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Throne and Liberty

Ist hier ein neuer Thron-Anwärter für beste MMORPG-Kost?

Nach einem kurzen Teaser auf der gamescom, durfte ich mich nun intensiv mit Throne and Liberty beschäftigen. Was ich in Amazons neustem MMORPG erlebt habe, will ich euch hier erzählen.

Was für ein Start

Throne and Liberty besticht auf den ersten Blick durch seine atemberaubende Grafik. Die Entwickler haben eine wunderschön gestaltete Fantasywelt erschaffen, die durch ihre Weitläufigkeit und Detailreichtum beeindruckt. Allein das Intro macht gleich richtig Lust auf mehr, wenn hier mächtige Monster und Zauberer bzw. Zauberinnen aufeinandertreffen.

Was euch landschaftlich erwartet: Von kargen Wüstenlandschaften über düstere Vampir-Krypten bis hin zu majestätischen Himmelspanoramen bietet das Spiel eine große Vielfalt an stimmungsvollen Umgebungen. Besonders hervorzuheben ist das innovative Fortbewegungssystem: Spieler können sich dank Druidenkräften in verschiedene Tierformen verwandeln, um sich am Boden, in der Luft oder im Wasser fortzubewegen. Dies macht die Erkundung der Spielwelt zu einem echten Vergnügen. Aber ich drifte zu sehr ab. Kommen wir doch mal zur Story.

Böse Mächte am Werk

Die Geschichte von Throne and Liberty folgt zwar bekannten Fantasy-Tropen, schafft es aber dennoch, den Spieler zu fesseln. Als einer der Auserwählten mit übernatürlichen Kräften muss man einen bösen König daran hindern, diese Mächte zu missbrauchen. Was auf den ersten Blick generisch klingen mag, entpuppt sich als durchaus fesselnde Erzählung.

Die Hauptquest führt den Spieler geschickt durch die Welt und ihre Systeme, während gut inszenierte Zwischensequenzen – ich liebe sie einfach! – und eine vollständige Sprachausgabe für Immersion sorgen.

Besonders positiv fallen die authentisch wirkenden Charaktere auf. Figuren wie der Widerstandsanführer Yann Junath oder die sympathische Mentorin Lottie verleihen der Welt Tiefe und Glaubwürdigkeit. Auch wenn die Handlung keine revolutionären Wendungen bereithält, schafft sie es, den Spieler neugierig zu machen und bei der Stange zu halten.

Deine Waffe. Dein Stil.

Das Herzstück von Throne and Liberty ist zweifellos sein innovatives und flexibles Klassensystem. Anstatt sich früh auf eine feste Rolle festzulegen, können Spieler jederzeit zwischen verschiedenen Waffen und Spielstilen wechseln. Dies eröffnet vielfältige taktische Möglichkeiten und sorgt für Abwechslung. Zur Auswahl stehen Schwert und Schild, Zweihänder, Langbogen, Armbrust, Zauberstab und weitere Kombinationen.

Das Kampfsystem selbst erweist sich als gelungene Mischung aus traditionellem Tab-Targeting und aktiveren Elementen. Spieler müssen Angriffe blocken oder ausweichen, was für Dynamik sorgt. Mit steigendem Level und mehr freigeschalteten Fähigkeiten entfaltet das System seinen vollen Reiz.

Kämpfen nach eigenem Gusto

Die Entwicklung eigener Skill-Rotationen und das Experimentieren mit Synergien zwischen den Fähigkeiten machen Spaß und vermitteln das Gefühl, dass die eigenen Entscheidungen einen echten Unterschied machen.

Allerdings kann die Vielzahl an Tastenbelegungen und Kombinationsmöglichkeiten gerade Neulinge zunächst überfordern. Mir erging es jedenfalls auch öfters so. Insbesondere wenn ihr als Konsolenspieler ein anderes User Interface gewöhnt seid, kann das anfangs zur Herausforderung werden. Mit etwas Übung lässt sich das System aber gut beherrschen.

Wer muss sich schon festlegen?!

Throne and Liberty bietet ein flexibles Fortschrittssystem, das zum Experimentieren einlädt. Spieler können ihre Attributspunkte und Fertigkeitenspezialisierungen jederzeit kostenlos zurücksetzen und neu verteilen. Ein ziemlich cooles Feature, das zum Experimentieren einlädt.

Dies ermöglicht es, verschiedene Builds auszuprobieren, ohne sich früh festlegen zu müssen. Das kam mir sehr oft zugute. Einzig die Waffenmeisterschaftspunkte sind nicht zurücksetzbar, hier ist also etwas Planung gefragt.

PvP und Endgame

Ein zentraler Aspekt von Throne and Liberty ist das allgegenwärtige PvP-System. Ab etwa Level 30 öffnen sich Gebiete mit offenem PvP, das je nach Weltzeit oder Wetter aktiviert wird. Dies sorgt für eine ständige Spannung und Wachsamkeit, kann aber auch frustrierend sein, wenn hochstufige Spieler Questgebiete belagern. Für Fans des "Wild West"-Feelings alter MMORPGs dürfte dies jedoch reizvoll sein.

Zum Endgame-Content lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch wenig sagen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Langzeitmotivation entwickeln wird. Bis dahin hatte ich jedenfalls meinen Spaß.

Technisch macht Throne and Liberty einen soliden Eindruck. Die Grafik ist beeindruckend, ohne übermäßig hardwarehungrig zu sein. Das Free-to-Play-Modell wirkt bisher fair und nicht aufdringlich. Allerdings muss sich noch zeigen, wie sich dies im Endgame entwickeln wird.

Fazit

Throne and Liberty ist zweifellos ein ambitioniertes MMORPG, das in vielen Bereichen überzeugen kann. Die wunderschöne Spielwelt, das flexible Klassensystem und das dynamische Kampfgeschehen sind die größten Stärken des Spiels. Auch die Story weiß trotz bekannter Elemente zu fesseln. Gleichzeitig gibt es einige Aspekte, die nicht jeden Spieler ansprechen werden. Das allgegenwärtige PvP und die Komplexität des Kampfsystems könnten manch einen abschrecken.

Zudem bleibt abzuwarten, wie sich das Endgame und die Langzeitmotivation entwickeln werden. Für MMORPG-Fans, die eine frische Interpretation bekannter Elemente suchen, ist Throne and Liberty auf jeden Fall einen Blick wert. Das Free-to-Play-Modell ermöglicht es zudem, das Spiel risikofrei auszuprobieren. Wer klassisches PvE oder ein einfacheres Kampfsystem bevorzugt, sollte jedoch vorsichtig sein. Insgesamt bietet Throne and Liberty ein solides Fundament mit viel Potenzial. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich das Spiel in den kommenden Monaten weiterentwickeln wird.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Webseite: playthroneandliberty.com/de-de