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Trepang 2

Brachiale Action: die Fortsetzung eines Shooters, den es nie gab.

Als ich zum ersten Mal von diesem Shooter hörte, konnte ich ihn keineswegs einordnen. Studio Trepang war mir kein Begriff und auch die Screenshots sahen irgendwie nach einem x-beliebigen Shooter aus, der mir aber irgendwie bekannt vorkam. Dann startete ich Trepang 2 und recherchierte ein wenig. Das sah ich so nicht kommen …

Verwirrender Einstieg

Zunächst einmal: Trepang 2 ist keinesfalls der zweite Teil einer Shooter-Reihe. Studio Trepang hatte wohl nur Lust auf einen verwirrenden Namen. Denn das Studio selbst gibt es ebenfalls noch nicht lange. Zudem der Begriff Studio auch mehr vermuten lässt als bloß vier Freunde, die sich hier zusammengetan haben. Ja, das sollte man alles wissen, um Trepang besser einsortieren zu können. Umso höher ist mein Respekt vor dem, was sie geschaffen haben.

Denn wenn es ein Vorbild für Trepang gibt, dann ist es die bekannte FEAR-Reihe von Monolith. Daher kamen mir die Screenshots auch irgendwie vertraut vor. Doch Trepang ist nicht nur ein bloßer Abklatsch – was an sich schon cool wäre –, sondern das Spiel bringt eigene Ideen und Elemente mit sich. Ihr habt es hier mit einer Mischung aus FEAR, Crysis und Max Payne zu tun, um mal große Namen in den Topf zu werfen. Eine Prise Matrix ist wohl auch dabei.

Die Story von Trepang 2 ist eigentlich eher zweitrangig. Doch zu Beginn weckt sie mein Interesse. Ich werde von irgendeinem Unbekannten, der sich perfekt tarnen und kämpfen kann, aus einer Forschungseinrichtung befreit. Nun ja, ich werde lediglich von meinen Fesseln befreit und bin dann auf mich gestellt. Wer ich bin? Subjekt 106. Schöner Name, oder? Jedenfalls scheine ich kein normaler Mensch zu sein.

Ganz schön agil

Was mir direkt auffällt: Die Steuerung ist recht flott. Allein der Knopfdruck fürs Rutschen lässt mich schnell durch die Korridore gleiten. Macht schon ziemlich viel Spaß, ohne dass überhaupt der erste Gegner zu sehen ist. Später lerne ich, dass ich etwas Besonderes bin. Ich kann mich ebenfalls tarnen bzw unsichtbar machen für einen kleinen Moment. Hinzu kommt, dass ich immer wieder die Zeit verlangsamen kann, um in Zeitlupe durch den Kugelhagel zu flitzen.

Obwohl ich all diese Versatzstücke aus anderen Spielen kenne, sind sie hier doch zu einem besonderen Mix zusammengefasst. Trepang 2 spielt sich sehr actionlastig und schnell. In den engen Räumen, in denen ihr oft unterwegs seid, geht es meist richtig zur Sache. Bereits meine erste Auseinandersetzung mit Gegnern war ein Fest. Nachdem ich mich an den ersten angeschlichen hatte, wollte ich ihn heimlich töten. Doch es kam anders. Ich wurde von seinem Kumpel entdeckt, woraufhin ich Gegner 1 als Schutzschild vor mir hielt, um die zwei anderen auszuschalten. Am Ende fiel meine Geisel dann leblos vor mir auf den Boden. Das hat Eindruck gemacht.

Kleine Verschnaufpausen

Diesen Flow verliert Trepang übrigens zu keinem Zeitpunkt, obwohl das Missionsdesign nicht sonderlich abwechslungsreich ist. Da ich nun für eine Task Force arbeite, lande ich nach jedem Einsatz wieder in meiner Basis. Dort kann ich etwas verschnaufen und meine Waffen aufbessern. Bevor es dann in den nächsten Einsatz geht, kann ich mir zwei Knarren und Zusatzausrüstung mitnehmen. Das unterstreicht etwas den eigenen Stil. Zudem darf ich bereits absolvierte Missionen in einer Simulation wiederholen oder Nebenmissionen antreten. Alles sehr nett gemacht.

Was ich aber auch nach X Stunden immer noch faszinierend finde, ist dieser Flow, den man in den Gefechten erreicht – verbunden mit einem besonderen Machtgefühl. Oftmals fühle ich mich wie Neo in Matrix, wenn ich in Zeitlupe durch die Gegend rase, die Kugeln den Putz von den Wänden lösen und ich mit Schwung in einen Gegner rutsche. Was soll ich sagen: Das haben die vier Jungs einfach prima hinbekommen mit ihrem Erstlingswerk. Hut ab vor dieser Leistung.

Auch grafisch kann sich Trepang 2 sehen lassen. Wobei die Level-Struktur etwas trist ist und sich Abschnitte mal wiederholen, zaubert Trepang 2 doch immer wieder beeindruckende Momente auf den Bildschirm. Ich war jedenfalls positiv überrascht.

Fazit

Eine Mischung aus Überraschung, Nostalgie und Macht überkam mich beim Spielen von Trepang 2. Das Spiel vereint so viele gute Ideen aus anderen Titeln, dass es eine Freude ist, sich hier durchzuballern. Meinen allerersten Eindruck eines x-beliebigen Shooters hat Trepang 2 mit einem Wisch beiseite geschoben. Hier trifft Old School auf Moderne, so dass ich gerne immer wieder in die Action eintauche. Wenn ihr also auf Shooter steht, dann solltet ihr diesen Titel auf keinen Fall verpassen. Ein echter Geheimtipp.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: www.trepang2game.com