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Tiebreak

Ein neuer Stern am Tennis-Himmel oder ein Satz mit X?

Tiebreak, das offizielle Spiel der ATP und WTA, ist kürzlich erschienen und hat die Tennis-Simulationen um einen weiteren Titel bereichert. Entwickelt von Big Ant Studios, die bereits für ihre Sportspiele bekannt sind, tritt Tiebreak in große Fußstapfen und muss sich gegen etablierte Größen wie Top Spin 2K25 und Tennis World Tour behaupten. Doch kann es den hohen Erwartungen gerecht werden?

Der erste Eindruck zählt

Tiebreak bietet eine Vielzahl von Spielmodi, darunter Einzel- und Doppelmatches sowie einen umfangreichen Karrieremodus. Die Auswahl an lizenzierten Spielern ist beeindruckend: Über 100 Profis, darunter aktuelle Stars wie Djokovic, Gouff, Zverev, Alcaraz und Swiatek sowie Legenden wie Federer und Sharapova, stehen zur Verfügung.

Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Tennis-Simulationen, die oft mit Lizenzproblemen kämpfen. Damit gewinnt es – bei mir jedenfalls – schon mal ein paar Sympathie-Punkte.

Gedopt oder was?

Das Gameplay selbst ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Während die Steuerung grundsätzlich intuitiv ist – es braucht eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat –, gibt es erhebliche Probleme mit der KI. Die CPU-Gegner zeigen oft unvorhersehbares Verhalten, was zu frustrierenden Matches führen kann. Besonders im Einzelspielermodus fällt auf, dass die KI entweder zu einfach zu besiegen ist oder auf höheren Schwierigkeitsgraden unfaire Vorteile hat.

Im Vergleich zu Top Spin 2K25, das für seine realistische Ballphysik gelobt wird, hat Tiebreak noch eindeutig Nachholbedarf. Die Ballwechsel fühlen sich oft gleich an, unabhängig von der gespielten Oberfläche. Dies nimmt dem Spiel einen Teil der taktischen Tiefe, die andere Titel bieten.

Pinocchio, bist du es?

Auch wenn ich mich über das breite Spielerfeld freue, hinkt die grafische Präsentation anderen Titeln hinterher: Während Top Spin 2K25 mit lebensechten Animationen punktet, wirken die Bewegungen in Tiebreak manchmal hölzern. Außerdem hat noch keins der erwähnten Games annähernd so fotorealistische Charaktere wie man sie aus Spielen wie FIFA oder NBA kennt. Das hier sieht zu sehr nach Plastik aus. Und bei einigen Spielern und Spielerinnen musste ich sogar zweimal hinschauen, um sie zu erkennen.

Ein weiterer Vergleichspunkt ist der Online-Modus. Während AO International Tennis für seine stabilen Online-Matches bekannt ist, kämpft Tiebreak noch mit Verbindungsproblemen und Lags, die das Spielerlebnis trüben können. Jedenfalls war das zu Beginn meiner Tests so. Das könnte sich über die Zeit aber sicher schnell verbessern.

So viel Potenzial

Tiebreak glänzt jedoch in einigen Bereichen. Die Fülle an lizenzierten Spielern und Turnieren bietet eine Authentizität, die viele Fans schätzen werden. Zudem sind die Trainingslektionen im Tutorial gut umgesetzt und helfen neuen Spielern, sich schnell zurechtzufinden.

Die Präsentation abseits des Platzes ist ebenfalls gelungen. Der Karrieremodus bietet interessante Animationen und Sequenzen, die das Gefühl einer echten Tenniskarriere vermitteln. Hier hebt sich Tiebreak positiv von anderen Spielen ab, die oft nur auf Menüs setzen. Sehr stark!

Baustellen auf dem Platz

Die größte Schwäche von Tiebreak liegt meiner Meinung nach in seiner technischen Umsetzung. Die fehlende Differenzierung zwischen den verschiedenen Platzbelägen nimmt dem Spiel viel von seiner potenziellen Tiefe. Zudem sind die Gesichtsanimationen der Spieler veraltet und tragen nicht zur Immersion bei.

Ein weiteres Problem ist der Mangel an Innovationen im Gameplay. Während andere Spiele versuchen, neue Mechaniken einzuführen oder bestehende zu verbessern, bleibt Tiebreak oft bei bewährten Konzepten stehen – was nicht immer zum Vorteil des Spiels gereicht. Klar, was will man an Tennis groß verändern? Aber ein paar spaßige Modi oder zumindest ein paar kreative Ansätze würde ich mir nicht nur hier wünschen.

Fazit

Tiebreak ist ein ambitioniertes Tennis-Spiel mit viel Potenzial, das jedoch noch einige Baustellen hat. Die beeindruckende Auswahl an lizenzierten Spielern und Turnieren macht es zu einer interessanten Option für Fans des Sports. Doch um wirklich mit den besten Tennis-Simulationen mithalten zu können, bedarf es weiterer Verbesserungen in der KI und der grafischen Präsentation. Für eingefleischte Tennis-Fans könnte Tiebreak dennoch einen Blick wert sein – insbesondere wenn zukünftige Updates einige der aktuellen Schwächen beheben können. Bis dahin bleibt es ein Spiel mit Licht und Schatten in der Welt der Tennis-Simulationen.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC
Webseite: bigben-interactive.de/bigben-produkte/games/tiebreak-official-game-of-atp-and-wta-3