht modernem Gewand?

Ganze 30 Jahre ist es nun her, dass die Looking Glass Studios den Meilenstein System Shock veröffentlicht haben. Das Spiel inspirierte etliche andere Games. Persönlich denke ich, dass es ohne System Shock viele eurer geliebten Sci-Fi-Horror- oder -Baller-Spiele nicht geben würde. Die Entwickler:innen von Nightdive Studio wollten dem Klassiker nun neues Leben einhauchen. Bereits im letzten Jahr erschien System Shock für den PC. Nun sind die PS5 und Xbox Series S/X an der Reihe.

Die Mischung macht‘s

Klären wir zunächst eine zentrale Frage: Was genau ist System Shock eigentlich? Ich würde es in die Kategorie Sci-Fi-Ego-Shooter stecken. Aber das würde dem Spiel nicht ganz gerecht werden. Vielmehr ist es eine Mischung aus Shooter und Rätselspiel, eingebettet in eine spannende Geschichte. Allerdings auch sehr old school aus heutiger Sicht natürlich. Dazu aber später mehr. Kommen wir zuerst zum Offensichtlichen.

Für System Shock haben die Nightdive Studios ordentlich an der Grafikschraube gedreht. Dank der Unreal Engine sieht das Spiel sehr gut aus. Übrigens: Damit haben wir es mit einem Remake zu tun, das den Spirit des Originals beibehält. Optisch kann sich System Shock also schon mal sehen lassen. Wenn euch die Anfangssequenz gefallen hat, dann seid ihr hier genau richtig.

Fast wie heutzutage

Inhaltlich spielt System Shock in einer fernen Zukunft, in der die KI ziemlich alle Bereiche unseres Lebens kontrolliert – zunächst auf vermeintlich gute Art und Weise. In der Haut eines Hackers ändern wir dies aber relativ schnell zu Spielbeginn. Wir leben auf einer gigantischen Raumstation und werden dort von dem Befehlshaber ergriffen. Er wünscht sich, dass wir die kontrollierende KI namens Shodan etwas stutzen. Gesagt, getan. Doch das Ergebnis sieht anders aus als gedacht …

Fortan versucht Shodan, alles und jeden zu kontrollieren. Die Raumstation driftet langsam auf die Erde zu. Bei Kontakt wäre die KI außer Kontrolle. Genau das müssen wir nun verhindern. Nach einem kleinen Zusammenbruch wachen wir in einem steril wirkenden Raum auf, wo unser Abenteuer so richtig beginnt. Danach wandeln wir in typischer Manier eines Ego-Shooters durch enge Gänge auf der Suche nach einem Ausgang. Wir müssen es in die Zentrale schaffen, in der Shodans Programmierung sitzt.

Big Brother is watching

Das Spannende daran: Shodan beobachtet euch die gesamte Zeit. Ständig kommen Kommentare oder sie lacht euch aus, weil sie euren Versuch sie zu stoppen so amüsant findet. Allein das ist schon großes Kino und bringt unglaublich dichte Atmosphäre. Überall könnte Shodan euch ihre Mutanten und Maschinen auf den Hals hetzen. Ihr könnt euch nie sicher sein. Spielerisch sind die Kämpfe ähnlich wie in anderen Shootern. Etwas vermisst habe ich dabei das Waffen-Feedback. Wenn ich Gegner treffe, weiß ich anhand ihrer Reaktion manchmal nicht, ob der Schuss sie verletzt hat oder nicht. Ein Straucheln, Schreien oder ein optischer Effekt wäre hier hilfreich gewesen.

Nachdenken erwünscht

Doch die Kämpfe sind nur ein Teil des Spiels. System Shock ist auch ein Rätselspiel, bei dem ihr clever kombinieren müsst. Dafür ist aber auch einiges an Backtracking notwendig – und hier sind wir dann beim Teil, den ich mit old school meinte. Für System Shock müsst ihr gewillt sein, etwas tiefer ins Spiel einzutauchen. Dazu zählt auch, dass ihr hin und wieder E-Mails oder Tagebucheinträge lesen müsst. Oder weitere Strecken in der Station zurücklauft. Ich gebe selbst zu, dass das nervig sein kann.

Die Kämpfe gemischt mit den Rätseln und der ständigen Beobachtung durch Shodan bringen euch jedoch eine einzigartige Atmosphäre. Man kann dank dieser Neuauflage erahnen, welchen Einfluss das Spiel auf heutige Titel gehabt hat. Damals war es revolutionär. Das Gameplay-Gerüst funktioniert heutzutage immer noch, wirkt nur manchmal etwas langatmig. Dennoch kann ich es empfehlen - womit wir beim Fazit wären.

Fazit

System Shock bietet Spieler:innen die Chance, den Klassiker aus dem Jahr 1992 erneut zu erleben – diesmal eben mit angemessener Grafik und angepasster Steuerung. Im Herzen steckt hier aber noch ein Titel, der bereits über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Das sollte euch bewusst sein. Hier bekommt ihr kein ausschweifendes Tutorial, sondern eine Spielerfahrung wie damals. Das könnte manche von euch abschrecken. Aber gebt System Shock ruhig eine Chance. Ihr werdet schnell feststellen, welchen Einfluss das Spiel auf heutige Titel hatte. Und zudem lernt ihr mit Shodan einen ganz besonderen Bösewicht der Spielgeschichte kennen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: systemshock.primematter.gg