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The Dark Pictures Anthology: Little Hope

Horror-Game mit Gänsehautmomenten

Hohe Horror-Unterhaltung: Hier wartet eine spannende Hexenjagd, die ruhig ein wenig mehr Biss vertragen könnte.

Wieder einmal zieht der Kurator (Pip Torrens) uns in seinen Bann. Wie bereits beim Vorgänger The Dark Pictures Anthology: Man of Medan, hält er für die Spielerinnen und Spieler eine unvollständige Geschichte bereit, die es mit eigenen Entscheidungen weiterzuschreiben gilt. Horrorfilm-Klischees und Gänsehautmomente gepaart mit Eigenverantwortung ergeben ein zufriedenstellendes Spielerlebnis der Horror-Klasse.

Ihr Kinderlein kommet

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der die traurigen Verhältnisse mehrerer Kinder in einer Pflegefamilie nachzeichnet. Vernachlässigte und ungeliebte Kinder: es kommt, wie es kommen muss – oder nicht? Desaster im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert?

Der eigentliche Plot handelt dann aber von den College-Studenten Andrew (Will Poulter), Angela (Ellen David), Taylor (Caitlyn Sponheimer), Daniel (Kyle Bailey) und ihrem Professor John (Alex Ivanovici) und beginnt mit deren Busunfall in der Nähe von Little Hope, einer verlassenen Kleinstadt in Neuengland.

Während zu Beginn Uneinigkeit unter den Charakteren darüber herrscht, ob in der Nähe des Busses auf Hilfe gewartet wird oder ein Abstecher in das nahegelegene Little Hope die Lage der Gruppe verbessert, finden sie schnell heraus, dass hier etwas nicht stimmt. Mysteriöse Parallelen zwischen Gegenwart und Vergangenheit treten zu Tage. Wird das Geheimnis um Little Hope gelüftet? Und wer hält lange genug durch, um es in Erfahrung zu bringen? Die Hexenjagd beginnt.

Tierisch wild

Wer den Vorgänger kennt, weiß was auf ihn zukommt: Jump-Scares hinter jeder Ecke oder besser gesagt, hinter jedem Baum, denn das Tierreich Nordamerikas könnte man als Nebenrolle im Cast aufführen. In der Third-Person-Perspektive übernimmt der Spieler die Kontrolle über alle fünf Charaktere. Während des gesamten Spiels muss der Spieler verschiedene Dialogoptionen wählen, die sowohl den Spielverlauf als auch die Beziehungen zwischen den Protagonisten beeinflussen können.

Immer wieder kommt es dabei zu Quick-Time Sequenzen, in denen bestimmte Tasten in kürzester Zeit gedrückt werden müssen. Die Folgen des Drückens einer falschen oder keiner Taste könnten schwerwiegend sein. Zum Glück kann das Spiel mehrfach gespielt werden, sodass die Möglichkeit besteht, fehlerhafte Entscheidungen zu revidieren. Hinzu kommt, dass es mehrere Enden und verschiedene Szenarien gibt, die jeweils auf den Entscheidungen der Spieler basieren. Je nachdem können alle Charaktere am Ende der Geschichte sterben - oder eben nicht.

Ohne Ruckeln durch die Story

Am größten technischen Manko des Vorgängers haben die Entwickler glücklicherweise gefeilt. Im Gegensatz zu Man of Medan, das immer wieder durch grafische Hänger die Gemüter der Spieler strapazierte, läuft Little Hope ruckelfrei.

Auch den Mehrspielermodus finden wir wieder als Menüoption. Während die „Movie Night“-Option die Weitergabe des Controllers an bis zu fünf Spieler vor Ort ermöglicht und so die Möglichkeit für eine heitere Nacht bietet, können online bis zu zwei Spieler die „Shared Story“ ebenfalls kooperativ meistern – vielleicht derzeit die Corona-tauglichere Variante.

Fazit

Alles in allem ist Little Hope ein kompaktes und rundes Horror-Game. Zwar stellen die Story und das Ambiente keinen Ausdruck großer innovativer Ideen dar, wer jedoch Fan von klassischem „Trash“-Horror und erschreckenden Jump-Scares ist, der kommt definitiv auf seine Kosten.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC

Website: https://www.thedarkpictures.com/little-hope