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The Sojourn

Nur keinen Knoten bekommen: Dieses Spiel wird eure Gehirnwindungen herausfordern.

Ach, ich liebe meine Puzzle-Games: Bei „Portal“, „Turing Test“ oder „The Witness“ kann ich richtig schön entspannen und mich auf fordernde Rätsel konzentrieren. Nun kommt dieser Sammlung meiner Lieblings-Rätselspielchen ein weiterer Titel hinzu: „The Sojourn“ aus dem Entwickler-Hause Shifting Tides hat mich im Sturm erobert – das kleine Wortspiel musste jetzt sein.

Wie im Märchenland

Rein optisch macht „The Sojourn“ bereits einen fabelhaften Eindruck: Der bunte Comic-Stil mit seinen satten Farben lädt quasi ein, um in dieser Welt ein paar Stunden zu verbringen. Die Geschichte, die „The Sojourn“ erzählt, ist dabei etwas kryptisch geraten, erklärt sich aber ganz nett durch seine Art Zwischensequenzen.

Aber lasst mich das kurz erklären: Ihr spielt „The Sojourn“ aus der Ego-Perspektive, ohne dass ihr einen bestimmten Charakter verkörpert: Ihr seht weder eure Arme noch eure Beine noch sonst ein Köperteil von euch. Vielmehr seid ihr stiller Beobachter der Welt und agiert immer wieder mit ihr. Zunächst aber folgt ihr zwei Lichtern, die euch durch die Geschichte leiten.

Dabei kommt ihr immer wieder in Räume, die anhand von Steinstatuen eine Geschichte erzählen – ohne jedoch Worte zu verwenden. Das meinte ich mit „kryptisch“. Viele Aspekte der Story müsst ihr schon selbst deuten, was aber ganz gut gelingt. Im Grunde verfolgt ihr die Lebensgeschichte eines Jungen, der langsam erwachsen wird – mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Das Spiel selbst konzentriert sich auf knackige Rätsel: In eng abgesteckten Arealen löst ihr so manche Kopfnuss. Das fängt zunächst harmlos an und wird in späteren Abschnitten zu willkommenen Herausforderungen. Dabei hört sich die Spielmechanik komplizierter an als sie eigentlich ist. Im Grunde könnt ihr zu Beginn nicht sonderlich viel.

In der normalen Welt bewegt ihr euch durch die Gegend und das war es auch schon. Doch hin und wieder findet ihr ein leuchtendes Portal, mit dem ihr in eine Art Schattenwelt eintaucht. Dort habt ihr dann die Macht mit bestimmten Statuen eure Position zu tauschen.

Allerdings seid ihr nicht ewig in der Schattenwelt unterwegs: Sobald ihr euch vom Portal entfernt, habt ihr eine gewisse Schrittzahl, die ihr in der Schattenwelt nutzen könnt. Danach seid ihr wieder automatisch in der Lichtwelt – soviel zum Grundgerüst.

Futter fürs Hirn

Doch die Entwickler von „The Sojourn“ nehmen diese Prämisse lediglich als Ausgangspunkt, um euch ganz schön auf Trab zu halten. Zu den erwähnten Statuen, mit denen ihr die Position tauscht, gesellen sich verschlossene Tore, Stachelbarrieren, Duplikationsgeräte oder auch gigantische Harfen.

Jedes neue Element bringt neuen Schwung in die Rätsel und machen diese bereits ab der Hälfte des Spiels schon ganz schön komplex. Neben logischem Denken, wird auch euer Geschick auf eine harte Probe gestellt.

Als kleines Zusatz-Bonbon stoßt ihr in nach absolvierten Levels auf offene Areale, die ein paar Bonus-Level beinhalten. Aber Vorsicht: Diese sind vom Schwierigkeitsgrad her noch eine Spur strammer als die anderen Abschnitte und haben mich einiges an Hirnschmalz gekostet.

Neben dem guten Anspruch, punktet „The Sojourn“ auch mit einer wundervollen Soundkulisse und netten Effekten. Irgendwie liegt etwas Märchenhaftes über dem Spiel, das einen schnell verzaubern kann. Ich bin jedenfalls gerne immer wieder eingestiegen, bis ich nach rund zwölf Stunden das Ende gesehen habe. Wer allerdings alle Bonusabschnitte lösen möchte, legt noch ein paar Stunden drauf.

Fazit

Mit „The Sojourn“ hat Entwickler Shifting Tides ein forderndes und gleichzeitig bezauberndes Rätselspiel abgeliefert. Die knackigen Puzzles samt der stimmungsvollen Atmosphäre haben „The Sojourn“ zu meinen persönlichen Favoriten im Gerne gemacht. Wer Spaß an solchen Kopfnüssen hat, bei denen man ordentlich um die Ecke denken muss, der sollte hier definitiv zugreifen.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: thesojourngame.com