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The Adventures of Elliot: The Millennium Tales

Auf den Spuren von Link und Co.

Heute geht es um ein Spiel, das keineswegs versteckt, was es sein will: ein liebevolles Zelda-like im modernen HD-2D-Gewand. Und ehrlich gesagt funktioniert diese Mischung ziemlich gut. Dabei macht es auch nichts aus, dass das Spiel das Rad nicht neu erfindet, sondern auf Bewährtes zurückgreift.

Ein Abenteuer mit Echo

Elliot wirkt wie ein bewusster Gruß an klassische Top-Down-Abenteuer. Ihr zieht los, erkundet Ruinen, kämpft euch durch Dungeons und versucht gleichzeitig, die Geschichte einer ganzen Welt über verschiedene Zeitalter hinweg zu verstehen. Genau dieser Ansatz gibt dem Spiel etwas Eigenes, weil nicht nur eine Region, sondern gleich mehrere Epochen derselben Welt miteinander verknüpft werden.

Ich mag daran vor allem den Abenteuer-Ton. Das Spiel fühlt sich oft an wie ein verlorenes SNES-Zelda, das mit heutiger Technik wieder aufgetaucht ist. Es ist leicht, neugierig und gleichzeitig altmodisch genug, um ein echtes Gefühl von Nostalgie und Abenteuer zu erzeugen.

HD-2D mit Charakter

Der Grafikstil ist hier ein riesiger Teil des Reizes. Square Enix kombiniert die bekannte HD-2D-Optik mit einer sehr offenen, leuchtenden Welt. Mein Sohn kommentierte das direkt mit „sieht komisch, aber gut aus!“. Er war verwundert, wie hier Pixelkunst und moderne Effekte stimmig zusammengehen. Das gibt dem Abenteuer einen unverkennbaren Look.

Gleichzeitig ist an dieser Optik nicht alles eitel Sonnenschein. Durch die isometrische Perspektive gehen manche Umgebungsdetails etwas unter, und nicht jeder Bereich profitiert gleich stark von der glänzenden Präsentation. Für mich überwiegt aber klar der Charme. Elliot sieht nach etwas aus, das man gern länger anschaut, als man es bei einem Spiel mit Zelda-Anleihen vielleicht zuerst erwartet.

Zelda-Vibes, ganz klar

Die Zelda-Parallelen sind übrigens offensichtlich. Das sehe ich hier aber als ein Kompliment. Schwerter, Bögen, Bomben, Dungeons, Schreine, Herzen, Upgrades: Elliot greift sehr bewusst in diese Kiste und macht daraus ein eigenes Action-RPG. Wer klassische Nintendo-Abenteuer liebt, wird sich hier ziemlich schnell zuhause fühlen.

Besonders gut finde ich, dass das Spiel diesen Vergleich nicht nur als Oberfläche benutzt. Die Kämpfe sind direkt, die Erkundung belohnt Neugier, und das Fortschrittsgefühl kommt sauber rüber. Genau da zieht Elliot seine Stärke her: aus dem vertrauten Rhythmus von Entdecken, Kämpfen und Belohnen.

Nicht alles ist neu

Die größte Schwäche liegt hier etwas in der Struktur. Die vier Zeitebenen sind am Ende dann oft zu ähnlich. Die Welt wiederholt sich spielerisch zu schnell und bringt keine wirklich neuen Ideen rein. Das kann auf Dauer etwas müde machen, selbst wenn die Idee auf dem Papier spannend klingt.

Auch die Geschichte könnte gern noch epischer sein. Sie ist im Grunde zwar solide, aber eher dünn, und manche Figuren bekommen nicht genug Tiefe, um wirklich hängen zu bleiben. Das ist schade, weil die Prämisse mit Zeitreise und Weltgeschichte eigentlich mehr Luft für große Momente hätte.

Fazit

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist für mich ein sehr gelungenes Action-Abenteuer mit starkem HD-2D-Look und ganz klaren Zelda-Vibes. Das Kampfsystem, die Dungeons und das Erkunden machen richtig Spaß, und das Spiel hat genug Charme, um sofort Lust auf mehr zu machen.

Nicht alles sitzt perfekt. Die Struktur ist etwas zu wiederholend, und die Story bleibt eher zurückhaltend, als sie könnte. Aber unterm Strich bleibt für mich ein liebevoll gebautes Abenteuer, das sich genau dann am besten anfühlt, wenn ihr einfach loszieht, wartet, was hinter der nächsten Ecke liegt, und euch vom nächsten Dungeon wieder überraschen lasst. Ein kleiner Sommerhit für mich.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: de.store.square-enix-games.com/the-adventures-of-elliot_-the-millennium-tales