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Tormented Souls 2

Survival-Horror zum Fürchten und Staunen.

Als Fan des ersten Teils bin ich voller Erwartungen ins Spiel gestartet. Nämlich Teil eins war eine grandiose Zeitreise für Fans klassischer Survival-Horror-Games. Meine Highlights: mit kniffligen Rätseln, düsterer Story und herrlichem Retro-Flair standen sie ganz im Geiste von Resident Evil oder Silent Hill.

Die Fortsetzung, Tormented Souls 2, war damit für mich Pflichtprogramm: Endlich mehr dunkle Flure, mehr bizarre Kreaturen und Rätsel, mehr von der mysteriösen Story rund um Caroline und Anna Walker. Die Frage war: Wird Teil zwei meinem eigenen Kult gerecht und geht er vielleicht sogar darüber hinaus?

Atmosphäre: Intensiver denn je

Schon nach wenigen Minuten merkt man, dass das neue Entwicklerbudget und frisches Know-how Dual Effect richtig genutzt haben: Die finsteren Gänge des Klosters Villa Hess, geheimnisvolle Labore und blutige Operationssäle bieten dichte Atmosphäre, packende Licht-/Schattenspiele und ikonische Panoramen.

Die klassischen festen Kameraperspektiven sind nicht nur stilvolle Retro-Hommage, sondern werden hier als Horror-Element inszeniert. Ganz wie früher: man weiß nie, was im Schatten lauert oder sich jenseits des Bildschirms verbirgt.

Die akustische Untermalung ist ein Gruselfest aus knarrenden Türen, klopfenden Rohren und nervenzerrenden Musikfetzen. Das Spiel steigert die Spannung bis ins Unerträgliche, ohne je ins Alberne abzugleiten – zumindest fast immer.

Noch klassischer – und trotzdem besser als Teil 1

Teil zwei bleibt dem Survival-Horror treu: Mit begrenzten Ressourcen und festen Speicherpunkten wird jede Tür ein kleiner Nerventest; die klassische Panzersteuerung bleibt optional, fühlt sich aber in den engen Gängen herrlich oldschool an. Irgendwie ist es Fluch und Segen gleichermaßen. Ich mag es jedenfalls.

Diesmal ist das Bewegungsmodell aber deutlich geschmeidiger – ihr könnt beim Laufen schneller Items austauschen, was echt hilft, und sogar beim Gehen nachladen – ebenfalls ein kleiner Game Changer. Die Gegner sind aber auch mutiger, der Schwierigkeitsgrad knackiger und die Flucht im Dunkeln bleibt brandgefährlich: Ohne Licht ist man nach wie vor erledigt, was den Einsatz des Feuerzeugs und Kerzen taktisch macht.

Knobeleinlagen wie früher

Die Rätsel sind weiterhin anspruchsvoll und teils absurd: Kombiniert Items, folgt rätselhaften Zeichnungen und knackt Codes, die mit ihrer Logik an alte Resident Evil-Schlösser erinnern. Besonders das „Other Side“-System begeistert: Durch parallele Dimensionen beeinflussen Aktionen im Schatten die reale Welt und umgekehrt, was Rätsel und Story eng verknüpft und das Erkunden spannend und mehrschichtig macht.

Auch das Zeitreisen kehrt zurück: Um die Vergangenheit zu beeinflussen und neue Wege freizuschalten, muss man mehrfach Zeitebenen wechseln, was für stete Überraschungen sorgt und die Story tiefer macht. Die Karte wurde optimiert: Sie trackt nun gelöste und offene Rätsel und hilft bei der Orientierung, ohne zu viel zu verraten. Besonders meinem Kumpel Daniel kam dies sehr entgegen.

Komplexer, dramatischer, aber auch zugänglicher

Die Story setzt direkt nach Teil eins an – wieder dreht sich alles um Caroline, ihre Schwester Anna und den finsteren Kult, der die Handlung vorantreibt. Nach einer kleinen Einführung seid ihr auf dem Laufenden. Mein Tipp: spielt unbedingt Teil eins, falls ihr das noch nicht gemacht habt.

Die Charaktere sind diesmal emotionaler und besser synchronisiert, besonders die Hauptfiguren sind jetzt viel lebendiger und überzeugen mit ihrer Darstellung. Dialoge und Cutscenes greifen mehr ineinander, Nebencharaktere sind zahlreicher und werden besser integriert als im Vorgänger.

Kurz gesagt: Teil zwei hebt die Messlatte deutlich an. Die Präsentation ist hochwertiger – von überzeugenden Licht-/Schattenspielen bis zu detaillierten Umgebungen und wundervollen Schockmomenten. Die Unterschiede zum Vorgänger sind deutlich spürbar: Größere Schauplätze, mehr Interaktion und ein größerer Cast sorgen für mehr Tiefe und Abwechslung.

Unterschiede zu Teil 1 und besondere Features

Wer einen Blick mit der Lupe auf die Unterschiede werfen will, bekommt hier ein paar der wichtigsten Punkte in kleinen Häppchen präsentiert:

- Mehr spielmechanische Freiheit: Quick-slots, geschmeidigeres Movement und optimierte Menüs lassen Teil zwei moderner und angenehmer wirken. 
- Bessere Rätsel und Paralleldimensionen: Das Wechseln zwischen Dämonenwelt und Realität ist jetzt zentraler, sodass Logik und Exploration auf neue Weise miteinander verknüpft werden. 
- Komplexere Story und Figuren: Neben mehr Interaktion mit NPCs sind Dialoge und Synchronisation stark verbessert, wodurch die Story mehr Drive bekommt. 
- Atmosphäre als Markenzeichen: Selten war Survival-Horror so dicht, so spannend, so gekonnt inszeniert.

Kritik und kleine Makel

Tormented Souls 2 ist an manchen Stellen frustrierend schwer und technisch teils noch wacklig (Stichwort: Bugs und Save-Glitches). Manche Rätsel geraten etwas zu kryptisch, das Tempo kann durch Backtracking leiden. Trotzdem bleibt der Horror zeitgemäß und herausfordernd – ein „Zurück“ zur Atmosphäre und Mechanik der Klassiker, ohne in Nostalgie zu erstarren.

Fazit: Horror, wie er sein muss – ein modernes Resident Evil im Retro-Outfit

Tormented Souls 2 ist die perfekte Fortsetzung für Fans des ersten Teils und Liebhaber echter Survival-Horror-Erfahrungen. Die dichte Atmosphäre, bessere Rätsel und grandios inszenierte Panikmomente machen das Abenteuer zur Genre-Perle, inkl. zahlreicher Modernisierungen, ohne den Retro-Charme zu verlieren. Wer Resident Evil und Silent Hill mag, bekommt hier ein Spiel, das diese Klassiker ehrt und doch mit eigenen Innovationen glänzt. Ein Muss für Gruselfans, die sich gern im Schatten verlieren – und Lust auf echten Nervenkitzel abseits von Trends haben! Ein würdiger Nachfolger zu einem klasse Überraschungshit.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC 
Webseite: store.steampowered.com/app/2464280/Tormented_Souls_2