Tony Hawk steht seit jeher für pures Skateboard-Feeling: Über Jahrzehnte prägten die Teile 3 und 4 eine ganze Generation von Gamern. Mit dem Remaster „Tony Hawk’s Pro Skater 3+4“ erreicht das Kult-Revival einen neuen Höhepunkt – und wir klären, ob die Nostalgie-Flamme diesmal wirklich wieder entfacht wird. Wie schlägt sich das neue Doppelpack im Vergleich zu den PS2-Originalen? Und wie reiht es sich gegenüber dem gefeierten „Tony Hawk's Pro Skater 1+2 Remaster“ ein?
Next-Gen-Flair für Klassiker
Schon beim Start wird klar: Hier steckt Next-Gen-Power drin. Sämtliche Parks aus Teil 3 und 4 wurden in zeitgemäßer 4K-Auflösung komplett neu gebaut – mit feinsten Details, grandiosen Lichteffekten und butterweichen Animationen. Wer etwa durch die Foundry aus Teil 3 oder San Francisco aus Teil 4 brettert, bekommt bekannte Areale im nie dagewesenen Glanz geboten: Dampf, Spiegelungen, satte Farben und spürbar modernisierte Assets lassen die einstigen PS2-Arenen fast wie neue Schauplätze wirken. Die Steuerung bleibt knackig und reaktionsschnell, der Sprung von der alten Hardware ist auf allen Plattformen (PlayStation, Xbox, PC und Switch) deutlich zu erleben.
Erneut wartet ein massiver Soundtrack, wobei diesmal auffällt, dass längst nicht alle Klassiker der Originale übernommen wurden. Viele neue Tracks sorgen jedoch für frischen Wind, auch wenn so mancher Fan einzelne Hymnen der 2000er vermisst.
Treue zum Original – jedoch nicht ohne Kompromisse
Spielerisch setzt Tony Hawk’s Pro Skater 3+4 konsequent auf das bewährte Arcade-Rezept der Serie. Die präzise Steuerung, die Kombination aus Tricks, Grinds, Manuals und Reverts sowie das hohe Tempo sorgen sofort für dieses intensive Gefühl, das die Serie weltberühmt gemacht hat. Die immensen Kombomöglichkeiten, punktgenauen Landungen und das perfekte „Muscle Memory“ früherer Jahre sind erhalten geblieben. Die Lernkurve fühlt sich genauso steil und belohnend an wie damals.
Im Vergleich zu den Remastern von Teil 1+2 fällt auf: Das Grundgefühl bleibt identisch, Level-Design und Steuerung wurden nicht völlig überarbeitet, sondern in die moderne Engine transportiert. Die neuen Tricks, einige angepasste Moves und ein New Game+ Mode sorgen für kleine, aber feine Variationen im Ablauf.
Was hat sich wirklich verändert?
Vor allem beim vierten Teil gab’s im Remaster mutige Entscheidungen – mit Folgen. Das Original setzte erstmals auf weitläufige Levels mit frei verteilten NPC-Quests, Sanbox-Feeling und einen direkten Bruch mit dem traditionellen Zwei-Minuten-Zeitlimit. Genau dieses Karrieremodus-Feature ist im Remaster verschwunden: Stattdessen wurden alle Level sowohl aus Teil 3 als auch 4 in das klassische Zwei-Minuten-Format gepresst. Jede Map unterteilt sich jetzt wieder in kurze Runs samt Trick- und Highscore-Challenges – so wie man es aus den ersten drei Spielen kennt.
Für Fans des Open-World-Karrieremodus aus Teil 4 ist das ein deutlicher Bruch. Zwar profitieren die Level von mehr Übersichtlichkeit, aber jene Freiheit des Originals wird schmerzlich vermisst. Gerade im direkten Vergleich mit dem „Tony Hawk's Pro Skater 1+2 Remaster“, das die Essenz der Ur-Versionen beibehielt, wirkt diese Entscheidung kontrovers. Viele feiern die Wiederkehr alter Herausforderungen, andere vermissen das Experimentelle aus Teil 4. Natürlich könnten die Entwickler hier jederzeit nachliefern.
Neue Inhalte, Modernisierungen und Multiplayer
Neben der klassischen Auswahl erwarten euch neue Skater wie Rayssa Leal, Chloe Covell oder Jamie Foy – ein schöner Mix aus Originalcharakteren und aktuellen Skate-Stars. Die Levelauswahl ist riesig, inklusive frischer Parks wie dem neuen „Waterpark“, der sich nahtlos einfügt und den Spirit der alten Zeit einfängt.
Der Karrieremodus bleibt motivierend, das Tricksystem wurde dezent erweitert, und mit plattformübergreifendem Online-Multiplayer, verbesserten Creator-Modi und neuem New Game+ wird massig Wiederspielwert geboten.
Fazit: Spektakel mit Schatten
„Tony Hawk’s Pro Skater 3+4 Remaster“ ist eine optisch und spielerisch gelungene Rückkehr zu den Wurzeln – der Skate-Flow stimmt, die Parks sind ein Fest für Nostalgiker, und das Feeling ist nach wie vor einzigartig. Die Entscheidung, den Karrieremodus von Teil 4 massiv einzuschränken, sorgt jedoch für Kontroversen: Wer die kreative Freiheit des Originals liebte, wird enttäuscht sein. Wer sich hingegen auf klassische Runs und schnelle Kombos freut, bekommt eines der wohl besten Arcade-Erlebnisse 2025 geboten. Im direkten Vergleich zum „1+2 Remaster“ fehlt es Teil 3+4 ein wenig an Mut zur Perfektion und Liebe zum Detail bei individuellen Features – spielerisch bleiben aber beide Remasters absolut auf Augenhöhe. Für Serienveteranen ist der Wiederbesuch auf jeden Fall ein Pflichttermin.
Erhältlich für: Switch, Xbox, PS, PC
Webseite: tonyhawkthegame.com/de