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The Walking Dead: Destinies

Zum Davonlaufen? Bei diesem Spiel in vielen Punkten wahr.

Zunächst muss ich eine wichtige Weiche für die kommenden Zeilen stellen: Bei The Walking Dead war ich bisher immer Zaungast. Soll heißen: Ich habe hier und da mal eine Folge gesehen, weiß wer Rick Grimes ist, aber bin nie tief ins Geschehen eingetaucht. Bei Videospiel The Walking Dead: Destinies habe ich also keine Fanbrille auf und betrachte den Titel aus meinen nüchternen Gamer-Augen. So, auf geht's.

Zwischen Versprechen und Hoffnung

The Walking Dead: Destinies wirbt bereits im Titel großmundig damit, dass ihr hier die Entscheidungsträger seid. Angesiedelt in den ersten vier Staffeln der Serie, werdet ihr auf bekannte (oder unbekannte) Situationen treffen und dabei entscheiden, wie es weitergeht. Lasst ihr jemanden zurück? Helft ihr jemandem, der in der Serie eigentlich stirbt? Eure Entscheidung. Ihr müsst danach mit den Konsequenzen leben. An dieser Stelle klingt The Walking Dead: Destinies nach dem Traum für Fans. Und auch ich war neugierig darauf.

Kleiner Spoiler an dieser Stelle: The Walking Dead: Destinies hält tatsächlich sein Versprechen mit den Entscheidungen. Nur leider ist das auch schon alles. Denn an anderen Stellen scheitert das Spiel aus dem Hause Flux Game Studio gnadenlos. Womit wir beim Offensichtlichen wären, der Grafik.

Mein N64 wäre begeisert

Bereits im ersten Trailer kam mir etwas merkwürdig vor. Und als ich zum ersten Mal selbst spielen durfte, war es wie eine Zeitreise. The Walking Dead: Destinies ist optisch weit im letzten Jahrzehnt hängengeblieben. Das allein ist jedoch kein Grund für mich, ein Spiel schlecht zu finden. Kommt zur Grafik aber auch noch ein teilweise erheblicher technischer Ausfall, sieht die Sache anders aus.

Eigentlich geht ihr mit Rick in kleinen Missionen auf Beutejagd. Dabei habt ihr es natürlich immer wieder mit Beißern zu tun. Ob diese wirklich so dumm sind, kann ich nicht beurteilen. Doch teilweise habe ich mich gefragt, warum man sich überhaupt vor ihnen fürchtet. Die KI legt immer wieder Slapstick-Einlagen ein, die so sicherlich nicht gewollt sind. Anders ausgedrückt: Selten werden die Zombies zu einer echten Herausforderung.

Der wahre Horror

In den ersten Missionen macht es sogar noch Spaß, die Kerlchen lautlos umzubringen. Auch die Mini-Bosse und Bosse haben ihren Charme. Nur leider wird das durch das technische Grundgerüst stark eingetrübt. Ich rede hier nicht nur von der KI. Hinzu kommen unerklärliche Ruckler, Framerate-Einbrüche und jede Menge Glitches. Dabei sind es nicht die einzelnen Baustellen, sondern die Summe an Missgeschicke, die sich hier durchs Spiel ziehen.

Grundsätzlich gut gemeinte Mechaniken geraten bei The Walking Dead: Destinies ungewollt zur Nebensache. Beispielsweise die Fähigkeiten: Ihr steckt Punkte in unterschiedliche Skills, was eine schöne Progression verspricht. Sterbt ihr, könnt ihr die Punkte wieder in der Welt finden. Allerdings sind eure alten, bereits gelernten Fähigkeiten damit nicht weg. Dadurch habt ihr schnell alle Fähigkeiten freigeschaltet. Ihr werdet also belohnt, wenn ihr sterbt. Ich glaube nicht, dass das im Sinne des Erfinders war.

Fazit

Ich halte mich diesmal etwas kürzer. The Walking Dead: Destinies weist so viel Potenzial auf. Nur leider nutzt das Spiel nur wenig davon. Mein größtes Problem mit dem Spiel ist das katastrophale technische Grundgerüst. Mehr Entwicklungszeit hätte dem Spiel sicherlich gutgetan. Denn die grundsätzliche Idee mit der Entscheidungsfreiheit und der dadurch entstehenden Geschichte ist durchaus reizvoll. Nur macht es in dieser Form einfach keinen Spaß, wenn man es ernst angeht. Und das ist nicht nur schade für Zaungäste wie mich, sondern ganz besonders für Fans der Reihe, die was besseres verdient haben.

Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Website: twddestinies.com