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TerraTech

Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Kampfgefährt wird bald fertig sein.

„TerraTech“ und ich hatten keinen leichten Start beziehungsweise hatten wir gar keinen Start: Egal, was ich auch machte, das Spiel wollte auf der Xbox One einfach nicht loslegen. Vom ersten Ladebildschirm schickte mich „TerraTech“ nach einer kurzen Weile immer wieder zurück auf den Home-Bildschirm meiner Xbox One.

Neu installiert, Systemeinstellungen umgeändert und sogar auf die interne Festplatte verschoben – keine Chance: Fünf Tage lange wollte „TerraTech“ mich nicht ins Spiel lassen. Als ich dann ziemlich verzweifelt und eher so nebenher mal wieder auf Start drückte, funktionierte es urplötzlich – und ich war tatsächlich gefangen in einem interessanten Kosmos.

Gefangen im Suchtstrudel

Die Payload Studios müssen große Fans von Lego oder „Katamari“ sein – anders kann man sich ihr kreatives Spielchen wohl kaum erklären. „TerraTech“ verknüpft nämlich die Idee beider erwähnter Spiele zu einem süchtig machenden Konzept. Als kleine Drohne startet ihr: Gerade mal ein Hauptkern, ein paar Reifen, einen Bohrer und eine kleine Kanone besitzt euer Fahrzeug. Alle Einzelteile lassen sich frei arrangieren – allerdings könnt ihr zu Beginn noch nicht sonderlich kreativ werden.

Erst wenn ihr auf die ersten Feine trefft, wird es spannend: Schießt ihr auf diese häufig genug, zerfallen sie in ihre Einzelteile, was euch ein paar Erfahrungspunkte beschert. Außerdem dürft ihr die Reste plündern – und genau hier wird es interessant… Meist bestehen die ersten Feinde auf der zufallsgenerierten Karte aus ähnlichen Bausteinen, wie euer Gefährt. Nach einem Sieg dürft ihr diese Bausteine eurem Fahrzeug hinzufügen und neu anordnen.

Spätestens nach der dritten oder vierten feindlichen Übernahme wird jedes Fahrzeug individuell aussehen: Mehrere Reifen, meist ungelenke Anordnung der Hauptkerne, ein paar Bohrer, Lampen und Kanonen. Und das Beste: Fast egal, wie ihr die Teile anordnet – das Vehikel wird irgendwie schon fahren. Zumindest noch am Anfang. Bevor ihr euch Gedanken über sinnvolle Konstruktionen machen müsst, die eure Reifen nicht überlasten, werden etliche spaßige Stunden ins Land ziehen.

Ein bisschen Handhalten hat noch nie geschadet

Einsteiger sollten zunächst einmal mit der Kampagne starten. Diese wird euch Stück für Stück in die Spielmechaniken von „TerraTech“ einführen. Schnell solltet ihr dabei feststellen, dass sich die Payload Studios alle Mühe gegeben haben, es euch so leicht wie möglich zu machen: Bauen, fahren, schießen und neu anordnen von Teilen geht fast schon intuitiv über die Bühne – eine feine Sache. Das Nette an den ersten Minuten in der Kampagne: Die Entwickler servieren euch lediglich Feinde, die auf einem ähnlichen Niveau sind wie ihr.

Erst später könnt ihr auf riesige Fahrzeuge treffen, die eurem Gefährt im wahrsten Sinne des Wortes haushoch überlegen sind. Allerdings lassen sich auch diese mit Kreativität besiegen: Denn manche Schlachtschiffe sind nicht sonderlich wendig und gehen bei kleinen Feuerstößen von einem um sie herum flitzenden Angreifer irgendwann in die Knie – um nur ein Beispiel zu nennen.

Erst wenn ihr mit dem Spiel vertraut seid, könnt ihr euch in den offenen Sandbox-Modus stürzen, bei dem lediglich euer Verstand die Grenze bildet. Sich mit anderen zu messen und sich gegenseitig aufs Korn zu nehmen ist schon eine tolle Sache. Es hat schon ein bisschen „Minecraft“-Feeling, wenn ich mit meinem Fahrzeug auf Tour gehe, um neue Materialien zu sammeln, damit ich meinen Flitzer noch mächtiger machen kann.

An dieser Stelle kommt übrigens der Bohrer zum Einsatz: Denn auf der offenen Karte finden sich haufenweise Materialien, die ihr abbauen und verwerten könnt. Jeder noch so kurze Ausflug in diese Welt wird euch letzten Endes ein Stücken weiter bringen. Und genau das liebe ich an Spielen!

Prädikat: Zweckmäßig

Grafisch reißt „TerraTech“ keine Bäume aus und würde als zweckmäßig durchgehen. Auch hier schwingt der Spirit von „Mincraft“ mit. Die Fantasie bringt letztlich Leben ins Spiel. Was ihr daraus macht, ist vollkommen euch überlassen.

An dieser Stelle sei erwähnt: Der Boden ist nicht das Ende der Fahnenstange. Geschickte Baumeister basteln sich ein fliegendes Schiff, das seine Feinde aus der Luft attackieren kann – nur solltet ihr dem Boden nicht zu nahe kommen, ich spreche da aus eigener Erfahrung.

Fazit

Die Payload Studios liefern mit „TerraTech“ ein durch und durch kreatives Spielchen ab, das euch über Wochen begeistern kann – sofern ihr selbst ein paar Ideen verwirklichen wollt. An diesem Punkt ähnelt das Vergnügen fast einem „Minecraft“, das durch die Kreativität seiner Nutzer so glänzt.

Wer nicht genau weiß, was er aus seinen ganzen Ersatzteilen konstruieren möchte, sollte mal einen Blick ins Internet werfen und schauen, was andere für Ideen hatten. Mir war dies eine tolle Inspiration, um selbst einzigartige Vehikel zu basteln. „TerraTech“ hat damit genügend Potenzial, um ein echter Dauerbrenner zu werden.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: terratechgame.com