Die Aliens sind gelandet: Eigentlich braucht die Rasse der Weltallreisenden nur einen passenden Planeten, um ihre Energieressourcen wieder aufzufüllen. Die Erde scheint ein idealer Ort dafür zu sein. Dass dort aber bereits eine dominierende Art lebt, ist den Aliens nicht bewusst. Kaum ist das Raumschiff gelandet, machen sie die Menschen an die Untersuchung der Eindringlinge – allerdings sind die Außerirdischen den Erdenbewohnern haushoch überlegen, was den technologischen Fortschritt angeht. Und so ballert ein einziger Kampfflieger der Aliens das komplette Begrüßungskomitee der Menschen über den Haufen – der Krieg beginnt.
Interessanter Stellungswechsel
Anders als in anderen Spielen übernehmt ihr hier aber nicht die Rolle der Menschen, sondern dürft als Außerirdische die irdische Verteidigung außer Gefecht setzen – was mal echt erfrischend ist. Eben erwähntes Raumschiff übernehmt ihr dabei und fliegt frei über die abgesteckte Karte. Mit den Schultertasten des Controllers schießt ihr eure Laser auf die Verteidiger und bringt die totale Zerstörung über die Gegend. Mit dem rechten Stick steuert ihr die Richtung der Schüsse, während der linke Stick für das Manövrieren zuständig ist – also wie in jedem anderen Twin-Stick-Shooter. Nur ist das hier kein reiner Twin-Stick-Shooter: Diese Spielmechanik bildet nur eins von zwei Standbeinen.
Das zweite Standbein des Spielchens ist die Verteidigung der eigenen Basis mit Türmen – wo wir bei einem netten Tower-Defense-Titel wären. Und dieser Mix ist außerordentlich spaßig geworden. Mit eurem Raumschiff könnt ihr nach jedem gegnerischen Angriff, der in Wellen eingeteilt ist, zu Werke gehen und neue Türme positionieren. Natürlich könnt ihr das auch während einer Welle, doch ist das ziemlich stressig. Daher baut eure Verteidigung am besten vor jeder Welle auf und gebt den Türmen etwas Rückendeckung bei der Bekämpfung. Zu Beginn ist das noch recht simpel, da eure Türme keinen Schaden nehmen können. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad übernehmen sie sogar fast die komplette Arbeit, ohne dass ihr eingreifen müsstet. Aber es macht einfach zu viel Spaß für Chaos unter den Angreifern zu sorgen, indem ihr eure Laser-Salven abgebt. Dabei explodiert es auf dem Monitor, dass Michael Bay seine wahre Freude hätte.
Rüstet euch!
Nach jeder Mission beziehungsweise beim Antritt einer neuen gibt es Technologie-Punkte, die ihr in die Entwicklung eures Raumschiffs oder der Verteidigungsanlagen stecken könnt. Im späteren Verlauf habt ihr so vier unterschiedliche Schüsse für euren Flieger, zwischen denen ihr mit einem Tastendruck hin- und herwechseln dürft. Oder eure Türme teilen mehr Schaden aus oder sind effizienter gegen spezielle Gegner. Alles eine Frage des eigenen Stils. Im Laufe der unterhaltsamen Kampagne trefft ihr sogar manchmal zum Abschluss einer Karte auf dicke Endgegner, die euch etwas Geschick und Durchschlagskraft abverlangen werden. Das bringt Abwechslung in die sonst fast immer gleich ablaufenden Missionen – was aber in der Natur eines Tower-Defense-Spielchens liegt.
Strategen ans Werk
Taktische Tiefe gewinnt „X-Morph“ dadurch, dass eure Türme untereinander mit einem Laser-Zaun verbunden werden können und so den Angreifern den Weg abschneiden. Natürlich dürft ihr den Gegnern nicht komplett den Weg zu eurer Basis verbauen, aber ihr könnt die Strecke, die sie zurücklegen müssen ordentlich ausbreiten – was im späteren Verlauf auch notwendig ist, um über die Massen an gegnerischen Fahrzeugen Herr zu werden. Zusätzlich sind fast alle Objekte auf der Karte zerstörbar: Ein eingestürztes Hochhaus kann demnach auch als Wegsperre dienen… Etwas unterhaltsamer wird die Abwehr, wenn euch ein Kumpel zur Seite steht: Gemeinsam geht es im Koop-Modus den Menschen an den Kragen – eine nette Idee, die ich hier eigentlich nicht erwartet hätte.
Fazit
Insgesamt hat mich „X-Morph Defense“ durch die Mischung eines actionlastigen Twin-Stick-Shooters und eines taktischen Tower-Defense-Spielchens richtig überzeugen können. Grafisch erwartet euch ein explosives Geschehen, das Epileptiker nahe an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Spielerisch gestaltet sich die Eroberung der Erde gegen Ende zwar als monotone, aber immer wieder unterhaltsame Aufgabe. Und mit einem Freund an eurer Seite macht das Spektakel gleich doppelt Spaß.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: xmorphdefense.com