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Train Life: A Railway Simulator

Tuff, tuff, tuff, die Eisenbahn: Hier kann sich jeder Schienen-Enthusiast richtig austoben – und das gleich doppelt.

Ganz ehrlich: Mein Verhältnis zu Zügen ist ein gespaltenes. Wie oft hatte der Zug zur Arbeit schon Verspätung oder ist erst gar nicht gefahren wegen eines Oberleitungsschaden?! Dennoch mag ich das Fortbewegungsmittel, weil es schon bequem sein kann – insbesondere bei längeren Strecken. Daher war ich auch etwas neugierig als das Entwicklungsteam von Simteract und Publisher Nacon das Spiel Train Life: A Railway Simulator ankündigten.

Selbst ist der/die Schaffner*in

Mein erster Gedanke war, dass es sich hierbei um eine Wirtschaftssimulation handelt, bei der ich meine eigene Bahn-Gesellschaft auf die Beine stellen darf. Damit lag ich nicht ganz richtig – jedenfalls nur zur Hälfte. Denn bevor ich hier groß was planen darf, muss ich mich hinters Steuer einer echten Eisenbahn klemmen. Doch zuvor gebe ich meinem Unternehmen noch einen passenden Namen und ein schickes Logo, das bald die ganze Welt oder zumindest Teile von Deutschland kennen wird.

Die ersten Tutorial-Missionen drehen sich tatsächlich nur um das Steuern einer Eisenbahn. Eine freundliche Stimme erklärt mir auf Englisch mit deutschen Untertiteln, was ich zu tun habe. So lerne ich zunächst, wie ich Schub nach vorne und nach hinten gebe, wie ich die Geschwindigkeit verringere und komplett abbremse. Später kommen dann noch Gleiswechsel hinzu und ich lerne, was die Lichter und Schilder neben den Schienen zu bedeuten haben. Dabei ist es mir überlas-sen, ob ich die Steuerung aus der Third-Person-Perspektive übernehmen will oder direkt aus dem Cockpit des Zuges.

Ein schickes Detail: Im Cockpit darf ich fast alle Knöpfe drücken und bekomme ein Gefühl dafür, wie sich im echten Leben ein solcher Zug steuert. In der Außenansicht regle ich alles bequem über meinen Controller. Habe ich die Grundlagen erlernt, kommen weitere Basics hinzu: So erledige ich meine ersten Aufträge und bringe Holz von einem Standort zum nächsten. Dabei muss ich immer auf Höchstgeschwindigkeiten achten, Lichter richtig deuten und den Tank im Auge behal-ten. In diesem Punkt ist Train Life: A Railway Simulator ein waschechter Simulator. Aber es gibt noch mehr zu entdecken.

Spannender Ansatz

Train Life: A Railway Simulator mischt also Simulation mit einem Wirtschaftssystem. In der Kampagne kann ich mein Planungsgeschick unter Beweis stellen. Ich lege meinen Standort fest und gleichzeitig auch die ersten Routen. Durch kleine Aufträge wächst mein Budget und damit auch die Möglichkeiten. Ihr könnt im weiteren Verlauf beweisen, dass ihr mit weniger Verspätung als die Deutsche Bahn unterwegs seid – oder verstehen, mit welchen Herausforderungen Bahnge-sellschaften zu kämpfen haben.

Jedenfalls wächst euer Imperium Stück für Stück und damit auch die Strecken, die ihr bedienen könnt. Insgesamt greifen die Zahnräder von Simulation und Wirtschaftssimulation ziemlich gut ineinander. Denn wenn ihr mögt, dürft ihr euch immer wieder selbst in die Fahrerkabine begeben und gemütlich durch die Gegend tuckern. Das hat schon was Beruhigendes, muss ich gestehen. Doch es knirscht auch hier und da auf den Schienen …

Käfer in der Fahrerkabine

Es begann schon beim Tutorial. Ab und an ist Train Life: A Railway Simulator von merkwürdigen Bugs befallen. So sollte ich in einer grün markierten Zone zum Stehen kommen. Das schaffte ich erst beim zweiten Anlauf bzw. beim Rückwärtsfahren. Als ich dann in der Zone gelandet war, konnte ich nur noch die Kamera bewegen. Auf alles andere reagierte die Steuerung nicht mehr. Das gleiche passierte auch später im Spiel als ich mit meinem Zug in einen Bahnhof einfuhr.

Ein ärgerlicher Bug: Als ich die dritte Tutorial-Mission abgeschlossen hatte, wurde ich gefragt, ob ich weitermachen oder zum Hauptmenü zurück wolle. Ich entschied mich fürs Hauptmenü. Als ich später wieder auf Fortsetzen drückte, musste ich die dritte Mission komplett von vorne spielen, weil mein Fortschritt nicht gewertet wurde. Nun ja, so ist das manchmal bei kleineren Entwicklungsstudios.

Grafisch kann sich Train Life: A Railway Simulator dafür sehen lassen. Die Zug-Modelle wurden mit viel Liebe zum Detail nachgebaut. Landschaftlich wirkt alles noch recht steril, aber hin und wieder kann man doch schöne Abschnitte bewundern. Ein besonderer Hingucker ist der Orient-Express, der allerdings nur im DLC verfügbar ist. Mit diesem Schmuckstück macht Train Life: A Railway Simulator gleich noch mehr Freude.

Fazit

Train Life: A Railway Simulator hat mich positiv überrascht. Zum einen, dass es zwei Genres sehr gut miteinander vermischt und zum anderen, dass es eine unterhaltsame Erfahrung sein kann. Der Wirtschaftsteil hat mich letztlich aber mehr gefesselt als der reine Simulationsteil – auch wenn dieser hin und wieder recht gemütlich war. Es hat schon was sein eigenes Zug-Imperium aufzu-bauen. Kleinere Bugs und leicht angestaubte Optik trüben das Gesamtbild etwas. Doch das macht einem echten Bahn-Enthusiasten wohl wenig aus.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: nacongaming.com/de-DE/video-spiele/simulation