Endlich geht es mal richtig los mit der neuen Technik. Tekken 8 nutzt die Unreal Engine 5 und zeigt zumindest im Ansatz, was uns bald auf den aktuellen Konsolen erwarten könnte. Auch wenn ich es selbst fast kaum glauben konnte, ist der letzte Ausflug ins Tekken-Universum bereits sieben Jahre her. Nun also lädt Bandai Namco zu Tekken 8 und will auch komplette Neulinge willkommen heißen.
Lange Tradition
Und damit kommen wir zum eigentlichen Spiel: Tekken war immer schon ein leicht überzogener Prügel-Titel, bei dem ihr Gegner brachial durch die Luft jongliert oder in schöner Animé-Manier eure Kontrahenten plättet. Das kenne und liebe ich bereits seit Zeiten der Playstation 1. Ja, ich bin ein älteres Semester. Doch was ich damit sagen will: Ich kenne Tekken seit seinen Anfängen. Dabei war der Kampf immer kurzweilig, aber die Story hat mich nie interessiert. So lockt es mich auch nicht hinter dem Ofen her, wenn ich höre, dass die ewige Fehde zwischen den beiden Clans Kazama und Mishima weitergeführt wird.
Es erwarten euch zwar nette Zwischensequenzen, aber sonderlich überraschend war die Story nun nicht. Aber darum geht es auch nicht in Tekken 8 – zumindest nicht hauptsächlich. Um es kurz zusammenzufassen: Ihr übernehmt in der Kampagne die Rolle von Jin Kazama, der seine Kräfte wiedererlangen möchte. Was ich Bandai Namco hoch anrechne: Ihr schlüpft nach einer Weile auch in die Haut anderer Kämpfer:innen. Denn nur Jin zu spielen, wäre auf Dauer öde geworden. Danke an dieser Stelle.
Rückblick als toller Fan-Service
Sollte euch die Story dennoch interessieren, hat Tekken 8 noch eine kleine Besonderheit für euch. Neulinge oder Spieler:innen, die nicht mehr alles genau wissen, dürfen sich in der Gallerie ein paar kurze Videos anschauen. Dort wird die gesamte Geschichte für euch zusammengefasst. Ja, das fand ich sogar einen netten Bonus und hat mich tatsächlich etwas tiefer in die Story eintauchen lassen.
Spielerisch erwartet euch ein unterhaltsames Prügelfest, das sich wirklich an alle Spieler:innen richtet. Vom Neuling bis zum Profi darf sich hier jeder austoben. Insgesamt 32 Charaktere stehen zur Auswahl – darunter einige Neuankömmlinge. Hier sei gesagt, dass Tekken 8 dem Franchise richtig coole Frauen spendiert hat: Probiert Azucena und Reina ruhig mal aus – es lohnt sich.
Ganz wie ihr wollt
Anfangs gewinnt ihr Kämpfe noch relativ einfach, sogar durch bloßes Button-Mashing. Das motiviert Gelegenheitsspieler wie mich ungemein. Kleine Erfolge samt spektakulärer Moves ist schon eine unterhaltsame Mischung. Jedenfalls lässt euch Tekken 8 gut ins Spiel kommen, bevor der Schwierigkeitsgrad anzieht. Wenn ihr aber komplett neu im Genre oder der Reihe seid, dann werft mal einen Blick auf den Arcade Modus. Aber Vorsicht: Auf so eine Idee kommen echt nur japanische Studios.
Als ich den Arcade Modus ausgewählt hatte, dachte ich ursprünglich an einen Mini-Modus für jeden Charakter, bei dem ich mich durch ein paar Gegner prügeln darf – so als Häppchen für zwischendurch. Doch weit gefehlt. Zunächst soll ich mir einen eigenen Charakter erstellen. Aber nicht für den Kampf, sondern für mein Abenteuer in den Arcade-Hallen dieser Welt. Der Comic-Look hat mich dabei stark an Titel wie Animal Crossing erinnert. Das hatte ich jetzt wirklich nicht erwartet.
Im falschen Spiel gelandet?
Ebenso wenig wollte ich mir die ganzen belanglosen Dialoge anhören. Der Start ist echt zäh, bevor ich endlich kämpfen kann. Dass sich dieser Modus speziell an Neulinge richtet, merkt man an den Tutorials, die ihr hier spielt. Nach und nach lernt ihr neue Moves und setzt diese ein. Mir hat das geholfen, um Stück für Stück besser zu werden. Zudem kann ich meinen Charakter jederzeit wechseln, was sehr praktisch ist, um alle einmal kennenzulernen. Aber macht euch echt auf einen speziellen Look gefasst.
Aber kommen wir noch einmal zum Kampf zurück. In den Einstellungen dürft ihr entscheiden, wie ihr spielen wollt: Einsteiger:innen haben die Wahl, dass sie Spezial-Attacken mit nur einem Knopfdruck ausführen. Dadurch könnt ihr schon gleich zu Beginn sehr spektakuläre Kämpfe bestreiten. Hinzu kommt ein neues System mit der Heat-Anzeige. Ist die Anzeige voll, habt ihr zehn Sekunden lang verstärkte Schläge. Und das Beste daran: Diese können nicht geblockt werden. Fällt eure Lebensenergie unter 25 Prozent, könnt ihr sogar einmal pro Runde einen extra starken Angriff starten, der oft über Sieg und Niederlage entscheidet. Diese Moves sind mal wieder schick in Szene gesetzt.
Fast schon für die Postkarte geeignet
Apropos Szene: Die einzelnen Stages sind mal wieder Augenzucker in Tekken 8. Überall gibt es coole Details zu entdecken, wenn ihr Zeit habt, um hinzuschauen. Teilweise könnt ihr die Stage auch während einer Runde ändern, wenn ihr Gegner durch die Wand oder den Boden donnert – ja, das macht Spaß. Grafisch lässt Tekken 8 also die Muskeln spielen. Aber ich bin mir sicher, dass da noch Luft nach oben ist und freue mich jetzt schon auf kommende Unreal 5 Titel.
Fazit
Fans von Prügel-Spielen kommen gerade so richtig auf ihre Kosten. Tekken 8 ist ebenfalls ein Fest für kampflustige Naturen. Ein umfangreiches Charakter-Angebot trifft auf jede Menge Spiel-Modi gepaart mit einer Kampf-Mechanik, die Kenner:innen und Neulinge gleichermaßen zufriedenstellt. Nur der Arcade Modus war mit seiner ach zu niedlichen Präsentation etwas irritierend. Aber irgendwie passt das zu den überdrehten Charakteren, die ihr hier geboten bekommt. Egal ob ihr auf die Story steht oder einfach nur gute und kurzweilige Kämpfe genießen wollt – mit Tekken 8 könnt ihr in der Hinsicht nichts falsch machen.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: de.bandainamcoent.eu/tekken/tekken-8