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The Invincible

Ein futuristisches Abenteuer mit ordentlich Retro-Charme.

Die ersten Star-Wars-Filme, Doctor Who oder Krieg der Welten – diese Filme kommen mir in den Kopf, als ich die ersten Schritte in The Invincible wage. Das Werk von Starward Industries entführt euch in ein altmodisch wirkendes Adventure, das eine unglaublich dichte Atmosphäre bietet. Willkommen in der Welt von Stanislaw Lem.

Ein ganz Großer seiner Zeit

Wem der Name nichts sagt, der liest wohl wenig Science-Fiction-Romane. Lem war ein großartiger Autor zur Mitte des letzten Jahrhunderts. Der gebürtige Pole erschuf Welten, die ihrer Zeit teilweise weit voraus waren. The Invincible ist eines dieser Werke. Ehemalige Mitglieder von CD Project Red, verantwortlich für The Witcher und Cyberpunk, haben ein neues Studio gegründet und sich den Roman von Lem als Vorlage geschnappt. Eine spannende Idee.

Den Roman habe ich vor dem Spielen nie gelesen – was sich irgendwie als Glückssache herausstellte. Denn so konnte ich völlig unbedarft in das Abenteuer eintauchen und mich überraschen lassen. Und das geschah öfters, als ich dachte. Denn The Invincible erzählt eine dichte Geschichte, die im Kopf bleibt. Ohne zu viel vorwegzunehmen, versuche ich, euch leicht in die Story einzuführen.

Merkwürdige Amnesie

In der Haut von Yasna erwacht ihr auf einem fremden Planeten. Als Astrobiologin habt ihr die Aufgabe neue Welten zu erforschen. Doch diese Welt namens Regis III ist da etwas eigen. Zum einen habt ihr keine Ahnung, wie ihr hierhergekommen seid, zum anderen fehlt von dem restlichen Crew-Mitgliedern jede Spur. Sehr bald merkt ihr, dass auf diesem scheinbar leeren Planeten irgendetwas nicht stimmt. Mehr wird nicht verraten an dieser Stelle.

Es ist aber erstaunlich, wie tief und schnell man in die Geschichte eintauchen kann. Dabei erinnert das Erzähltempo stark an Titel wie Firewatch oder The Station. Ihr habt es also mit einem recht gemütlichen Fortschritt zu tun. Aber die rund acht oder neun Stunden sind so vollgepackt mit Charme und Atmosphäre, dass jeder Augenblick ein Genuss ist.

Starker Partner im Ohr

Damit ihr nicht völlig alleine durch die Gegend irrt, bekommt ihr bald Gesellschaft in Form von Astrogator Novik. Dieser latscht aber nicht persönlich neben euch, sondern hält per Funk mit euch Kontakt - auch hier stand Firewatch wohl mit seinem Gameplay Pate. Jedenfalls ist Novik heilfroh, dass es euch gut geht. Er ist leider aufgrund einer Verletzung an die Raumstation im Orbit gefesselt. Gemeinsam sollt ihr den Geheimnissen auf Regis III auf den Grund gehen.

Die Dialoge sind ein Highlight im Spielverlauf. Leider gibt es keine deutsche Synchro, dafür sind die englischen Stimmen hervorragend. Solltet ihr kein Englisch verstehen, gibt es noch deutsche Untertitel. Während der Gespräche dürft ihr immer wieder Entscheidungen über eure Antworten treffen. Diese beeinflussen das Verhältnis zwischen euch und Nikov. Aber auch außerhalb der Gespräche sollt ihr mach Gutdünken Entscheidungen fällen. Welche Auswirkungen diese haben, erfahrt ihr manchmal erst sehr viel später.

Wendungen nach eurem Geschmack

Abhängig von diesen Entscheidungen nimmt The Invincible verschiedene Enden an. Ein gewisser Wiederspielwert ist damit also gegeben. Welchen Weg ihr einschlagt, liegt damit vollkommen an eurem moralischen Gewand, das ihr für das Spiel überstreift. Ich habe es letztlich geschafft, dass ich auf fast alle meiner anfänglichen Fragen eine sehr zufriedenstellende Antwort bekommen habe. Das hat mich dann doch sehr überrascht. Außerdem zeigt es, wie clever The Invincible designt und geschrieben ist.

Fazit

Ihr steht auf storylastige Abenteuer? Ihr mögt Stanislaw Lem und seine Werke? Ihr wollte ein retro-futuristisches Adventure, das euch gemütlich in eine faszinierende Welt entführt? Wenn ihr eine dieser Fragen mit Ja beantwortet habt, solltet ihr euch unbedingt The Invincible anschauen. Als Erstlingswerk der Starward Industries ziehe ich meinen Hut vor der Leistung. Ich bin jetzt schon gespannt, was als nächstes folgt und hoffe sehr, dass The Invincible kein Glückstreffer war. Selbst das ist mir bei solch einer interessanten Geschichte aber im Grunde egal. Meine Empfehlung hat The Invincible allemal.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: 11bitstudios.com/games/the-invincible