13 Jahre! Ich konnte es selbst kaum glauben. Aber 13 Jahre ist es her, dass TopSpin 4 erschienen ist. Damals habe ich einige Tennis-Legenden stundenlang über Sand, Rasen und Hartplätze gejagt – und wurde selbst zu einer Legende. Seitdem wurde es still um die Franchise. Andere Tennisspiele erhoben sich: AO Tennis, Matchpoint oder Tennis World Tour zeigten, dass es nicht leicht war, die entstandene Lücke gebührend zu füllen. Und urplötzlich meldet sich Hangar 13 mit Publisher 2k und lässt den alten Genre-König auferstehen. Ob sich das Revival lohnt oder doch lieber unter dem Rasen begraben bleibt, erzähle ich euch im Test.
Im Herzen der Tenniswelt
Was für ein Einstieg: TopSpin 2k25 verzichtet auf eine einfache 5 im Titel und setzt dafür die Jahreszahl ein. Entsteht hier eine neue Reihe wie NBA und Co? Schlecht fände ich es jedenfalls nicht. Doch bevor ich mir diese Frage stelle, erlebe ich das Wimbledon-Finale zwischen Roger Federer und Andrew Murray aus Sicht des Schweizers. Als eine Art Quick-Tutorial übernehme ich immer mal wieder kurz die Steuerung von Federer und führe ihn zum Titelgewinn. Atmosphärisch hat mich TopSpin da schon gepackt.
Kaum ist dieser Einstieg vorüber, begrüßt mich John McEnroe als persönlicher Coach für meine ersten Schritte im Profi-Tennis. Ziemlich cool. In vielen kleinen Trainingsmissionen lerne ich die Grundtechniken des Spiels. Wer schon mal ein Tennisspiel auf der Konsole gezockt hat, sollte schnell drin sein. Hier wird bereits klar: TopSpin 2k25 eignet sich sowohl für Einsteiger als auch Profis ideal. Hut ab.
Magere Auswahl
Ich beginne mein erstes Match nicht in der Karriere, sondern als schnelles Spiel. Als Roger Federer will ich erneut gegen einen anderen Profi antreten. Bei der Auswahl des aktuellen Kaders sind allerdings ein paar Lücken festzustellen. Lediglich 25 Profi-Spieler:innen sind mit an Bord. Der Djoker und andere gute Spieler fehlen (noch). Vielleicht ändert sich das ja bald, aber aktuell gibt es hier noch Luft nach oben.
Dennoch macht das Spielen selbst viel Laune. Die Ballwechsel sind abwechslungsreich, nur die Gegner manchmal etwas harmlos - zumindest auf der normalen Schwierigkeitsstufe. Wechselt ihr zu schwer oder sehr schwer, habt ihr definitiv ein fordernderes Erlebnis. In der Karriere könnt ihr aber anfangs getrost auf dem normalen Schwierigkeitsgrad bleiben, bis ihr euch daran gewöhnt habt.
Bereit für die Nummer 1?
Aus zahlreichen Optionen erstellt ihr euch einen weiblichen oder männlichen Champion nach Wunsch. Mit noch sehr überschaubaren Fähigkeiten kämpft ihr euch damit Stück für Stück die Weltrangliste nach oben. Dabei teilt TopSpin 2k25 jeden Schritt in Monate ein. Pro Monat entscheidet ihr, was ihr machen wollt. Dabei stehen euch Trainingseinheiten, Show-Kämpfe oder Turniere zur Wahl. Ab und an solltet ihr aber auch eine Pause einlegen, um Verletzungen zu vermeiden.
Jede Option spendiert euch meist Erfahrungspunkte, mit denen ihr euren Charakter auflevelt. So werdet ihr kontinuierlich besser. Später könnt ihr dann auch an den großen Turnieren teilnehmen, wenn ihr in der Rangliste genügend aufgestiegen seid. So haben sich zwar schon etliche andere Tennissimulationen zuvor gespielt, aber mir persönlich reicht das aus. Fürs Erste zumindest. Wenn das hier eine Franchise werden sollte, die jährlich erscheint, dann wünsche ich mir unbedingt einen Story- oder Fun-Modus, der mehr Abwechslung bringt. Aber vorerst reicht das aus.
Herrliches Ballgefühl
Besonders gut ist TopSpin 2k25 die Umsetzung der verschiedenen Beläge gelungen: jeder Untergrund fühlt sich angenehm individuell an und verlangt damit nach einer anderen Spielweise. So kommt ebenfalls Abwechslung ins Geschehen.
Grafisch spielt TopSpin 2k25 ebenfalls oben mit, wobei einige Modelle merkwürdig aussehen. Steffi Graf hätte ich kaum erkannt und auch bei Andy Murray musste ich zweimal hinschauen. Dennoch hat Hangar 13 hier gute Arbeit geleistet. Die Animationen dürften hier und da noch etwas geschmeidiger sein. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Zusatzkäufe gefällig?
Blicken wir zum Abschluss auf einen Bereich, den man bei 2k-Spielen immer im Auge haben sollte: Mikrotransaktionen. Es gibt zwar hier und da die Möglichkeit, dass ihr Geld investiert, um euch virtuelle Ausrüstung zu kaufen, aber wirklich nötig ist das nicht. Ihr könnt euch genausogut Ingame-Währung erspielen und bestimmte kosmetische Gegenstände damit ergattern. Passt auch. Wenn es so bleibt, ist das für mich in Ordnung.
Fazit
Ist TopSpin 2k25 die erhoffte Erlösung aus der Tennis-Dürre: ja, mit Einschränkungen. Spielerisch lässt der Genre-Primus die Muskeln spielen. Das Geschehen auf dem Platz ist fantastisch umgesetzt mit etwas Luft nach oben. Neben dem Platz geht es daher etwas steriler zur Sache, wobei John McEnroe doch einiges an Atmosphäre hinzufügt. Auch am Angebot anbelangten Spieler:innen darf TopSpin in den kommenden Jahren zulegen. Doch davon ab hat Tennis auf der Konsole schon lange nicht mehr so viel Spaß abgemacht. Vielen Dank für dieses Erlebnis, Hangar 13 und 2k.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: topspin.2k.com/2k25