Unterhaltung Games

The Prince Of Landis

Ein kurzer Adventure-Alptraumtrip in die 80er-Jahre kann auch mal unterhaltsam sein.

Klassische Point&Click-Adventures waren in den 80er- und besonders 90er-Jahren absolut in Mode. Genau in diese Kerbe schlägt auch The Prince of Landis, ein Werk von Entwickler Lorestrome. Allerdings wird hier auf Point&Click verzichtet zugunsten von Run&Look. Schauen wir uns das mal genauer an.

Nostalgische Gefühle

Die Geschichte spielt in den 80er-Jahren in Oregon, im fiktiven Örtchen Landis. Dort lebt der kleine Evan – ein schmächtiges Kerlchen, der als Boxsack für seine Mitschüler dient. Sein Vater ist zudem ein Säufer, dem ebenfalls die Hand ausrutscht, wenn ihm was nicht gefällt. Kurz gesagt: Evan ist eine arme Socke. Doch sein Leben ändert sich eines Nachts: Denn hinter ihrem Haus stürzt ein Raumschiff samt unheimlichem Alien ab. Dieser befreundet sich mit Evan – das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Ich muss zugeben: Ich mag solche Geschichten aus der Vergangenheit. Rückblickend war damals alles viel einfacher als heute. The Prince of Landis versprüht von Anfang an einen gewissen Charme. Doch der erste Dämpfer folgt schon vor Spielbeginn, wenn ihr euch für die deutsche Sprache entscheidet. Anscheinend sind die Dialoge im Spiel durch einen automatischen Übersetzer gelaufen, ohne nochmals Korrektur gelesen worden zu sein. Statt „Charaktere“ steht hier „Zeichen“, „speichern“ ist zu „sparen“ mutiert und ein paar Sätze ergeben schon gar keinen Sinn mehr. Das ist wirklich schade. Daher spielt lieber auf Englisch, wenn ihr die Sprache beherrscht.

Kurz und spannend

Denn The Prince of Landis ist ein sehr sympathisches Adventure, das eigentlich eine Art Mischung aus Adventure und Visual Novel darstellt. Es wird viel geredet und gerätselt. Anfangs lauft ihr noch etwas orientierungslos durch das kleine winterliche Städtchen. Später dann müsst ihr Gegenstände kombinieren, um weiterzukommen. Ganz klassisch eben.

Grafisch könnte The Prince of Landis ebenfalls aus dieser guten alten Zeit der Adventures stammen. In nettem 16-Bit-Look läuft der kleine Evan durch die Gegend. Dabei darf er sich nicht pixelfrei bewegen, sondern läuft immer von einem unsichtbaren Viereck zum nächsten. Ihr lauf also nie diagonal, sondern immer nur hoch, runter, rechts und links. Zum Glück gibt es aber auch einen Sprint-Knopf, mit dem Evan wie ein Wiesel durch die Bildschirme flitzt.

Musikalisch macht The Prince of Landis einen schönen Gesamteindruck: Der zurückhaltende Soundtrack heizt die Atmosphäre an und bringt einen mysteriösen Zwischenton ins Geschehen.

Fazit

The Prince of Landis ist ein nettes Spielchen für Adventure-Fans, die auf eine nostalgische, aber dennoch spannende Story stehen. Auch wenn ihr nicht länger als zwei Stunden hier beschäftigt seid, lohnt sich diese Zeit durchaus. Lorestrome hat hier ein schönes, klassisches Retro-Adventure geschaffen, das lediglich an der Übersetzung scheitert. Genre-Liebhaber sollten aber einen Blick riskieren.

Erhältlich für: PC, PS, Xbox, Switch
Website: ratalaikagames.com/games.php?id=theprinceoflandis