Arcade-Taxispiele leben von einem einfachen Versprechen: Fahr so schnell und so wild wie möglich, bring deine Passagiere halbwegs lebend ans Ziel und ignoriere dabei konsequent alles, was im Straßenverkehr normalerweise „verboten“ heißt. Taxi Chaos 2 hält sich an genau dieses Prinzip – und kippt gleichzeitig einen Eimer Sci-Fi-Wahnsinn darüber: Eine fehlgeleitete KI, aggressive Robo-Taxis und eine Stadt, die aussieht, als hätte jemand „Verkehrssicherheit“ nur als loses Gerücht gehört.
San Valeda, Stadt der verrückten Wegweiser
Schauplatz ist San Valeda, eine sonnendurchflutete Metropole, die optisch irgendwo zwischen Westküsten-Postkarte und Arcade-Parkour liegt. Türme, Rampen, Brücken ohne Leitplanke, enge Gassen, Dachterrassen und Sprungschanzen bilden einen Playground, der klar darauf ausgelegt ist, nicht nur Straßen, sondern auch andere Wege zu nutzen.
In diese Stadt setzt die Story eine angenehm überzeichnete Ausgangslage: Eine Freundin der Hauptfigur hat versucht, KI-gesteuerte Taxis zu entwickeln – das Projekt ist grandios gescheitert, die Taxibots haben sich verselbstständigt und terrorisieren jetzt den Verkehr.
San Valeda, Stadt der verrückten Wegweiser Schauplatz ist San Valeda, eine sonnendurchflutete Metropole, die optisch irgendwo zwischen Westküsten-Postkarte und Arcade-Parkour liegt. Türme, Rampen, Brücken ohne Leitplanke, enge Gassen, Dachterrassen und Sprungschanzen bilden einen Playground, der klar darauf ausgelegt ist, nicht nur Straßen, sondern auch andere Wege zu nutzen. Vinnie (Hawaiihemd-Cabbie) und Cleo (Teilzeit-Taxifahrerin, Teilzeit-Influencerin) steigen wieder ins analoge Taxi, unterstützt von der gutmütigen Navi-KI Jean, die eine bevorzugte Route direkt auf den Asphalt projiziert. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Crazy Taxi, Driver-Verfolgungsjagden und leichtem Sci-Fi-B-Movie – angenehm schräg, aber nie bierernst.
Arcade-Stress mit Sprungtaste
Im Kern ist Taxi Chaos 2 ein klassisches Arcade-Racer-Konzept: Ihr müsst Passagiere einsammeln. Gegen die Uhr zum Ziel rasen. Kollisionsschäden, Verkehr und Umwege minimieren und in kurzen Sessions Highscores und Sterne verdienen.
Die Steuerung ist bewusst „twitchy“, also sehr direkt und nervös: Leichte Lenkeingaben reichen, um das Heck ins Schlingern zu bringen, Bremsen ist optional, Drifts gehören zum Alltag. Dazu kommt die Sprungtaste, mit der das Taxi aus dem Stand oder während der Fahrt in die Luft katapultiert wird – ideal, um auf Dächer zu hüpfen, Straßenschluchten zu überqueren oder Abkürzungen über Hindernisse hinweg zu nehmen.
Wenn das funktioniert, fühlt es sich großartig an: Rooftop-Jumps, bei denen man im Flug schon die nächste Rampe anvisiert, sind der Moment, in dem Taxi Chaos 2 genau das liefert, was der Name verspricht.
Bunte Spielwiese
Die Stadt selbst unterstützt dieses Spielgefühl: Hügel, Brücken, Geländekanten und Verkehrsinseln bilden kleine Parcours. Baustellen, Nebel und gesperrte Zonen verändern Schichten dynamisch. Neue Abkürzungen und Wege werden nach und nach vertraut, sodass Wiederholungen eher dazu führen, dass man schneller wird, statt gelangweilt.
Jean markiert dabei stets eine „Preferred Path“-Linie auf der Straße – ein schwebender Lichtstreifen, der den schnellsten Weg vorgibt. Weicht man davon ab, braucht das Navi aber gerne mal ein paar Sekunden, um sich zu fangen, was bei hoher Geschwindigkeit und engen Timern schnell kritisch werden kann.
Wenn dein Job plötzlich Combat-Racer wird
Die größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger sind die Taxibots. Diese KI-Taxis blockieren Wege, jagen Fahrgäste, rammen das eigene Auto und verhalten sich insgesamt eher wie hyperaggressive Cop-Autos aus dem alten Driver, nur in Sci-Fi-Gelb. Es gibt unterschiedliche Typen – einfache Verfolger, Rammer, Störer und schwer gepanzerte TaxiTanks – die sich in Kampf- und Verfolgungsszenen zu kleinen Minibossen aufbauen.
