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Twin Mirror

Dorfgespräch: In diesem Adventure muss sich ein Journalist seiner Vergangenheit stellen.

Inzwischen hat sich Dontnod einen Namen als Entwickler von gut erzählten Adventures gemacht – man denke nur an Spiele wie „Life is Strange“ oder „Tell Me Why“. In „Twin Mirror“ geht es also wieder um eine stark erzählte Story, die – Achtung Spoiler – zwar spannend, aber wenig innovativ erscheint. Also tauchen wir ab in die Vergangenheit.

Düstere Geheimnisse

Zunächst einmal will ich gar nicht so viel über die Story an sich erzählen, da sie Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist. Erlebt es lieber selbst, wenn euch danach ist. Nur die Ausgangslage will ich schnell schildern: Sam treibt es wieder zurück in seine alte Heimat Basswood. Vor über zwei Jahren hat er dem Ort den Rücken gekehrt.

Als Journalist hat er dreckige Geheimnisse über die ansässige Mine aufgedeckt und sich zudem mit seiner Freundin Anna und seinem besten Freund Nick verstritten. Nick ist nun tot – daher ist Sam nun auch wieder zurückgekehrt. Sam will seinem Kumpel die letzte Ehre erweisen und muss sich daher auch seiner Vergangenheit stellen.

Angeblich soll Nick betrunken in einen Autounfall verwickelt worden sein, was allerdings nicht zu ihm passt – laut Sam zumindest. Also fängt Sam nebenher noch an zu ermitteln – und deckt weitere Geheimnisse auf. Mehr wird aber nicht mehr verraten.

Film oder Spiel?

Insgesamt bietet „Twin Mirror“ spannende Thriller-Kost und spielt sich eher wie ein interaktiver Film als ein Spiel. Grafisch hat Entwickler Dontnod keinerlei Fehler gemacht. Solide schwirren die imposanten Bilder über den Monitor und begeistern immer wieder mit zauberhaften Panoramen. Während der Geschichte besucht Sam über ein Dutzend verschiedener Schauplätze, die mit Details glänzen.

Aber auch die Menschen, denen Sam begegnet sind außerordentlich gut charakterisiert worden. Diese Stadt könnte es glatt so geben. Als Spieler habt ihr durch die verschiedenen Dialog-Optionen die Möglichkeit hier einzugreifen. Aber allzu sehr scheint sich das nicht auf die Ergebnisse auszuwirken. Auch bei der Detektivarbeit hätte es ruhig mehr Eigeninitiative erfordern können. Ihr werdet bei „Twin Mirror“ immer behutsam an die Hand genommen, um Rätsel zu lösen. Erwartet also nicht sonderlich viel Futter für eure grauen Gehirnzellen.

Dafür hat es die Story aber in sich mit einigen netten Twists. Was mich etwas an Sherlock Holmes erinnert hat, war Sams Gedankenpalast, in dem er ermittelt. Dort verknüpft er Ereignisse oder kramt alte Erinnerungen aus, die ihm weiterhelfen. Aber auch hier gilt: Spielerisch ist das wenig anspruchsvoll. Dennoch kommt dadurch eine besondere Atmosphäre hoch, die bei Laune hält.

Fazit

Ich halte mich kurz: „Twin Mirror“ ist ein gutes, aber nicht herausragendes Adventure. Das sage ich so, weil mich Dontnod bei den letzten Adventures ziemlich verwöhnt hat. Dennoch kann ich „Twin Mirror“ jedem Fan von spannenden Geschichten empfehlen. Die Story um den Enthüllungsjournalisten Sam ist packend und vor allem glaubhaft inszeniert. Als Futter für einen sehr ausgedehnten Filmabend eignet sich „Twin Mirror“ allemal.

Erhältlich für: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, PC
Website: twinmirror-game.com/de