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The Spectrum Retreat

Mystery trifft auf Logik – glaub' aber nicht alles, was Du siehst.

Steht ihr auf Filme wie „The Sixth Sense“, „The Inside Job“ oder „Memento“? Alles Streifen, bei denen nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ungefähr genau diese Erfahrung werdet ihr bei „The Spectrum Retreat“ von Entwickler Dan Smith Studios und Publisher Ripstone Games machen – einfach fesselnd. Zu Beginn erwacht ihr in einem netten Hotelzimmer, ohne zu wissen, wo ihr seid, wer ihr seid oder was ihr dort macht.

Jedenfalls klopft es an der Tür. Nach dem Öffnen trefft ihr auf den ersten Dienstboten des im Art Deco gehaltenen Hotels – einen äußerst höflichen Roboter, der euch über das Frühstück informiert. Aus der Ego-Perspektive geht es dann nach unten in die Lobby, wo weitere Robo-Bedienstete auf euch warten und euch freundlich in Empfang nehmen.

Eigentlich alles ganz nett – doch irgendwas ist hier faul. Nicht nur, dass ihr anscheinend der einzige Gast seid, ihr dürft euch auch nur innerhalb des Hotels bewegen Was genau geht hier also vor? Das gilt es ab sofort herauszufinden in der packenden Mischung aus Mystery-Adventure und Puzzle-Game, die „The Spectrum Retreat“ bietet.

Lost Contact!

Während des Frühstücks wird es noch mysteriöser: Ihr findet eine Art rundes Handy, mit dessen Hilfe eine Dame Kontakt zu euch aufnimmt. Mit knappen Worten verspricht sie euch da rauszuholen. Für großartige Erklärungen bleibt keine Zeit, da man sie sonst ausfindig machen könnte.

Ab diesem Zeitpunkt wechselt das Spiel seine Gangart und damit auch die Atmosphäre: Was vorher noch anschaulich und bequem wirkte, bekommt urplötzlich dieses unangenehme Gefühl verliehen, dass hier eine Bedrohung in der Luft liegt. Stockwerk für Stockwerk sollt ihr euch nun nach oben arbeiten, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Interessanterweise entwickelt „The Spectrum Retreat“ gleich zu Beginn solch einen Sog, dass man anfangs gar nicht realisiert, dass es sich hier eigentlich um ein Puzzle-Game á la „Q.U.B.E.“ oder „Portal“ handelt. Denn in den Zwischenstockwerken müsst ihr immer wieder euren Verstand einsetzen, um Logik-Rätsel zu lösen. Es fängt dabei ganz harmlos mit ein paar simplen Farbcodes an und steigert später kontinuierlich den Schwierigkeitsgrad.

Und täglich grüßt … der Butler

Wo Licht ist, bleibt der Schatten natürlich nicht aus. Denn das Werk von Dan Smith hat auch mit einigen Schwächen zu kämpfen. So gestaltet es sich beispielsweise als etwas nervig, dass ihr nach jedem Zwischenstockwerk erneut in euer Zimmer müsst und eine Runde dort pennt – gefolgt vom morgendlichen Ritual des Aufweckens durch den Butler samt Gang zum Frühstück.

Es mag im Großen und Ganzen am Ende vielleicht einen Sinn ergeben – auch darüber lässt sich streiten – spielerisch strengt es aber an. Hinzu kommt, dass ihr nicht mal schnell durch die Gänge flitzt und die Alltagsroutine damit fix erledigt, weil ein Sprintknopf nicht vorhanden ist.

Aber das wäre noch eine Sache, die man nachpatchen könnte. Grafisch geht „The Spectrum Retreat“ völlig in Ordnung – kann sich bei genauerem Hinschauen aber nicht mit dem Standard messen, den euch das schicke Hotel suggeriert. Dennoch verströmen sowohl die Charaktere als auch die Umgebungen die angestrebte Atmosphäre fantastisch.

Fazit

Am Ende des Tages solltet ihr euch fragen, ob ihr euch gerne auf ein neues Puzzle-Spiel einlassen wollt. Beantwortet ihr diese Frage mit einem „Ja“, dann kann ich euch „The Spectrum Retreat“ von Dan Smith nur wärmstens empfehlen, da es sich eben nicht nur auf den Knobel-Aspekt versteift, sondern zusätzlich eine mysteriöse Story abliefert, über die ihr nach dem Erreichen der End-Credits noch eine Weile nachdenken könnt.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch (erscheint später in diesem Jahr)
Website: ripstone.com/game/the-spectrum-retreat