Die Kampagne erzählt Vinnies Alltag in Schichten: Tag für Tag schaltet man neue Aufträge, Fahrzeug-Upgrades und Modifikationen frei. Spezielle Missionen variieren das Standardmuster – fragile Fracht, übergroße Ladungen, Lieferungen mit strengen Zeitfenstern oder bizarre Sonderaufgaben wie das Finden eines ganz bestimmten Fahrgasts in der gesamten Stadt ohne Marker. Letzteres kann frustrierend werden: Man muss nah genug heran, um Namen zu lesen, aber nicht so nah, dass man aus Versehen den Falschen einpackt – und die Uhr tickt gnadenlos.
Steigende Verantwortung
Mit fortschreitender Kampagne zieht der Schwierigkeitsgrad spürbar an: Straßensperren rscheinen an Schlüsselpunkten, die selbst mit optimaler Route kaum zu umfahren sind. Hinzu kommen Taxibots in Gruppen, die das Taxi zwischen sich hin und her schieben und schnelle Korrekturen schwer machen. Fehler werden härter bestraft, weil Rückwege und Neuansätze wertvolle Sekunden kosten.
In kurzen Arcade-Sessions („nur ein paar Runden fahren“) trägt das Konzept sehr gut, in längeren Kampagnenstrecken können diese Eskalationen allerdings zu Frustmomenten werden, wenn man das Gefühl bekommt, eher gegen Leveldesign und KI als gegen die Stoppuhr anzukämpfen.
Viel Sonne, einige Schatten
Visuell spielt Taxi Chaos 2 seine Stärken aus: San Valeda ist bunt, kontrastreich und gut lesbar. Gebäude und Landmarken sind markant genug, dass man sich mit der Zeit gut orientieren kann. Besonders schön: Die Sonne knallt, der Himmel ist blau, und das Gesamtbild trifft genau den „Sommer-Arcade“-Ton, den man von einem Crazy-Taxi-Erben erwartet.
Taxibots sind fast das einzige knallweiße Element im Stadtbild, was sie schon auf Distanz klar erkennbar macht – man sieht das Unheil kommen, auch wenn man es nicht immer verhindern kann.
Zu wenig PS unter der Haube?
Auf der technischen Seite gibt es aber spürbare Schwächen: Oft kommt es zu Physik-Glitches, bei denen das Taxi in Gegenständen hängenbleibt oder wie eine Schildkröte auf dem Dach liegt. Oder es folgen Situationen, in denen RoboTaxis einen in Ecken boxen und nur ein Reset hilft.
Weiterhin klagen einige über Clipping, hektische Kamerawechsel und gelegentlich verschwundene Wegmarkierungen, die mitten in der Hektik Orientierung kosten. Auf Switch wirkt das HUD in Handheld teils überladen, weil zu viele Infos um Platz konkurrieren.
Während der Fahrt liefert das Spiel solide, wenn auch wenig einprägsame Musik; der Verzicht auf lizenzierte Tracks à la Crazy Taxi nimmt dem Ganzen etwas Nostalgie-Bums. Fahrgastdialoge wiederholen sich relativ schnell – nach ein paar Stunden kennt man viele Sprüche auswendig, was den Witz aus den an sich netten Kommentaren nimmt.
Fazit: Spaßige Kurzstrecken, holprige Langstrecke
Taxi Chaos 2 ist am besten, wenn es am wenigsten von einem verlangt: in kurzen, konzentrierten Arcade-Sessions, in denen es nur darum geht, Passagiere zu stapeln, wilde Sprünge zu landen und den eigenen Highscore zu jagen. Dann funktioniert der Mix aus chaotischer Stadt, Sprungtaste, Taxibot-Gefahr und bunter Präsentation sehr gut und fängt tatsächlich ein Stück der alten Arcade-Magie ein, die das Vorbildgenre groß gemacht hat.
Sobald die Kampagne mit langen Schichten, strengeren Missionszielen und aggressivem Schwierigkeitsanstieg ins Spiel kommt, treten die Schwächen deutlich hervor: inkonsistente Physik, gelegentlich unfaire Objective-Designs und Bugs, die aus einem spannenden Run einen Frustmoment machen können.
Wer genau weiß, worauf er Lust hat – ein paar Runden sonniger Chaos-Taxi-Action, bevorzugt im Arcade-Modus oder in kürzeren Kampagnenhappen –, findet in Taxi Chaos 2 eine durchaus unterhaltsame Abwechslung.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Webseite: taxi-chaos.com