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Trials Of Mana

Wenn die Nostalgie einen 25 Jahre später einholen kann.

Meinen ersten Kontakt zu „Trials of Mana“ hatte ich im vergangenen Jahr als die „Mana Collection“ erschien. „Mystic Quest“ und „Secret of Mana“ hatte ich damals vor rund 30 Jahren bereits ausgiebig durchgedaddelt. Doch mit „Trials of Mana“ hatte ich nie zu tun. Warum? Weil es das Spiel leider nie in Europa gab. Als ich dann hörte, dass sogar ein Remake auf dem Weg ist, pochte mein Nostalgiker-Herz.

Vorher-Nachher

Ich muss kurz aber zum Original lenken, bevor ich es mit dem Remake aufnehme. Was mir gefiel, war die interessante Herangehensweise mit den Charakteren: Zu Beginn entscheide ich mich für drei von insgesamt sechs Charakteren, mit denen ich das Abenteuer bestreite. Dadurch ergibt sich ein immenser Wiederspielwert – zumindest theoretisch. Aber dazu kommen wir später.

Grafisch und spielerisch mutete „Trials of Mana“ an wie „Secret of Mana“ – also war ich gleich gebannt. Nur bei den Kämpfen tat und tue ich mir schwer. Ich weiß immer noch nicht zu hundert Prozent, wie diese eigentlich funktionieren, weil alles halb automatisch abläuft – irgendwie merkwürdig. Für diesen Punkt habe ich mir Verbesserungen beim Remake gewünscht – und wurde erhört. Kommen wir also zum „neuen“ Versuch mit „Trials of Mana“.

Zunächst einmal darf ich mich wieder mit meinen drei Start-Charakteren beschäftigen – allesamt hübsch animiert und mit übersichtlichen Status-Werten versehen. Gefällt mir schon mal sehr gut. Die Auswahl fällt mir diesmal nicht leicht, weil ich auf der einen Seite eine gut ausbalancierte Truppe möchte, aber auf der anderen Seite neue Story-Elemente entdecken will. Mit Magierin, Kämpfer und Heilerin geht es ab ins Abenteuer.

Schöne, neue Welt

Positiv fällt mir die grafische Umsetzung auf: Anstatt von einer starren Draufsicht in pseudo-3D darf ich mich nun elegant durch das Third-Person-Action-RPG bewegen. Es sind kleine Details, die begeistern: Endlich weiß ich, wohin ich soll, weil es markierte Aufgaben und Türen gibt, die mich meinem aktuellen Ziel näherbringen.

Beim Original bin ich manchmal gefühlte Stunden durch die Gegend geirrt, ohne das nächste Ziel zu finden. Außerdem ist die Karte nun wirklich übersichtlich integriert. Passt also. Aber warten wir auf die Kämpfe. Nach den ersten zehn Minuten mit ein paar Story-Happen ist es endlich soweit: Der erste Gegner wartet – ich bin gespannt.

Und schwupps: Zunächst taucht ein Tutorial-Kasten auf, der mir die Kämpfe übersichtlich und detailliert erläutert. Und das Beste: Es fühlt sich nun so viel besser an, weil alles in Echtzeit abläuft und nicht mehr halbautomatisch. Wie bei anderen Action-RPGs kann ich Feinden mit leichten und harten Schlägen zusetzen, ausweichen und Zauber wirken. Also an diesem Punkt ist „Trials of Mana“ eine Bank und seinem Original meilenweit überlegen. Top!

Schmerzhafter Verlust

Was mich allerdings etwas irritiert hat – ja fast geschockt! – war die Namensgebung einiger Monster: Wer sind diese Mümmler?! Ich will meine Pogopuschel haben!!! Nach einer kurzen Recherche habe ich herausgefunden, dass sämtliche Dialoge und Monster noch einmal aus dem Japanischen übersetzt wurden – und dabei keinerlei Rücksicht auf die bereits deutsche, traditionelle Lokalisation genommen wurde.

Das ist etwas enttäuschend, wird neue Spieler aber sicher überhaupt nicht stören. Mein Nostalgiker-Herz blutet hingegen sehr. Aber kommen wir wieder zurück zum eigentlich Inhalt – und da hat „Trials of Mana“ das Herz am rechten Fleck. Die Action hält euch ständig bei Laune, auch wenn das alles nichts Neues ist: Monster verdreschen, im Level aufsteigen, neue Skills lernen und noch mehr Monster verdreschen – typisch japanisches Rollenspiel eben.

Vielleicht ist das auch der größte Kritikpunkt an diesem Remake: Es bringt euch absolut nichts Neues auf den Tisch. Square Enix hat das Original wunderschön in die heutige Zeit transportiert – allerdings ist das Ding eben 25 Jahre alt. Das solltet ihr immer im Hinterkopf behalten. Ganz groß fand ich übrigens die Boss-Kämpfe: Da waren schon ein paar harte Brocken dabei, die detailverliebt inszeniert waren und einiges an Geschick und Timing verlangten.

Die Story rund um die acht Mana-Steine haut mich jetzt nicht vom Hocker, ist aber zweckmäßig, um eure Helden durch die Gegend zu scheuchen und ihnen einen Grund zu liefern, warum sie Monster hauen sollen. Apropos Helden: Am Anfang sagte ich ja, dass die Auswahl einen hohen Wiederspielwert liefert. Ein Hinweis dazu: Das stimmt zwar, was die Story angeht, aber im Grunde ändert sich am eigentlichen Spielgeschehen recht wenig. Ich persönlich war satt nach einem Durchgang.

Fazit

„Trials of Mana“ ist ein schönes Remake, das viele Punkte des Originals überbietet, aber dennoch mit einigen Problemen zu kämpfen hat – allen voran dem Alter des Originals: Ihr merkt eben doch, dass sich manche Konzepte nach 25 Jahren nicht mehr sonderlich für frische Rollenspiele eignen.

Für Neueinsteiger und Kenner des Originals kann ich dieses Remake dennoch empfehlen, da es wesentlich besser umgesetzt wurde als „Secret of Mana“ seinerzeit. Für einen Durchgang geht „Trials of Mana“ durchaus klar – und damit spreche ich von rund 30 Stunden Unterhaltung!

Erhältlich für: PS4, Switch, PC
Website: trialsofmana.square-enix-games.com/en-us