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The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom

Ein frischer Wind in Hyrule.

Mit Echoes of Wisdom wagt Nintendo einen mutigen Schritt in der beliebten Zelda-Reihe. Zum ersten Mal in einem Haupttitel schlüpfen Spieler in die Rolle von Prinzessin Zelda selbst, während Link durch mysteriöse Umstände außer Gefecht gesetzt wurde. Diese Wendung ist nicht nur ein interessanter Perspektivwechsel, sondern auch der Auftakt zu einem faszinierenden Abenteuer, das klassische Zelda-Elemente mit innovativen Gameplay-Mechaniken verbindet. Klingt spannend? Ist es auch! Also kommt mit auf eine einzigartige Reise.

Held in Not

Die Handlung von Echoes of Wisdom beginnt mit einer düsteren Prämisse: Dunkle Risse erscheinen in ganz Hyrule und verwandeln Einwohner, einschließlich Link und Zeldas Vater, in Statuen innerhalb einer Dimension namens "Stillwelt". Das allein ist schon ziemlich blöd für die Bewohner:innen von Hyrule. Aber es kommt noch dicker.

Zelda wird fälschlicherweise beschuldigt, diese Risse verursacht zu haben, und findet sich zu Beginn des Spiels im Gefängnis wieder. Dort trifft sie auf Tri, ein ätherisches Wesen, das ihr magische Kräfte verleiht und sie auf ihrer Reise begleitet.

Die Geschichte selbst ist relativ geradlinig und greift auf bekannte Zelda-Motive zurück. Sie dient hauptsächlich als Rahmen für das Gameplay und die Erkundung der Welt. Fans der Reihe werden viele Anspielungen und Parallelen zu früheren Titeln entdecken, während Neueinsteiger problemlos in die Handlung eintauchen können.

Echo, Echo, echo, cho, o

Das Herzstück von Echoes of Wisdom ist das innovative "Echo"-System. Mit Hilfe des magischen Tri-Stabs kann Zelda Kopien von Objekten und Gegnern erschaffen, die sie in der Spielwelt antrifft. Diese "Echos" dienen als Hauptwerkzeug für Kampf, Rätsel und Fortbewegung. Ihr könnt euch sicher jetzt schon vorstellen, wie viel Raum dies für spannende Experimente lässt.

Im Kampf erschafft Zelda befreundete Monster-Echos, die an ihrer Stelle kämpfen. Dies führt zu einem taktischeren Ansatz als in früheren Zelda-Spielen, da Spieler die richtigen Echos für verschiedene Situationen auswählen müssen. Jedes Echo hat einen Kostenpunkt, und es gibt eine Obergrenze für die Anzahl aktiver Echos, was strategisches Denken erfordert. Über die Zeit erweitert ihr natürlich eure Punkte und Möglichkeiten.

Köpfchen statt Schwert

Für Rätsel und Fortbewegung können Spieler Objekt-Echos wie Tische, Betten oder Eisblöcke beschwören. Dies eröffnet kreative Lösungsmöglichkeiten für Hindernisse und verleiht dem Spiel eine gewisse Ähnlichkeit mit den Zonai-Geräten aus Tears of the Kingdom. Allerdings fehlt hier die komplexe Physik-Engine, was die Möglichkeiten etwas einschränkt.

Was bei den letzten Zelda-Spielen in einer offenen 3D-Welt ganz normal war, wurde hier auch auf die isometrische Perspektive übertragen: Ab sofort kann Zelda (und anfangs auch Link) hüpfen. Das mag sich jetzt nicht sonderlich spektakulär anhören, fühlt sich aber verdammt gut an und macht das Spiel für mich gleich noch ein Stück weit besser.

Manchmal dann doch mit Schwert

Eine interessante Ergänzung ist Zeldas Fähigkeit, vorübergehend die "Schwertkämpfer-Form" anzunehmen, in der sie Links Schwert und Bogen nutzen kann. Dies fügt dem Gameplay eine zusätzliche Ebene hinzu, fühlt sich aber manchmal etwas aufgesetzt an.

