Wer in den 90ern schon mit Wonder Boy durch Monster World gezogen ist, der wird bei Wonder Boy Asha in Monster World nicht nur nostalgisch, sondern auch neugierig. Immerhin spielt man diesmal nicht wie der Titel nahelegt einen „Boy“, sondern schlüpft in die Rolle der mutigen Heldin Asha. Klingt komisch? Wir erklären es euch.
Woher kommt also der Name? Ganz einfach: Die „Wonder Boy“-Reihe ist seit jeher die Dachmarke für eine ganze Serie von Plattform-Abenteuern – und weil das Original „Monster World IV“ (1994) damals in Europa kaum bekannt war, setzt das Remake beim bekannten Markennamen an. Auch mit Asha als Heldin bleibt die DNA also erhalten – ganz nach dem Motto: Wonder Boy ist, wer Monster World rettet, egal ob Junge oder Mädchen. Das werden Gender Studies jetzt nicht gern hören.
Charmanter Stil, klassisches Gameplay
Der Einstieg ins Spiel begeistert durch sein kunterbuntes Artdesign und den märchenhaften Look, der liebevoll an das Mega-Drive-Erbe erinnert – nur eben in schicker 2,5D-Optik. Die Welt ist freundlich und lädt dazu ein, entdeckt zu werden.
Der sympathische Speicherbildschirm fällt direkt ins Auge: Gespeicherte Spielstände werden hier bildlich festgehalten, als ob sie in einer kleinen Wunderlampe gefangen sind – ein verspieltes Detail, das zur orientalischen Atmosphäre bestens passt.
Einfacher Start – vor allem für Jüngere
Spielerisch gibt sich Wonder Boy Asha in Monster World zunächst eher schlicht. Gerade im ersten größeren Abschnitt, dem „Turm der Prüfungen“, mangelt es etwas an Tempo und Abwechslung: Das Puzzles- und Leveldesign ist zu Beginn sehr geradlinig und fordert weder großartige Geschicklichkeit noch Kombinationsvermögen.
So zieht sich der Abschnitt ein wenig und richtet sich klar an eine jüngere Zielgruppe oder Neueinsteiger ins Genre. Dafür sind Steuerung und Bedienung angenehm präzise, und die freundlichen Bewohner der Welt bzw. ihre aufgestellten Schilder helfen gern weiter.
Altbewährte Stärken und liebevolle Details
Nach der Einführungsphase nimmt das Abenteuer dann langsam Fahrt auf: Mit dem süßen Flaschengeist Pepelogoo an der Seite, den neuen Fähigkeiten und immer abwechslungsreicheren Umgebungen entfaltet das Spiel seinen klassischen Plattformer-Charme. Sofern man auf solche einfach gestrickten, geradlinigen Jump&Runs steht, natürlich.
Die Kämpfe bleiben immer leicht zugänglich, die Bossgegner sind fair und einladend gestaltet – perfekt auch für alle, die nicht für knallharte Action, sondern für Abenteuerstimmung zur Konsole greifen. Die Musik und Effekte erinnern dabei wohlig an alte Sega-Zeiten und sorgen für jede Menge Retro-Flair.
Fazit: Für Nostalgiker und jüngere Spieler eine Reise wert
Wonder Boy Asha in Monster World liefert ein liebevolles Remake, das seinen Wurzeln treu bleibt und gezielt Neueinsteiger sowie jüngere Fans abholt. Der etwas gemächliche Start bremst alte Haudegen zunächst aus, bietet aber dafür einen sanften Einstieg in die bunte Fantasywelt. Wer den Zauber klassischer Plattformer, einen charmanten Grafikstil und liebevolle Retro-Details mag – wie den originellen Speicherbildschirm in der Wunderlampe –, findet hier ein sympathisches Abenteuer für zwischendurch.
Erhältlich für: Xbox, PC, Switch, PS
Webseite: store.steampowered.com/app/1420080/Wonder_Boy_Asha_in_Monster_World