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The Stone of Madness

Ein düsteres Stealth-Abenteuer voller Wahnsinn.

Flucht aus der Hölle: The Stone of Madness, entwickelt von The Game Kitchen (den Machern von Blasphemous), entführt Spieler in ein spanisches Kloster des 18. Jahrhunderts, das als Irrenhaus und Gefängnis der Inquisition dient. Dieses taktische Echtzeit-Stealth-Spiel kombiniert Schleichmechaniken, Ressourcenmanagement und psychologische Elemente zu einem einzigartigen Erlebnis.

Ihr übernehmt die Kontrolle über fünf Gefangene, die mit ihren Ängsten und Traumata kämpfen, während sie versuchen, aus diesem gottverlassenen Ort zu entkommen. Doch kann das Spiel die Balance zwischen Strategie, Atmosphäre und Spielspaß halten? Wir haben uns in die düsteren Hallen des Klosters gewagt.

Wahnsinn und Geheimnisse

Die Geschichte von The Stone of Madness dreht sich um fünf Gefangene – Agnes, Leonora, Eduardo, Amelia und Alfredo –, die aus unterschiedlichen Gründen in das Kloster verschleppt wurden. Während Agnes als Hexe verurteilt wurde, ist Eduardo ein ehemaliger Soldat, der unter den Folgen seiner Einzelhaft leidet. Jeder Charakter hat seine eigene Hintergrundgeschichte und individuelle Schwächen, die sich auf das Gameplay auswirken.

Das Kloster selbst ist ein Ort voller Geheimnisse: Neben den brutalen Wachen und geisteskranken Insassen lauern übernatürliche Wesen wie Animas, die euch den Verstand rauben können. Die Handlung entfaltet sich durch Umgebungsdetails, Dialoge und Bücher, die ihr während eurer Flucht entdeckt. Die düstere Atmosphäre erinnert an Werke wie Der Name der Rose und zieht euch tief in die Welt des Spiels hinein. Mehr verrate ich euch an dieser Stelle natürlich nicht.

Taktik trifft auf psychologische Tiefe

Das Gameplay von The Stone of Madness kombiniert klassische Stealth-Mechaniken mit strategischen Entscheidungen und einem Tag-Nacht-Zyklus. Tagsüber erkundet ihr das Kloster, sammelt Ressourcen und löst Rätsel, während ihr den Sichtkegeln der Wachen ausweicht. Nachts könnt ihr eure Charaktere heilen, neue Gegenstände herstellen oder Fähigkeiten verbessern – allerdings sind Ressourcen begrenzt, was jede Entscheidung wichtig macht.

Jeder der fünf spielbaren Charaktere bringt einzigartige Fähigkeiten mit: Agnes kann Feuer entfachen oder löschen, Alfredo ist stark genug, um schwere Objekte zu bewegen, und Leonora kann Wachen bestechen oder Schlösser knacken. Doch diese Stärken werden durch ihre individuellen Schwächen ausgeglichen: Alfredo hat Angst vor lauten Geräuschen, während Amelia in der Nähe von Steinfiguren panisch wird. Diese Phobien beeinflussen nicht nur ihre Leistung im Spiel, sondern können sich verschlimmern, wenn ihr Geisteszustand sinkt.

Steter Wechsel mit Herausforderungen

Der Tag-Nacht-Zyklus spielt ebenfalls eine zentrale Rolle im Gameplay. Tagsüber sind die Wachen aktiver und patrouillieren durch das Kloster, während nachts paranormale Wesen auftauchen und eine zusätzliche Bedrohung darstellen. Ihr müsst eure Aktionen sorgfältig planen: Während es tagsüber einfacher ist, Ressourcen zu sammeln oder neue Bereiche zu erkunden, bietet die Nacht bessere Gelegenheiten für riskante Fluchtversuche.

Die Rätsel im Spiel sind abwechslungsreich gestaltet und erfordern oft die Kombination von Fähigkeiten mehrerer Charaktere. So könnt ihr beispielsweise mit Agnes eine Fackel entzünden, um Eduardo den Weg durch einen dunklen Raum zu ebnen. Gleichzeitig müsst ihr stets eure Ressourcen im Blick behalten: Verbandsmaterial zur Heilung oder Dietriche zum Öffnen von Türen sind begrenzt verfügbar.

Eine düstere Welt voller Details

Optisch beeindruckt The Stone of Madness mit seiner stimmungsvollen Darstellung des Klosters. Die handgezeichneten Umgebungen sind detailreich gestaltet und schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Von verfallenen Zellen bis hin zu dunklen Kapellen wirkt jede Ecke des Klosters lebendig – oder besser gesagt: unheimlich.

Auch der Soundtrack ist durch und durch gelungen: Melancholische Streicher und düstere Klanglandschaften begleiten euch auf Schritt und Tritt. Die Geräusche der Umgebung – etwa das Knarren von Türen oder das Flüstern der Animas – verstärken das Gefühl der Isolation.

Flüssiges Erlebnis mit kleinen Macken

Auf der Xbox läuft The Stone of Madness größtenteils flüssig bei stabilen Bildraten. Ladezeiten sind kurz gehalten, was den Spielfluss unterstützt. Allerdings gibt es gelegentlich kleinere Probleme mit der KI: Wachen reagieren manchmal unvorhersehbar oder bleiben an Objekten hängen. Diese Mängel trüben das Erlebnis jedoch nur minimal.

Die Steuerung ist präzise umgesetzt – sowohl mit dem Controller als auch via Maus und Tastatur (am PC). Besonders positiv fällt auf, dass das Spiel Cloud-Speicher unterstützt und somit nahtlos zwischen verschiedenen Plattformen gespielt werden kann.

Mit zwei Kampagnen bietet The Stone of Madness etwa 12–15 Stunden Spielzeit für einen Durchlauf. Der hohe Schwierigkeitsgrad sowie die Möglichkeit, verschiedene Lösungswege auszuprobieren oder alternative Fähigkeiten freizuschalten, sorgen für zusätzlichen Wiederspielwert. Komplettisten können zudem Weisheitspunkte sammeln oder alle Geheimnisse des Klosters aufdecken.

Fazit: Ein einzigartiges Stealth-Erlebnis

The Stone of Madness ist ein düsteres Stealth-Spiel mit taktischer Tiefe und einer fesselnden Atmosphäre. Die Kombination aus Schleichmechaniken, psychologischen Elementen und Ressourcenmanagement bietet ein Spielerlebnis, das sich von anderen Titeln abhebt. Zwar könnten kleinere technische Schwächen verbessert werden, doch insgesamt überzeugt das Spiel durch seine Kreativität und seinen hohen Anspruch. Für Fans von Spielen wie Commandos, Desperados III oder düsteren Abenteuern wie Blasphemous ist The Stone of Madness aus meiner Sicht ein Muss.

Erhältlich für: PC, PS, Xbox, Switch
Webseite: store.steampowered.com/app/1309710/The_Stone_of_Madness