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There's a Gun in the Office

Stress, Spannung und Flucht aus dem Alltag.

Mit einem Titel wie There’s a Gun in the Office ist die Aufmerksamkeit sofort geweckt – und tatsächlich liefert das neue Spiel von Take IT Studio! eine ungewöhnliche Mischung aus Escape-Room-Thriller, Stress-Simulator und minimalistischer Survival-Erfahrung. Doch kann das Spiel mehr als nur mit seinem Namen polarisieren? Ich habe mich in die klaustrophobische Welt begeben und berichte, warum dieses kleine Indie-Game für Nervenkitzel sorgt, aber auch seine Grenzen hat.

Fünf Tage, ein Ziel

Das Spiel wirft dich ohne große Erklärungen in eine beklemmende Situation: Du bist entführt worden und sitzt in einer Wohnung im Hochhaus fest. Dein Entführer verlässt jeden Tag für kurze Zeit das Apartment – das ist deine Chance, Stück für Stück einen Fluchtplan zu schmieden. Das Ziel: Die Pistole im Büro finden und entkommen.

Jeder Tag ist wie ein kleines Zeitfenster: Du suchst nach Schlüsseln, erkundest neue Räume und musst dabei penibel darauf achten, alle Spuren zu verwischen. Lässt du eine Tür offen oder einen Gegenstand am falschen Platz, merkt dein Entführer sofort, dass du unterwegs warst – und der Tag beginnt von vorn.

Die Mechanik erinnert an ein Memory-Spiel mit Zeitdruck, bei dem gutes Gedächtnis und sorgfältiges Vorgehen wichtiger sind als Action oder Rätselknobelei.

Minimalismus als Stilmittel

There’s a Gun in the Office setzt auf eine dichte, minimalistische Atmosphäre. Es gibt keine Monster, keine Schockeffekte, keine Gewalt – die Spannung entsteht allein durch die ständige Angst, erwischt zu werden.

Auch in Sachen Optik geht man hier kein Risiko ein. Visuell bleibt das Spiel nüchtern: Ein modernes Apartment, wenige Räume, sparsame Soundeffekte und ein zurückhaltender Soundtrack sorgen für einen realistischen, fast schon dokumentarischen Stil. Besonders gelungen: Die Gedanken des Protagonisten blitzen als Textfetzen auf und spiegeln die wachsende Nervosität wider.

Stress trifft auf Gedächtnisprobe

Das Gameplay lebt von der ständigen Wiederholung und dem Gefühl, unter Zeitdruck alles richtig machen zu müssen. Jeder Fortschritt – sei es ein neuer Schlüssel, ein geöffneter Raum oder ein gefundenes Hilfsmittel – bringt dich näher an die Flucht, aber auch in größere Gefahr.

Wer vergisst, einen Schrank zu schließen oder den Schlüssel zurückzulegen, muss den Tag neu starten. Mit jedem Tag werden die Aufgaben komplexer, die Zeit knapper und der Stress größer.

Die Spielzeit ist bewusst kurz gehalten: In etwa einer Stunde ist der erste Durchlauf geschafft, erfahrene Spieler sind noch schneller. Es gibt mehrere Enden, aber der Wiederspielwert bleibt überschaubar, da die Abläufe weitgehend gleich bleiben.

Fazit: Unkonventionell, aber nicht für jeden

There’s a Gun in the Office ist ein ungewöhnliches, sehr fokussiertes Spiel, das vor allem mit seiner Atmosphäre und der Idee punktet. Wer sich gern auf Stress-Simulationen und Escape-Room-Logik einlässt, bekommt hier ein spannendes, wenn auch kurzes Erlebnis – perfekt für einen Abend mit erhöhtem Puls. Wer aber komplexe Rätsel, eine tiefgründige Story oder viel Abwechslung sucht, wird enttäuscht sein. Die Handlung bleibt vage, die Mechanik wiederholt sich, und die Herausforderung richtet sich eher an Spieler, die sich gern unter Zeitdruck beweisen wollen. Für Fans von minimalistischen, psychologischen Thrillern ist das Spiel einen Blick wert – und der kleine Preis macht das Risiko überschaubar. Wer wissen will, wie es sich anfühlt, mit klopfendem Herzen auf jedes Detail zu achten, findet hier eine spannende kleine Flucht aus dem Alltag.

Erhältlich für: Xbox, Switch, PS, PC 
Webseite: takeitstudio.com/projects/theres-a-gun-in-the-office