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Turtle Beach Recon Controller

Die kabelgebundene Seite der Macht: Turtle Beach kann scheinbar auch Controller.

Wenn ich Turtle Beach höre, dann muss ich unweigerlich an Headsets denken – denn die kann der Hersteller besonders gut. Dass Turtle Beach nun auch Controller auf den Markt bringt, hat mich da schon etwas verwundert. Aber warum eigentlich nicht. Ein Danke an dieser Stelle, dass ich den Controller ausgiebig testen durfte, um mir eine eigene Meinung zu verschaffen.

Wollt ihr eine Bindung eingehen?

Sprechen wir zuerst einmal den Elefanten im Raum an: Ja, sämtliche Controller von Turtle Beach sind kabelgebunden. Das kann schon vorneweg ein KO-Kriterium für manche sein. Ich jedenfalls lasse mich davon nicht abhalten. Denn in vielen Tests habe ich mich an die Vorzüge dieser Varianten gewöhnt: Keine Batterien wechseln und stets voll aufgeladen. Das einzige Kriterium ist das mitgelieferte Kabel. Schauen wir mal auf den Packungsinhalt.

Den Turtle Beach Recon Controller gibt es in drei Farbvarianten: Schwarz, Weiß und Arctic Camo. Ich habe mich aufgrund des coolen Looks für die Arctic-Camo-Variante entschieden. Die Packung enthält neben dem Controller noch ein USB-C-Kabel zum Anschluss an die Xbox oder den PC. Und mit drei Meter Länge ist das ausreichend für mein Arbeitszimmer. Im Wohnzimmer hingegen fehlt noch ein Meter, damit ich es ungefährdet nutzen kann. Das ist dann doch ein kleiner Nachteil. Aber es gibt ja zum Glück auch längere USB-C-Kabel, die man bestellen kann. Außerdem liegt der Packung noch eine Schnellstart-Anleitung bei. Es kann also losgehen.

Leichtgewicht

Beim ersten Berühren fällt das leichte Eigengewicht des Recon Controllers auf: Mit knapp 230 Gramm fällt er deutlich leichter aus als der Original-Xbox-Controller. Das liegt natürlich an den fehlenden Batterien. Einmal per Kabel mit der Xbox verbunden, kann es auch direkt losgehen, ohne Konfiguration.

Beim ersten Blick auf den Recon Controller fällt direkt das zusätzliche Panel auf, das den Controller deutlich von anderen Xbox Controllern abhebt. Dort sind allerlei Knöpfe zu finden, die etwas Erklärung bedürfen. Wie gesagt: Turtle Beach macht sehr gute Headsets und versteht was von Sound. Daher sind die Recon Controller auch genau darauf ausgelegt. Sobald ihr ein Headset per 3,5-mm-Klinke an den Controller anstöpselt, stehen euch unterschiedliche Funktionen zur Verfügung.

Funktionsübersicht

Zum einen könnt ihr am Recon Controller direkt die Lautstärke des Spiels oder des Chats regu-lieren. Dadurch bleiben die Hände am Controller und nicht am Headset. Nun folgen ein paar interessante Tasten, die die Vorzüge des Recon Controllers unterstreichen. Ein Druck auf das „S“ verschafft euch Superhuman Hearing. Damit könnt ihr Geräusche wesentlich besser einord-nen und von wo sie kommen. Insbesondere bei Shootern kann euch das einen Vorteil bieten. Ich fand den Sound in manchen Situationen schon erstaunlich gut.

Mit dem „Mode“-Knopf schaltet ihr euch die verschiedenen anderen Modi, zu denen ich gleich komme. Wenn ihr auf „EQ“ gelandet seid, habt ihr hier die Auswahl aus vier unterschiedlichen Sound-Profilen. Jedes davon unterstreicht Besonderheiten wie mehr Bass oder höhere Klänge. Mit „Select“ wählt ihr eines der vier Profile aus. Landet ihr auf dem Symbol mit dem Controller, dann werden die beiden Tasten an der Rückseite des Recon Controllers interessant. Auf „P1“ und P2“ dürft ihr dann selbst wählen, welche Funktion jede Taste haben soll. Beispielsweise könnt ihr dort einen Nahkampfangriff, Sprint oder Sprung hinlegen – je nach Vorliebe und Spiel. Es erweitert quasi eure Möglchkeiten etwas. Aber mein persönliches Highlight steht noch bevor.

Ein Genuss für alle Shooter-Fans

Zunächst konnte ich mir nichts vorstellen unter dem Begriff Pro-Aim-Focus-Modus, den Turtle Beach für das Fadenkreuz-Symbol gewählt hat. Doch dahinter steckt eine clevere Mechanik, die insbesondere bei Shootern zum Tragen kommt. Das Ballern mit Controllern ist schon eine Kunst für sich, das gebe ich zu. Maus und Tastatur sind wesentlich präziser. Denn meist ist der rechte Stick des Controllers entweder zu schnell und ungenau oder viel zu langsam, um auf Gefahren von der anderen Seite zu reagieren. Das Pro-Aim-System löst diese Herausforderung. In diesem Modus könnt ihr gewohnt eure Shooter spielen. Soll es aber mal genauer werden, dann haltet den rechten der beiden hinteren Knöpfe gedrückt: Schon seid ihr in einem Modus, der euch das Steuerkreuz millimetergenau bewegen lässt – fast wie bei einer Maus. Und das funktioniert erstaunlich gut. Ich liebe diesen Modus.

Kommen wir aber nun mal zu den Schattenseiten des Recon Controllers. Das Kabel habe ich bereits angesprochen – da solltet ihr selbst entscheiden, ob euch das stört oder nicht. Bei den Tasten selbst fielen mir ein paar Dinge auf. Der Druck auf die Knöpfe kann schon sehr laut sein: Gerade bei den hinteren Schultertasten und dem Druck auf den linken oder rechten Analog-Stick ist das schon sehr auffällig. Außerdem macht das D-Pad einen etwas minderwertigen Eindruck und ist nicht ganz so präzise wie beim Original. Beim kühlenden Griff mit den Noppen bin ich mir nicht sicher, ob das nur Marketing-Gespräch ist. Das fühlt sich zwar gut an, aber Schwitzen kann es dennoch nicht verhindern.

Fazit

Ja, Turtle Beach kann auch Controller. Der Recon Controller beweist, dass sich Controller zudem ideal mit Sound verbinden lassen. Die praktischen Zusatzfunktionen heben den Recon Controller damit deutlich vom Original ab. Dass das Ding kabelgebunden ist, habt ihr inzwischen verstanden – entscheidet selbst, ob euch das stört. Zum größten Hilghight zählt für mich der Pro-Aim-Focus-Modus. Damit behebt der Controller ein Problem, das ich schon öfters bei Shootern hatte. Endlich kann ich noch genauer zielen. Allein dieses Feature macht den Recon Controller für mich zu einem unverzichtbaren Kompagnon, mit dem ich gerne meine Zeit verbringe. Jetzt könnte Turtle Beach gerne noch etwas an der Farbwahl schrauben. Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau.

Kompatibel mit: PC, Xbox
Website: de.turtlebeach.com/products/arctic-camo-recon-xbox-controller