Das weckt Kindheitserinnerungen: Es wuselt, sieht knuffig aus und fordert den Spieler doch relativ heftig in manchen Situationen. Nein, die Rede ist nicht von „Die Siedler“, sondern von HandyGames Simulation „Townsmen: A Kingdom Rebuilt“. Aber die Townsmen treten hier eindeutig in die Fußspuren der großen Siedler, keine Frage. Wie gut sie ihren Job machen, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.
Sanfte Einführung ins Metier
Zunächst einmal empfehle ich jedem Neuling, dass er sich die Kampagne anschaut. Diese gilt quasi als Vorbereitung für die Herausforderungen, die euch „Townsmen: A Kingdom Rebuilt“ später entgegenwirft. In kleinen Szenarien sollt ihr Probleme für die Bürger lösen, was einem sehr ausführlichen und auch wirklich gut gemachten Tutorial gleichkommt.
Geht es anfangs nur darum, dass ihr eine Fischerhütte an die richtige Stelle setzen müsst, so kommen später Aufgaben auf euch zu, die strategisches und wirtschaftliches Geschick voraussetzen. Aber keine Sorge: Es wird zwar komplex, aber nie kompliziert – Dank des bereits genannten Tutorials.
Fangen wir mal mit der grafischen Präsentation an: Bei „Townsmen: A Kingdom Rebuilt“ landet ihr im Mittelalter und habt als neuer Stadt- bzw. Dorf-Herr einiges zu tun. Dabei steht der Comic-Look dem Spiel sehr gut zu Gesicht. Allerdings solltet ihr das Szenario sowie den Grafikstil auch mögen, damit ihr hier Gefallen findet. Denn sonst könnte es schwierig für euch werden.
Und noch eine Sache: Lasst euch von der Knuddel-Optik nicht täuschen! Hinter der Fassade verbirgt sich ein launiger Städteaufbau mit einigen Herausforderungen. Los geht’s!
Immer auf dem Laufenden
In kleinen Dialogfenstern unterhaltet ihr euch mit den Bewohnern, damit ihr wisst, was diese überhaupt wollen. Der nötige Witz darf da nicht fehlen. Schnell habt ihr die Grundlagen heraus und feiert erste Erfolge. Die Kampagne dient dabei, wie bereits erwähnt, als eine Art sehr umfassendes Tutorial.
Denn anschließend könnt ihr euch an die Szenarien heranwagen, die euch teilweise ordentlich ins Schwitzen bringen werden. Aber ich persönlich hatte nie das Gefühl von einer Überforderung, da euch „Townsmen: A Kingdom Rebuilt“ wirklich sachte an die Materie heranführt – Daumen hoch dafür! Habt ihr die Szenarien erledigt, könnt ihr euch an das echte Herzstück des Spiels heranwagen – der Endlos-Modus.
Hier dürft ihr eure Siedlung nach Herzenslust erweitern und einzigartige Städte erschaffen. Klingt nach einer gemütlichen Sache, aber lasst euch nicht täuschen. Denn sowohl Banditen oder Umwelteinflüsse machen euch zu schaffen – wenn ihr es denn wollt. Beispielsweise brach bei mir der Winter ein und ich musste nach Essensvorräten schauen.
Als wäre das nicht schon genug, krachte eine Lawine über mein Dort und begrub wichtige Produktionsstätten. Zu heißes Wetter kann eure Hütten in Brand setzen, weshalb ein Löschturm in der Nähe nie eine schlechte Idee ist. Und natürlich dürfen auch Räuberbanden nicht fehlen, die es abzuwehren gilt. Wie gesagt: Es gibt einiges zu tun.
Etwas Schatten im Licht
Was mir ein wenig gefehlt hat, war ein Multiplayer-Modus, bei dem ich mich mit Freunden zusammen siedeln konnte. Aber ganz so wild ist dieses fehlende Feature nicht – macht auch so Laune. Übrigens hat HandyGames die Steuerung mit dem Controller sauber importiert, so dass ich nie Probleme mit der Navigation hatte. Auch in Sachen Übersicht macht „Townsmen: A Kingdom Rebuilt“ seine Hausaufagben: Auf der linken Bildschirmseite sehe ich stets, wo es hakt oder was zu tun ist. Prima Sache.
Fazit
„Townsmen: A Kingdom Rebuilt“ ist im Gesamtbild eine runde Sache – wenn es auch mal hier und da etwas Verbesserungspotenzial gäbe. Doch zu dem schlanken Preis und dem stattlichen Umfang, sollte jeder glücklich werden, der auch nur einen Hauch Interesse an Aufbau-Simulationen zeigt. Mir jedenfalls sind diese kleinen Mittelalter-Siedler sehr ans Herz gewachsen und laden immer wieder zu einer Runde ein.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: handy-games.com/en/games/townsmen