Unterhaltung Games

The Elder Scrolls V Anniversary Edition Switch 2

Auch im Alter noch eine Wucht.

The Elder Scrolls V in der Anniversary-Fassung auf Switch 2 zu testen, fühlt sich an wie ein Déjà-vu mit leichtem Reality-Check: Skyrim ist immer noch eines der besten Abenteuer seiner Art, die Switch-2-Version liefert erstmals das komplette Paket in hübscher und komfortabler – verschenkt aber zugleich spürbares Potenzial. Warum? Das verrate ich euch in den nächsten Zeilen. Macht euch bereit für einen „Blast from the Past!“.

Das volle Skyrim-Paket im Handheld

Die Anniversary Edition auf Switch 2 enthält den kompletten Umfang der bekannten Fassung: das Hauptspiel plus alle drei großen Erweiterungen Dawnguard, Dragonborn und Hearthfire. Ob man also Vampirfürst wird, ein Eigenheim baut oder in Solstheim Morrowind-Vibes tankt – alles ist drin. Dazu kommt der volle Creation-Club-Umfang mit hunderten Quests, Dungeons, Waffen, Rüstungen, Zaubern und Spielereien wie Überlebensmodus oder zusätzliche Begleiter.

Speziell für Nintendo-Fans sind auch wieder die Zelda-Boni an Bord: Master-Schwert, Hylia-Schild und Champion-Tunika können per amiibo oder Ingame-Fund ins Abenteuer integriert werden – spielerisch eher nette Extras als Gamechanger, aber atmosphärisch ein hübscher Crossover-Tupfer.

Wer Skyrim bisher nur in der Ur-Switch-Version kannte, bekommt damit ohne inhaltliche Abstriche das „komplette“ Tamriel-Paket in der Handheld-Variante – inklusive aller nachgereichten Creation-Club-Inhalte, die auf anderen Plattformen längst Standard sind.

Schöne neue Welt mit altem Limit

Die gute Nachricht zuerst: Optisch ist der Sprung von Switch zu Switch 2 deutlich sichtbar. Höhere Auflösung, mehr Details, bessere Textur- und Schattenqualität sowie zusätzliche volumetrische Effekte sorgen dafür, dass Himmelsrand gerade in Docked-Form wesentlich weniger matschig wirkt. DLSS-ähnliche Upscaling-Lösungen helfen, das Bild zu schärfen, ohne die Hardware zu überfordern.

Noch spürbarer sind die Ladezeiten: Wo die ursprüngliche Switch-Version teils über eine Minute brauchte, um Savegames zu laden, landet die Switch-2-Fassung in Benchmarks oft bei unter 20 Sekunden für größere Gebiete. Schnellreisen, Stadteinstiege und Dungeon-Wechsel fühlen sich dadurch wesentlich zeitgemäßer an. Dazu kommen Joy-Con-2-„Maus“-Steuerung und Bewegungs-Features, die Zielen mit Bogen oder Zaubern intuitiver machen, wenn man sie mag.

Etwas reaktionsschwach

Die Schattenseite ist allerdings deutlich: Bethesda bleibt bei 30 FPS, ohne Performance-Modus oder 40-FPS-Option auf der 120-Hz-Switch-2-Anzeige. Noch gravierender sind Berichte über Eingabeverzögerung – teils höher als bei der alten Switch-Fassung, selbst wenn diese im Rückwärtskompatibilitätsmodus auf Switch 2 läuft. Digital-Foundry-Messungen sprechen von „Kinect-niveauartigem Input-Lag“, der sich besonders beim Nahkampf und präzisem Bogenschießen negativ bemerkbar macht.

Das Resultat: Skyrim sieht besser aus und lädt schneller, fühlt sich aber nicht so reaktiv an, wie es die Hardware erlauben würde. Viele (inklusive mir) hoffen hier auf Patches.

Warum Skyrim immer noch trägt

Spielerisch hat sich natürlich nichts Wesentliches geändert – zum Glück. Skyrim bleibt die riesige, reaktive Sandbox, in der man Alchemie-Monk, Assassine, Magier, Zwei-Hand-Barbar oder alles gleichzeitig sein kann, während die Welt glaubhaft auf Entscheidungen reagiert.