Zudem könnt ihr diese Form nicht ewig annehmen. Nach ein paar Sekunden verwandelt sich Zelda wieder zurück in ihre ursprüngliche Form. Um die Fähigkeit wieder aufzuladen, müsst ihr Sterne oder Punkte in der Zwischenwelt einsammeln. Also das funktioniert nicht automatisch, was den Einsatz der Fähigkeit wohl überlegt macht.

So niedlich!

Echoes of Wisdom präsentiert eine charmante, top-down Version von Hyrule, die an Spiele wie Link's Awakening erinnert. Die Welt ist in verschiedene thematische Gebiete unterteilt, jedes mit eigenen Herausforderungen und Geheimnissen. Es fühlt sich an als ob ihr auf ein Diorama blickt - herrlich.

Die Dungeons folgen dem klassischen Zelda-Muster mit mehreren Stockwerken, einem großen Schlüssel und thematischen Rätseln. Sie werden durch das Echo-System aufgewertet, das oft mehrere Lösungswege für ein Problem ermöglicht. Zusätzlich gibt es "Riss"-Sequenzen in der Stillwelt, die für abwechslungsreiche Plattforming-Herausforderungen sorgen. Denn hier seht ihr Zelda oft von der Seite, was sich wie ein 2D-Jump&Run anfühlt.

Ein Highlight sind die optionalen Speedrun-Levels, die Spieler herausfordern, Räume nur mit bestimmten Echos zu lösen. Diese zeigen das volle Potenzial des Echo-Systems und hätten gerne noch stärker in die Haupthandlung integriert werden können.

Das Beste, was möglich ist

Grafisch setzt Echoes of Wisdom auf einen detaillierten, charmanten Pixel-Art-Stil, der die Nostalgie älterer Zelda-Spiele einfängt, aber mit modernen Effekten und flüssiger Animation aufgewertet wurde. Die verschiedenen Regionen Hyrules sind liebevoll gestaltet und stecken voller Details.

Der Soundtrack ist gewohnt hochwertig und passt sich stimmungsvoll den verschiedenen Situationen an. Die Sprachausgabe beschränkt sich auf kurze Ausrufe und Geräusche, was dem Stil der Serie treu bleibt.

Technisch läuft das Spiel auf der Switch größtenteils flüssig, mit gelegentlichen Framerate-Einbrüchen in besonders hektischen Situationen. Die Ladezeiten sind erfreulich kurz, was den Spielfluss kaum unterbricht. Trotz ihres Alters zaubert die Switch noch sehr hübsche Szenen auf den Bildschirm. Erstaunlich!

Fazit

The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom ist ein mutiger und größtenteils gelungener Versuch, die Zelda-Formel neu zu interpretieren. Das Echo-System bietet frische Gameplay-Möglichkeiten und fördert kreatives Denken, auch wenn es nicht immer sein volles Potenzial ausschöpft. Die Rückkehr zu einem mehr strukturierten, dungeon-basierten Design dürfte besonders Fans klassischer Zelda-Spiele erfreuen.

Die größte Stärke des Spiels liegt in seiner Fähigkeit, Elemente aus der Vergangenheit und Gegenwart der Serie zu einem kohärenten Ganzen zu verschmelzen. Es fühlt sich gleichzeitig vertraut und neu an, was keine leichte Aufgabe ist. Kritikpunkte sind die etwas oberflächliche Hauptgeschichte und die Tatsache, dass das Echo-System gegen Ende des Spiels an Tiefe verliert, da Spieler oft bei bewährten Lösungen bleiben.

Auch die "Schwertkämpfer-Form" wirkt manchmal wie ein Zugeständnis an traditionelle Zelda-Mechaniken, anstatt vollständig in das neue Konzept integriert zu sein. Trotz dieser kleinen Schwächen ist Echoes of Wisdom ein würdiger Eintrag in die Zelda-Reihe. Es bietet etwa 20-25 Stunden fesselndes Gameplay für den Haupthandlungsstrang, mit zusätzlichen Stunden für Nebenquests und Sammelaufgaben. Für Zelda-Fans und Liebhaber kreativer Action-Adventures ist es definitiv einen Blick wert.

Erhältlich für: Nintendo Switch
Webseite: nintendo.com/de-de/Spiele/Nintendo-Switch-Spiele/The-Legend-of-Zelda-Echoes-of-Wisdom-2590490.html