Wie cool sieht das bitteschön aus?! Als ich zum ersten Mal in der Rolle des kleinen Hiroki mein Dojo verlasse, komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Trek to Yomi sieht richtig schick aus. Nicht auf die Art wie ein Tripple-A-Titel, sondern eher nostalgischer. Wer nämlich nicht genau hinschaut, könnte meinen, dass hier einer dieser Samurai-Filme aus den 1950er- oder 1960er-Jahren läuft. Die Entwickler von Flying Wild Hog nutzen einen derart guten Filter-Effekt, dass ich es einfach nur genieße, hier hinzuschauen.
Die gute, alte Formel
In dem kleinen Spielchen abseits des Mainstreams durchlauft ihr die Geschichte von Hiroki, dessen japanisches Dorf brutal überfallen wird. Dabei wird Hirokis Mentor tödlich verletzt, was nach Rache schreit. Und genau darum geht es dann auch für die kommenden vier bis sechs Stunden – denn viel länger wird euch Trek to Yomi nicht beschäftigen.
Das ist aber auch nicht weiter schlimm, wenn wir einen genauen Blick aufs Gameplay werfen. Denn Trek to Yomi besteht aus zwei grundlegenden Elementen: Entdecken und Kämpfen. In den Abschnitten, in denen ihr auf Erkundungstour seid, dürft ihr euch durch die linearen Levels frei bewegen. Dabei solltet ihr immer wieder die Augen nach blinkenden Gegenständen offenhalten. Durch diese kleinen Geheimnisse lernt ihr mehr über die Zeit, in der das Spiel angesiedelt ist. Außerdem bleibt euch dabei genügend Luft, um mal durchzuatmen und die Szenerie zu genießen. Dieses schwarz-weiße Setting hat mich direkt gefesselt.
Kämpfen wie früher
Sobald es zu den Kämpfen kommt, wird eure Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Dann nämlich agiert ihr wie in einem 2D-Sidescroller und bewegt Hiroki lediglich von links nach rechts. Dabei müsst ihr Geschick mit dem Samurai-Schwert beweisen. Aber keine Sorge: Allzu viele Moves gibt es hier nicht: Leichter Schlag, schwerer Schlag, blocken, ausweichen und kontern. Und, ach ja, umdrehen! Denn immer wieder kommen Feinde aus verschiedenen Richtungen auf euch zu.
Die vielleicht wichtigste Anzeige ist dabei der Strich unter euren Lebenspunkten: Diese Leiste symbolisiert eure Ausdauer. Sollte diese durch Aktionen im Kampf auf Null sinken, dann seid ihr eine ganze Weile erschöpft und somit offen für gegnerische Angriffe. Ihr werdet staunen, wie schnell die Feinde dann Hackfleisch aus euch machen. Also lasst diese Leiste nie auf Null sinken. Die Lebenspunkte füllt ihr übrigens immer wieder am nächsten Checkpoint auf, die fast immer vor Kämpfen erscheinen. Daher macht es auch nichts, wenn ihr mal den virtuellen Tod erlebt. Trek to Yomi wirft euch direkt ein paar Augenblicke vor eurem Tod ins Spiel zurück – sehr fair.
Die Präsentation ist wie gesagt wirklich ein Augenschmaus. Nur beim Gameplay kommt recht schnell Routine auf, weshalb die relativ kurze Spieldauer in Ordnung geht. Denn bei zehn Stunden oder mehr hätte ich mir dann doch mehr Abwechslung gewünscht. So kann ich ein Auge zudrücken und den Stil des Spiels genießen.
Fazit
Trek to Yomi ist Augenzucker in einer ungewohnten Form: Dieser Schwarz-Weiß-Filter ist herausragend und lässt mich immer wieder staunen. Auch das eigentliche Gameplay mit den hübsch inszenierten Kämpfen ist unterhaltsam – jedenfalls zu Beginn. Leider nutzt sich das recht schnell ab, womit auch die rund vier bis sechs Stunden Spielzeit völlig in Ordnung gehen. Wem dieses Manko nichts ausmacht und die alten Samurai-Schinken von früher gerne angeschaut hat, der sollte diesem Spiel definitiv eine Chance geben.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: devolverdigital.com/games/trek-to-yomi