Die große Stärke liegt weiterhin im Erkunden und Erleben: Quests, die unerwartet eskalieren, Drachenangriffe mitten in Friedstadt-Besuchen, Höhlen, die aus einem simplen „Mal reinschauen“ plötzlich 90-minütige Abenteuer machen.

Dickes Paket mit Altersspuren

Die Anniversary-Inhalte verstärken das noch: Neue Quest-Reihen wie „Saints & Seducers“, zusätzliche Artefakte, eigene Haustiere, Survival-Modus und dutzende Micro-Storys aus dem Creation Club verleihen Himmelsrand auch für Rückkehrende überraschend viele neue Ecken. Wer das alles noch nicht kennt, hat auf Switch 2 potenziell dreistellige Spielstunden vor sich, bevor sich echte Wiederholung einstellt.

Gleichzeitig zeigen die Jahre aber Spuren. Questdesign, KI-Verhalten und Animationen wirken im Vergleich zu aktuellen Open-World-RPGs altbacken, Bugs und schräge Physik-Gags gehören weiter zum Alltag, und manche Komfortstandards moderner Spiele (saubere Questmarker-Filter, Tagebücher, Inventarqualität) bleiben unerfüllt. Die Anniversary-Ausgabe wirft zwar jede Menge neuen Content hinein, überarbeitet aber weder Kernsysteme noch Story-Struktur.

Lohnt sich die Switch-2-Version?

Die Antwort hängt stark vom Ausgangspunkt ab. Wer Skyrim auf Switch nie besessen hat, bekommt mit der Anniversary-Edition auf Switch 2 objektiv das beste Gesamtpaket auf einer Nintendo-Plattform: maximalen Content, hübscheres Bild, deutlich bessere Ladezeiten und alle Spielereien von Zelda-Ausrüstung bis Bewegungssteuerung. In diesem Fall ist die Faszination, „die komplette Skyrim-Erfahrung“ unterwegs oder auf dem Sofa zu haben, immer noch schwer zu schlagen.

Wer bereits die alte Switch-Version besitzt, profitiert immerhin von einem kostenlosen Upgrade der Anniversary-Inhalte auf Switch 2, wenn die Lizenz vorhanden ist – Bethesda bewirbt die Switch-2-Fassung in diesem Szenario eher als Komfort-Boost denn als neues Produkt. Ob sich ein erneuter Kauf lohnt, hängt dann davon ab, wie empfindlich man auf 30 FPS und Input-Lag reagiert.

Fazit: Vollgepacktes Epos im zu engen technischen Korsett

The Elder Scrolls V: Skyrim – Anniversary Edition auf Switch 2 ist inhaltlich genau das, was man sich wünschen konnte: das vollständige, über Jahre aufgepumpte Himmelsrand mit allen DLCs, allen Creation-Club-Erweiterungen und Nintendo-Specials, technisch deutlich hübscher und spürbar komfortabler als auf der ersten Switch.

Gleichzeitig wirkt der Port wie eine verpasste Chance: 30 FPS ohne Performance-Option, spürbare Eingabeverzögerung und fehlende Feinabstimmung halten die Version davon ab, zur „definitiven Mobilfassung“ zu werden, die sie theoretisch sein könnte.

Wer Skyrim vor allem für seine Welt, Quests und Freiheit liebt und die technische Seite gelassen sieht, bekommt trotzdem einen mächtigen Fantasy-Brocken für unterwegs. Wer hingegen bei Steuerungsresponsivität und Bildrate anspruchsvoll ist, dürfte besser zu anderen Plattformen greifen – und sich fragen, warum ausgerechnet dieses Jubiläums-Relikt auf Nintendos neuer Hardware nicht ganz so legendär läuft, wie es sollte.

Erhältlich für: Switch 2 
Webseite: nintendo.com/de-de/Spiele/Nintendo-Switch-2-Spiele/The-Elder-Scrolls-V-Skyrim-Anniversary-Edition-2983914.html