Es war schon mutig, ging aber kräftig in die Hose: Bei „Fallout 76“ hat sich Entwickler Bethesda ordentlich verpokert. Eigentlich sollte der neueste Ableger der dystopischen Rollenspiel-Reihe eine neue Ära einläuten, hat aber viele Fans vergrault.
Doch keine Sorge: Nun gibt es mit „The Outer Worlds“ einen würdigen Genre-Vertreter, der mit Hit-Potenzial daherkommt. Doch eines vorweg: „The Outer Worlds“ ist keineswegs im „Fallout“-Universum angesiedelt oder inhaltlich daran irgendwie angelehnt – und doch ist die Ähnlichkeit kein Zufall, denn als Hauptverantwortliche zeigen sich Game Director Tim Cain und Leonard Boyarsky hinter dem neuen Sci-Fi-Rollenspiel.
Wer die beiden sind? Na, die Schöpfer des ursprünglichen „Fallout“ aus dem Jahre 1998. Und dazu hatten sie auch ihre Finger im Spiel, als „Fallout: New Vegas“ erschien, das für viele Fans als bester Ableger der „Fallout“-Reihe zählt. All dieses Wissen floss bei „The Outer Worlds“ mit ein. Daher verlässt sich Entwickler Obsidian Entertainment auf seine Stärken und zaubert einen schwarzhumorigen, actionhaltigen Unterhaltungstrip auf den Bildschirm.
Mit einem selbst definierbaren Helden, wenn man das so nennen mag, macht sich der Spieler auf einen interessanten Ausflug quer durchs All, um einen bösen Konzern zu stoppen. Der knallbunte Look erinnert dabei an die trashigen Sci-Fi-Streifen aus den 70er-Jahren – was perfekt zum Spielgeschehen passt.
Aussehen und Fähigkeiten darf jeder nach Wunsch individualisieren: Vom schleichenden Schurken über einen furchtlosen Revolverhelden bis hin zum nahkämpfenden Berserker darf sich ausgetobt werden – immer mit einem Hauch „Star-Wars“-Feeling beim Gunplay. Und wenn die Gefechte aus der Ego-Sicht mal zu hektisch werden, gibt es noch eine schicke Zeitlupenfunktion, die einen zurück in die alten „Fallout“-Spiele verschlägt – herrlich abgedreht.
Für jede Menge Unterhaltung sorgen zudem die unterschiedlichen Planeten, die man mit seinem Raumschiff besuchen darf. „The Outer Worlds“ ist jedoch kein Open-World-Spiel, sondern unterteilt in kleine offene Areale, die mit allerlei, teils sehr absurden Aliens gefüllt sind. Im späteren Verlauf trefft ihr auf Verbündete – insgesamt sechs Stück an der Zahl –, von denen ihr bis zu zwei mit auf eine Mission nehmen könnt.
Die Multiple-Choice-Dialoge, denen ihr währenddessen lauschen dürft, strotzen vor Humor und Anspielungen. Und für alle, die jetzt weiterdenken: Nein, ihr könnt die Begleiter nicht durch echte Freunde ersetzen – „The Outer Worlds“ ist ein waschechtes Singleplayer-Erlebnis.
Und ich finde: Das war eine verdammt gute Entscheidung! Hier wartet ein Spiel auf euch, das am Ende des Jahres sicherlich einen Platz unter den Top Ten 2019 haben wird. Danke an Obsidian für so einen Fan-Service.
GENRE Shooter, Action
FÜR Xbox One, PS4, PC, Switch
ENTWICKLER Obsidian Entertainment
PUBLISHER: Private Division
SPIELER: 1
ONLINE ja
USK ab 16 Jahren
theouterworlds.com