Fast neun Jahre nach dem Original bekommt Xenoblade Chronicles 2 endlich die Hardware, die es sich schon immer gewünscht hat. Die Nintendo Switch 2 Edition bügelt genau die technischen Probleme aus, die das Spiel damals ausgebremst haben. Gleichzeitig bringt es auch ein bisschen neuen Inhalt mit.
Für alle, die die Reihe noch nicht kennen
Wichtig zu wissen: Ihr müsst das Original nicht gespielt haben, um hier einzusteigen. Die Switch 2 Edition ist ein direktes Upgrade des bestehenden Spiels, keine separate Neuerzählung, ihr könnt also problemlos als komplett neue Spielerin oder neuer Spieler starten.
Xenoblade Chronicles 2 ist ein episches JRPG von Monolith Soft, in dem ihr als Rex gemeinsam mit lebenden Schwertern namens Klingen riesige Welten erkundet, die auf den Rücken gigantischer Titanen liegen. Klingt abstrakt, wird euch aber schnell packen: Die Welt fühlt sich buchstäblich lebendig an, weil sie sich unter euch bewegt, während ihr durch Wälder, Wüsten und schwebende Städte reist.
Das Kampfsystem kombiniert Echtzeit-Action mit taktischer Tiefe. Ihr wechselt zwischen Klingen, die euch unterschiedliche Elemente und Fähigkeiten geben. Dabei baut ihr Kombos aus Angriffen auf, die am Ende in mächtige Spezialattacken münden.
Für Einsteiger mag das am Anfang etwas überfordernd wirken. Aber genau diese Systemtiefe ist es, die die Serie bei Fans so beliebt gemacht hat. Wer Genre-Verwandte wie Final Fantasy oder Tales of kennt, findet hier ein ähnliches, aber deutlich eigenständigeres Kampfsystem vor.
Was sich technisch geändert hat
Der größte Sprung betrifft die Bildrate. Wo das Original auf der ursprünglichen Switch bei holprigen 30 fps mit häufigen Rucklern hing, liefert die Switch 2 Edition nun stabile 60 fps in Docked- und Handheld-Modus. Ein Technikvergleich, den ich gefunden habe, misst konkret 29,9 fps auf der alten Switch gegen 59,8 fps auf der Switch 2, also fast eine Verdopplung.
Auch die Auflösung profitiert deutlich. Digital Foundry bestätigt eine klare Verbesserung der Bildschärfe, wenn auch nicht ganz das von Nintendo beworbene echte 4K im Docked-Modus, sondern eine hochskalierte Variante mit rund 720p interner Auflösung. Das sieht aber auch richtig stark aus.
Im Handheld-Modus steigt die interne Auflösung von einst 368p auf etwa 468p, was gerade unterwegs einen enormen Unterschied macht. In diesem Modus bin ich meist unterwegs und liebe es.
Dazu kommen kleinere, aber spürbare Detailverbesserungen: dichteres Gras, verbesserte Schärfentiefe und feinjustierte Lichteffekte. Auch die Menüs reagieren jetzt deutlich flotter, was sich im Alltag oft stärker bemerkbar macht als reine Grafikwerte.
Neue Inhalte für Wiederkehrer
Wer Xenoblade Chronicles 2 bereits kennt, bekommt mit dieser Edition auch handfeste neue Gründe zum erneuten Einstieg. Der neue Merc-Assault-Modus lässt euch eure Klingen direkt in einem actionreicheren Mini-Kampfsystem steuern, das noch schneller abläuft als das ohnehin flotte Standardkampfsystem. Dazu gesellt sich die neue seltene Klinge MOMO sowie neue, exklusive Design-Optionen für Pyra und Mythra, die sowohl in Zwischensequenzen als auch im Kampf sichtbar sind.
Ein praktisches Detail am Rande: Die Videoaufnahme-Sperre aus dem Original wurde endlich entfernt. Damals forderte das Spiel die Hardware so stark, dass für Bildschirmaufnahmen schlicht keine Leistung mehr übrig war. Jetzt könnt ihr eure liebsten Kostüme und Klingen ganz normal aufnehmen und teilen.
Kleine Schattenseiten
Ganz ohne Kompromisse kommt die Switch 2 Edition trotzdem nicht aus. Der Speicherplatzbedarf ist deutlich gewachsen. Die neue Version belegt rund 37,6 Gigabyte, fast dreimal so viel wie die ursprüngliche Switch-Fassung mit 13,2 Gigabyte, was vor allem an den höher aufgelösten Assets und den neuen Inhalten liegt. Wer wenig Speicherplatz auf der Konsole hat, sollte das im Hinterkopf behalten.
Fazit
Xenoblade Chronicles 2 – Nintendo Switch 2 Edition ist genau das Upgrade, auf das Fans seit Jahren gewartet haben. Die einst frustrierend instabile Bildrate gehört der Vergangenheit an, die Optik wirkt insgesamt deutlich schärfer, und mit Merc Assault sowie der neuen Klinge MOMO gibt es sogar handfeste Gründe für einen erneuten Ausflug nach Alrest.
Wer die Serie noch nicht kennt, bekommt hier den besten verfügbaren Einstiegspunkt in eines der ambitioniertesten JRPGs der letzten Dekade. Entdeckt eine riesige, lebendige Welt und ein Kampfsystem, das zwar Einarbeitung braucht, sich danach aber enorm lohnt. Wer das Original bereits durchgespielt hat, kann sein altes Save direkt übernehmen und muss nicht neu anfangen, was den Umstieg noch leichter macht.
Erhältlich für: Switch