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Unravel Two

Mit einem Paukenschlag ins zweite Abenteuer – diesmal noch niedlicher samt rotem Faden in der Story.

Wenn das mal keine dicke Überraschung war: Auf der E3 wurde bei EA der neue Teil des optisch äußerst ansprechenden Plattformers „Unravel“ angekündigt und gleich in einem Zug veröffentlicht – Bumm! Das hat wohl niemand kommen sehen. Kein monatelanges Warten, keine unzähligen Previews, nichts. Einfach direkt rein ins komplett fertige Spiel. Schon allein aus diesem Grund war ich sehr begeistert, als ich einen Blick auf „Unravel Two“ werfen durfte.

Auffrischungskurs

Für alle, die mit dem Namen „Unravel“ nicht viel anfangen können: 2016 konnte das schwedische Entwicklerteam Coldwood Interactive mit dem Jump&Run Presse und Spieler gleichermaßen überzeugen. Das Alleinstellungsmerkmal des Geschicklichkeitsspielchens war sicherlich der knuffige Hauptakteur: Yarny ist nämlich ein Wollknäuel, das sich den Gefahren der realen Welt stellt.

In seinem Alltag können kleine Pfützen oder ein frecher Rabe bereits zur tödlichen Falle werden. Mit seinem Faden überwand der kleine Kerl allerlei Hindernisse und löste physikbasierte Rätsel. Etwas ärgerlich damals: Aufgrund der begrenzten Fadenlänge und der teils holprigen Kollisionsabfrage wurden manche Abschnitte zur Geduldsprobe.

Genau an dieser Stelle setzt nun „Unravel Two“ ein: Vorbei sind die Zeiten der begrenzten Fadenlänge. Yarny nimmt seine Wolle jetzt einfach mit beziehungsweise befestigt diese an einem beweglichen Ziel: der zweite Teil der Reihe ist nämlich als Koop-Abenteuer konzipiert, in dem immer zwei Yarnys unterwegs sind. Aber keine Sorge: Auch als Solo-Spieler kommt ihr voll auf eure Kosten, wie ich feststellen sollte.

Einsamer Wolf und Spaß dabei

Ich habe die Kampagne komplett alleine durchgespielt und dabei nie das Gefühl, dass ich irgendetwas vermisse. Das liegt an einem geschickten Kniff seitens der Entwickler: Manche Stellen bei „Unravel Two“ sind nur mit Teamarbeit zu meistern – also die Rätselpassagen. Da diese aber meist keine zeitliche Begrenzung haben, könnt ihr gemütlich zwischen den Charakteren hin und her wechseln, bis ihr die Lösung habt.

In den etwas stressigeren Lauf- und Hüpfabschnitten nehmt ihr euren Kumpel kurzerhand huckepack und rennt los. Dann spielt sich der Titel wie ein gewöhnliches Jump&Run. Der Wechsel zwischen diesen spielerischen Grundbausteinen ist den Entwicklern hervorragend gelungen.

Langeweile kommt nicht auf – zumal die beiden Faden-Figuren einige neue Moves auf Lager haben: Ihr könnt mit dem dünnen Seil ein Trampolin bilden, euch vom Partner herumschleudern lassen, um ihn anschließend zu euch zu ziehen oder schnelle Wandsprünge absolvieren. Kurz gesagt: „Unravel Two“ spielt sich deutlich flüssiger als sein Vorgänger – und genau das sollte bei Fortsetzungen auch der Fall sein.

Komm doch mal rüber!

Wollt ihr jedoch zu zweit spielen, ist das ebenfalls kein Problem: Nach meinem ersten Durchgang habe ich einen Freund eingeladen und wir setzten uns gemeinsam an „Unravel Two“. Auch dieser Koop-Modus funktioniert hervorragend, wenn auch etwas chaotisch aufgrund der nicht immer genauen Abstimmung zwischen mir und meinem Kumpel – lustig war es jedenfalls immer. Nur bei den Flucht-Passagen musste ich mich gedulden, da ich meist schneller war als mein Partner an meiner Seite. Doch selbst daran konnte ich mich gewöhnen. 

Augenzucker

In „Unravel“ gefiel mir schon die schicke Optik: Der zweite Teil legt noch eine Schippe drauf. Wenn sich Yarny und sein Kumpel im brennenden Wald vor dem Feuer flüchten oder einem Karpfen am Teich entkommen wollen, ist das schon bezaubernd schön inszeniert. Wie oft bin ich einfach mal kurz stehengeblieben, um die wunderschönen und detailverliebten Hintergründe auf mich wirken zu lassen?!

Diese beiden Fäden sind herzallerliebst und es ist eigentlich erstaunlich, dass ich für simple Wolle solch eine emotionale Verbindung entwickeln konnte. Übrigens: Ursprünglich war Hauptakteur Yarny stets ein roter Faden. Diesen könnt ihr nun nach Belieben umfärben – euren Kumpel natürlich auch. Ein nettes Feature für ein klein wenig mehr Individualität.

Fazit

Es kam, sah und siegte: „Unravel Two“ war eine faustdicke Überraschung. Das schwedische Team von Coldwood Interactive und Publisher EA liefern eine klasse Fortsetzung, die konsequent die Unebenheiten des Vorgängers ausbügelt. Ob als Solo- oder Koop-Abenteuer – „Unravel Two“ funktioniert auf beiden Ebenen.

Die Story um das Wollknäuel-Zweierteam mag jetzt nicht sonderlich ausufernd sein, ist dafür aber bezaubernd präsentiert und weckt Emotionen. Fans von Plattformern sollten sich diesen Rätsel- und Hüpf-Spaß auf jeden Fall sichern – wäre schade, wenn ihr das verpassen solltet.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: ea.com/games/unravel