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Tales of Symphonia Remastered

Kann das Remake dieses RPG-Klassikers die alte Leidenschaft erneut entflammen?

Auf die Frage aus dem Teaser habe ich eine klare Antwort: nein, kann das Remake nicht. Aber das gilt nur für mich. Denn die Sache ist, dass ich das Original nie gespielt habe. Mein Kollege Brandon hingegen schon. Daher haben wir uns Tales of Symphonia Remastered aus zwei unterschiedlichen Perspektiven angeschaut.

Wie die Zeit vergeht

Bereits 20 Jahre ist es her, dass die Welt Sylvarant zum ersten Mal vor dem Untergang stand. Im Jahr 2003 erschien nämlich das Original von Tales of Symphonia. Da ich zu dieser Zeit leider wenig Freiraum für Videospiele hatte, kam ich nie in den Genuss des Spiels. Brandon hingegen hatte damals eine Menge Zeit – und das merkt man bereits beim Anspielen des Intros …

Während ich das Gezeigte ganz interessant, aber nicht weltbewegend finde, schwelgt Brandon in nostalgischen Gefühlen. Schon gleich erzählt er mir von der Geschichte, die uns hier bevorsteht. Schon bald lerne ich Lloyd kennen und Colette. Die beiden bzw. eher Colette muss sich um das Schicksal des Fantasy-Reichs Sylvant kümmern. Ihre Reise wird sie einmal queer durch das gesamte Königreich ziehen. Dabei wechseln sich blühende Landschaften mit Wüsten und Schneefeldern ab, von den Bergen geht es ans Meer. Ganz typisch für solche Spiele.

Das kam unerwartet

Weniger typisch ist das Kampfsystem von Tales of Symphonia Remastered. Dazu hat mir Brandon weniger gesagt und ich bin genretypisch von rundenbasierten Kämpfen ausgegangen. Aber weit gefehlt. Sobald ihr auf der Karte einen Gegner entdeckt, könnt ihr entscheiden, ob ihr kämpfen wollt oder lieber nicht. Wenn ihr den Gegner berührt, dann beginnt der Kampf in einer extra Arena. Dort wird in Echtzeit gekämpft – und das hat mich überrascht.

Die Kämpfe selbst gestalten sich so ganz unterhaltsam. Ich lasse normale Angriffe oder Spezialattacken auf die Feinde nieder, weiche aus oder blocke. Dabei habe ich immer nur die Kontrolle über einen Charakter. Die restlichen bis zu drei anderen Figuren agieren selbstständig. Hier könnt ihr aber selbst entscheiden, wie sie agieren sollen. Im Menü legt ihr dazu fest, welche Verhaltensweise euren Stil unterstützt. Aggressiv, unterstützend oder defensiv. Insgesamt gefiel mir dieses System sehr gut. Brandon war eh schon hin und weg.

Guter Standard

Davon abgesehen bekommt ihr hier tatsächlich die gewohnte Rollenspielkost aus dem asiatischen Raum. Hin und wieder werdet ihr sogar mit sehr hübschen Zwischensequenzen belohnt, die mich an Anime-Filmchen erinnern. Diese sind ziemlich gut gealtert über die Jahre, fast zeitlos, könnte man sagen. Das kann man über die restliche Grafik leider weniger sagen. An jeder Ecke merkt ihr, dass Tales of Symphonia Remastered schon zwei Dekaden auf dem Buckel hat. Das fällt weniger an den Charakteren als vielmehr an den Details der Umgebung und den Animationen auf. Was auf Brandon mit seiner Fanbrille charmant wirkt, fällt für mich in die Kategorie angestaubt.

Dafür gefällt mir die Story aber dann doch recht gut. Erwartet hier keine epische Geschichte, aber dennoch hier und da eine überraschende Wendung. Da muss ich Brandon recht geben, dass das hier immer noch gut unterhält. Hätte ich nicht gedacht.

Fazit

Zeit für ein abschließendes Resümee. Als Nicht-Kenner des Originals hatte ich mit Tales of Symphonia Remastered tatsächlich meinen Spaß. Aber für mich sticht der Titel jetzt nicht sonderlich aus der Masse. Ich sehe es als solides Rollenspiel aus Fernost, das seinen Charme hat. Brandon hingegen ist hin und weg. Für ihn steht der Titel höher im Kurs, weil er etliche Jugenderinnerungen damit verbindet. Solltet ihr auch das Original kennen, empfehle ich euch das Spiel wärmstens. Alle anderen schauen sich vorher besser mal das Gameplay an. Als kleine Zeitreise ist Tales of Symphonia Remastered durchaus ein Erlebnis. Vergleicht es nur nicht mit aktuellen Titeln. Dann viel Spaß auf eurer Reise durch Sylvarant.

Erhältlich für: PS, Switch, Xbox
Website: en.bandainamcoent.eu/tales-of/tales-of-symphonia-remastered