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UFC 4

Wuchtig, gnadenlos und brutal unterhaltsam – so zeigt sich der vierte Ausflug von EA ins Oktagon.

Was für ein Finale: Dem rechten Uppercut vom Gegner knapp entkommen und dann mit einem satten Kick die Schläfe getroffen – Knock-out! Es sind diese Momente, die ich an den virtuellen UFC-Fights feiere. Und EA macht hier einen verdammt guten, wenn auch nicht perfekten Job.

Adrenalin pur!

Es ist schon das vierte Mal, dass EA Fans von Martial Arts Kämpfen Futter bietet. Was hier jedoch gezeigt wird, ist nichts für schwache Nerven: Die Kämpfe eifern ihren realen Vorbildern nach und lassen die Sportmatte schon mal rot werden. Anders als im realen Leben sorgt dies hier bei „UFC 4“ für dichte Atmosphäre und Adrenalinschübe – jedenfalls bei mir.

Eines vorweg: Ich feiere die „UFC“-Spielereihe von EA, da mache ich keinen Hehl drum. Es sind einfach großartig umgesetzte Sportspiele. Im Fernsehen schalte ich allerdings selten zu einem echten UFC-Kampf. Selbst Neueinsteiger werden behutsam an die Hand genommen und sollten im Karriere-Modus ihre ersten Erfahrungen sammeln.

Nachdem ein eigener Kämpfer erstellt wurde samt persönlicher Ausrichtungen wie Gewichtsklasse, Aussehen und Stil, geht’s los. Ihr fangt als Neuling natürlich nicht direkt in der UFC an, sondern müsst euch den Weg nach oben kämpfen. Ihr könnt nach entsprechender Leistung aber recht schnell aufsteigen. Doch ich warne euch – und das Spiel tut dies ebenfalls. Meinen ersten Kämpfer habe ich in die Tonne geklopft, nachdem ich zu schnell aufsteigen wollte.

Ich dachte mir, dass ich in der Königsklasse gut aufgehoben sei. Doch ich bekam nur Lack. Das lag daran, dass ich kaum Erfahrungspunkte gesammelt hatte in den anderen Ligen und somit für die Profis nur ein besserer Sandsack war. Also nochmals: Lasst es langsam angehen – dann habt ihr später auch echte Chancen.

Werde zur Legende

Denn nach jedem Kampf werdet ihr besser. Das geschieht auf unterschiedliche Weisen: Entweder verbessert ihr euren Stil dadurch, dass ihr bestimmte Techniken einfach immer wieder einsetzt. Anderseits könnt ihr auch gezielt Erfahrungspunkte in gewisse Stats einbringen, um euch so zu stärken. Ich persönlich habe mich auf den Kampf im Stehen spezialisiert, da ich mit Submissions kaum was anfangen kann – das war schon bei den Vorgängern so.

Mit der Steuerung auf dem Boden komme ich schlichtweg nicht klar. Den Rest der Steuerung scheine ich aber blendend zu beherrschen – und die Kämpfe halten mich bei Laune. Im späteren Verlauf der Karriere kommen noch sogenannte Perks zu eurem Charakter. Damit erhaltet ihr Boni in bestimmten Situationen, wie mehr Energie, schnellere Bewegung oder Regeneration.

Apropos Regeneration: Werdet ihr im Kampf zu schwer verletzt, können manche Werte nicht mehr regenerieren und verlieren dadurch an Punkten. Das heißt, dass ihr nicht nur besser werdet, sondern auch in manchen Bereichen schlechter werden könnt. Aber keine Sorge: Mit ein paar Erfahrungspunkten könnt ihr entgegenwirken.

Sportliche Märchenstunde

Im Karriere-Modus wandelt „UFC 4“ inzwischen auch leicht auf den Spuren von NFL oder FIFA: Denn euer Aufstieg in die UFC ist nicht mehr so trocken präsentiert wie noch vor ein paar Jahren, sondern verfolgt eine kleine Geschichte. Dabei kommt euer Coach immer wieder zu Wort und heizt euch ein, wenn nötig.

Außerdem könnt ihr Fans per Social Media Posts auf kommende Kämpfe vorbereiten. Alles ganz nett, was frischen Wind ins Spiel bringt. Im Oktagon selbst herrscht ein rauer Ton: Zu viele Fehler werden hart bestraft. Ihr solltet immer auf eure Ausdauer achten, bevor ihr angreift: Sinkt diese nämlich zu stark, könnt ihr schwere Attacken kaum noch blocken.

Einsteiger werden auf dem leichten Schwierigkeitsgrad aber sehr behutsam an die harten Fights geführt und feiern schnell Erfolge. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad schwanken die Kämpfe mit den unterschiedlichen Herausforderern erheblich.

Viel, aber viel Gutes

Eins muss ich gestehen: Die zahlreichen Optionen außerhalb der Kämpfe und die etlichen Moves innerhalb der Kämpfe haben mich anfangs erschlagen. Mein Tipp: Fangt einfach mal mit ein paar unterschiedlichen Moves an, die ihr mögt und baut euch nach und nach ein paar weitere Attacken auf. Das funktioniert recht gut. Damit taucht ihr schnell in dieses faszinierende Universum ein.

Was mich immer mitreißt, ist die Art der Präsentation: Von der Vorstellung der Fighter über die coole Kameraführung während der Kämpfe bis zum heftigen Knock-out bietet „UFC 4“ eine grandiose Show! Grafisch kommt es hier und da manchmal zu kleinen Glitches, aber das lässt sich verkraften. Insgesamt sieht das hier optisch sehr ansprechend aus. Die Einfärbung des Bildschirms, wenn es mal eng wird, steigert die Immersion. Einfach nur ganz großes Kino!

Fazit

Machen wir es kurz: Mit „UFC 4“ habt ihr ein tiefgründiges und facettenreiches Sportspiel am Start, das euch über Wochen beschäftigen wird, wenn ihr denn auf das Genre steht. Ihr braucht zwar eine gewisse Eingewöhnung, aber dann flutscht es auf der Matte. Egal ob als Solist oder ein paar Fights mit Kumpels von der Couch aus – „UFC 4“ macht überall eine verdammt gute, wenn auch leicht blutige Figur.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: ea.com/de-de/games/ufc/ufc-4