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The Casting of Frank Stone

Viel Splatter, einige Logiklücken – einem Serienmörder auf der Spur.

Supermassive Games, bekannt für ihre fesselnden Horror-Erlebnisse, hat mit The Casting of Frank Stone einen neuen Titel veröffentlicht, der sich von ihren bisherigen Erfolgen abhebt. Das Studio hat sich mit Spielen wie Until Dawn, der Dark Pictures Anthology und The Quarry einen Namen gemacht, indem sie interaktive Geschichten mit packendem Horror und Entscheidungsfreiheit kombinierten. Doch kann The Casting of Frank Stone an diese Erfolge anknüpfen?

Auferstanden von den Toten

Ohne Spoiler: The Casting of Frank Stone erzählt die Geschichte eines brutalen Serienmörders. Wir befinden uns dabei in der Welt von Dead by Daylight, was ihr aber nicht unbedingt gespielt haben müsst , um die Story zu verstehen. Die Handlung versucht, psychologischen Horror mit Drama und Science-Fiction zu verbinden, was nicht immer so gut funktioniert.

Im Vergleich zu den intensiven und emotionalen Geschichten, die sich in Until Dawn abgespielt haben, wirkt die Story von Frank Stone etwas flach und uninspiriert. Und dabei hat man hier wirklich gute Ansätze und Ideen. Ich Liebe beispielsweise Zeitreisen. Aber das wird hier ziemlich schnell abgebügelt. Schade. Unterhaltsam ist es dann am Ende doch irgendwie. Aber bitte vergleicht nicht mit Until Dawn, da ihr euch sonst nur selbst demotiviert.

Interaktives Filmchen

Das Gameplay von The Casting of Frank Stone ist eine Mischung aus interaktiven Dialogen und einfachen Erkundungselementen. Spieler navigieren durch verschiedene Szenarien, treffen Entscheidungen und beeinflussen so den Verlauf der Geschichte. Diese Mechanik ist typisch für Supermassive Games und hat sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen. Doch in diesem Spiel waren die Konsequenzen einer Entscheidung noch willkürlicher als schon bei The Quarry. Oft ist es einfach Glück, ob ihr überlebt oder nicht. Jedenfalls steigert dies den Wiederspielwert.

Habt ihr dann doch mal eine falsche Entscheidung getroffen, könnt ihr später am Schneidetisch nochmals einige Szenen nachspielen und andere Stränge der Handlung erkunden. Das gefiel mir persönlich ganz gut, weil ich so nicht gezwungen war, das gesamte Spiel erneut anzugehen. Sehr gute Entscheidung von Supermassive Games. Außerdem dürft ihr überall in den Szenen auch kleine Sammelgegenstände suchen, die auf das Dead by Daylight Universum hinweisen. Für Fans der Reihe ganz nett.

Optik: Solide!

Visuell bietet das Spiel eine solide Präsentation, die jedoch nicht mit den grafischen Highlights früherer Supermassive-Spiele mithalten kann. Die Umgebungen sind detailreich gestaltet, aber die fehlende Dynamik und der Mangel an gruseligen Elementen lassen das Spiel blass wirken.

Auch der namensgebende Frank Stone bleibt etwas hinter meinen Erwartungen. Dafür sehe ich ihn viel zu selten. Vielleicht hat mich Supermassive Games auch einfach nur zu sehr verwöhnt mit anderen Spielen. Wie gesagt: Unterhaltsam ist es, schön anzuschauen auch, aber eben „nur“ alter Wein in etwas neuen Schläuchen.

Ein Blick zurück

Jetzt muss ich doch noch einmal vergleichen. Wenn ihr darauf keine Lust habt, überspringt den Abschnitt einfach. Supermassive Games hat sich mit Titeln wie Until Dawn einen Ruf für innovative Horror-Erlebnisse erarbeitet. Dieses Spiel bot eine dichte Atmosphäre, komplexe Charaktere und eine Handlung voller Wendungen. Die Dark Pictures Anthology hat mit ihrem episodischen Format schon nicht mehr die Qualität von Until Dawn erreichen können.

The Casting of Frank Stone wirkt nun eher wie ein kleiner Rückschritt. Die fehlende Tiefe der Charaktere und die teils vorhersehbare Handlung lassen das Spiel im Schatten seiner Vorgänger stehen. Für Fans dieser Spiele bräuchte es ein neues Element. Wenn ihr nicht alles davon gesehen habt, sollte The Casting of Frank Stone dennoch ganz spaßig werden – sofern ihr auf solchen Horror steht. Ich bin echt hin und hergerissen.

Fazit

The Casting of Frank Stone ist am Ende ein leicht enttäuschender Ausflug in das Genre des psychologischen Dramas. Trotz des Potenzials gelingt es dem Spiel nicht, die Intensität oder den emotionalen Tiefgang früherer Supermassive-Titel zu erreichen. Das hatte ich aber bereits bei The Quarry schon gesagt. Unterhalten wurde ich ganz gut, aber immer wieder habe ich mich über Story- oder Design-Entscheidungen geärgert. Daher bin ich ehrlich: Für Fans von Supermassive Games könnte dieses Spiel eine Enttäuschung sein, insbesondere wenn man es mit den packenden Erlebnissen von Until Dawn vergleicht. Wer jedoch nach einem einfachen interaktiven Drama sucht, könnte hier dennoch einige unterhaltsame Stunden finden – vorausgesetzt, man erwartet keine tiefgreifende Erfahrung, sondern leichte Splatter-Kost.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC
Webseite: thecastingoffrankstone.com/de