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Xenoblade Chronicles: Definitive Edition

Zeit? Was ist das? Diesem japanischen Rollenspiel kann der Zahn der Zeit anscheinend nichts anhaben.

Ist das schon zehn Jahre her? So in etwa war mein erstauntes Feedback als ich von der Ankündigung zu „Xenoblade Chronicles: Definitive Edition“ erfuhr. Damals erschien das Spiel auf der Wii und war gleich bei Kritikern und Fans ein riesiger Hit. Und das völlig zurecht! Nun also gibt es ein Remaster des Originals, das mit massig Zusatzinhalten und einer aufgehübschten Optik lockt. Doch lohnt sich das Gesamtpaket? Finden wir es heraus!

Groß – in jeder Hinsicht!

Zunächst einmal solltet ihr wissen, dass „Xenoblade Chronicles“ eine wirklich epische Geschichte umreißt. Alles beginnt damit, dass sich zwei gigantische Titanen namens Bionis und Mechonis bekämpfen – von deren Ausmaß hat man zu Beginn noch keine Ahnung. Jedenfalls powern sich die beiden dermaßen aus, dass sie vor Erschöpfung in eine ewige Starre verfallen.

Auf ihren Körpern bilden sich neue Lebensformen, die fortan die Titanen als Heimat besiedeln. Während auf Bionis etliche Völker entstehen, die organischen Ursprungs sind, bilden sich auf Mechonis roboterartige Wesen. Anscheinend strahlen die Götter immer noch ihre Wut aus – anders ist es kaum zu erklären, dass die Roboter in Angriffslaune sind.

Bionis ist schwer unter Druck und kann sich letztlich nur durch ein sagenumwobenes Schwert retten: Die Monado-Klinge sorgt für das nötige Gleichgewicht. Doch wie der Zufall will – oder besser gesagt die Entwickler von Monolith – ist der Träger der Klinge am Schwächeln. Das nutzen die Mechonis eiskalt aus und überfallen Bionis erneut. Hier beginnt das Abenteuer.

Jung übt sich

Als Spieler übernehmt ihr die Rolle eines jungen Forschers namens Shulk: Der Blondschopf ist durch seine Streifzüge durch die Wildnis auch schon etwas kampferprobt. Dass ihm bald ein anderes Schicksal bevorsteht, hätte er wohl nicht erahnen können. Um es kurz zu machen und Spoiler zu vermeiden: Nach einer Weile ist Shulk mir nichts, dir nichts, der Träger der Monado-Klinge – und damit auch die Hoffnung von ganz Bionis.

Spielerisch hat sich im Gegensatz zum Original kaum etwas getan: Ihr habt es immer noch mit einem waschechten Japano-Rollenspiel zu tun, das euch kontinuierlich in spannende Echtzeitkämpfe wirft. Ganz im Stile eines „Final Fantasy“ lauft ihr durch die große, teils offene Welt und nehmt es dort mit verschiedenen Gegnern auf.

Im Laufe eures Abenteuers trefft ihr natürlich auf Weggefährten, die euch im Kampf unterstützen. Allerdings könnt ihr maximal zu dritt in der Gegend umher laufen. Ihr steuert dabei aber stets den Anführer der Truppe. Den Rest besorgt die KI.

Individuell bis ins Detail

Doch wie fast im gesamten Spiel, seid ihr frei in der Wahl der Mitstreiter. Stellt die Truppe so zusammen, wie es euch am besten passt. Und eins nebenher: Die KI macht einen prima Job, wenn es um die Bekämpfung von Gegnern geht – also keine Sorge. Aporpos Kämpfe: Diese laufen, wie gesagt, in Echtzeit ab, haben aber auch etwas von rundenbasierten Kämpfen.

Sobald ein Kampf beginnt, ändert sich die Musik und eure Recken gehen automatisch in Angriffsstellung. Macht ihr nichts, dann greifen die Helden automatisch mit ihren Standart-Attacken an. Habt ihr ein paar Treffer gelandet, füllen sich Spezial-Angriffe auf, die ihr unterschiedlich einsetzen könnt. Auch wenn es in Summe vielleicht nicht viele, verschiedene Fähigkeiten sind, über die ihr verfügt, ist das Potenzial schier endlos, wie ihr damit umgeht.

Das im Detail zu erläutern würde hier etwas zu weit gehen. So viel sei gesagt: Das Kampfsystem führt euch sachte in die Mechanik ein und wird euch auch nach Stunden noch bestens unterhalten. Und das ist auch bitter nötig! Denn „Xenoblade Chronicles: Definitive Edition“ bietet mit seiner Hauptstory mal locker 60 bis 80 Stunden an Spielzeit – sofern ihr nicht allzu oft vom Weg abkommt.

Kümmert ihr euch gerne noch um Nebenaufgaben, dann packt noch mal das Doppelte oder Dreifache von dieser Zeit drauf. In der Hinsicht liefert euch „Xenoblade Chronicles: Definitive Edition“ einiges für euer Geld. Es ist jedoch nicht nur der Umfang, es ist das Gesamtpaket, das mich völlig überzeugt hat. Die Liebe zum Detail ist an jeder Stelle zu spüren.

Jeder Charakter hat eine eigene, teils tiefgründige Geschichte zu erzählen. Je mehr ihr mit euren Mitstreitern quatscht, desto besser lernt ihr sie kennen – viel mehr noch: Je besser ihr mit jemandem auskommt, desto effektiver kämpft ihr gemeinsam.

Das geht sogar soweit, dass ihr einige Talente auf eure Freunde übertragen könnt, wenn ihr lange und oft genug mit ihnen kämpft. Das lässt Freiraum für ein paar spannende Skill-Experimente und sollte somit jedem Spielstil einen individuellen Touch verleihen.

Geh deinen Weg!

Wo wir gerade von Fähigkeiten sprechen: Natürlich macht auch die von euch getragene Ausrüstung einen Unterschied über Sieg oder Niederlage. Daher gibt euch das Spiel genug Möglichkeiten, um euch individuell damit zu beschäftigen: Ihr könnt entweder aktuelle Ausrüstungen verbessern oder gar neue schmieden, wenn ihr die nötigen Materialien habt. Außerdem verleihen Juwelen euren Items besondere Fähigkeiten, sofern ihr einen freien Sockel habt – hat hier jemand „Diablo 3“ gerufen?

Abseits der Kämpfe erwartet euch zudem eine fantastische Fantasy-Welt mit sehr vielen Facetten. Sammler haben ebenfalls einiges zu tun, wenn sie spezielle Objekte finden wollen. Ein Streifzug durch die liebevoll gestalteten Gebiete lohnt sich also immer.

Zugegeben: Auch in der Remaster-Version ist die Grafik nicht mehr am Puls der Zeit, doch die Inhalte machen das wieder locker wett. Vielleicht ist die Grafik auch der einzige Punkt, an dem man „Xenoblade Chronicles: Definitive Edition“ sein Alter anmerkt. Denn spielerisch wirkt hier alles sehr frisch.

Definitiv die beste Edition

Kommen wir aber mal zu den Besonderheiten der „Definitiv Edition“: Natürlich fällt die Optik direkt ins Auge. Wie gesagt: Sehr hübsch mit einigen Altersflecken. Doch Monolith spendiert euch zusätzlich noch ein Bonus-Kapitel, das nach den Ereignissen im Spiel ansetzt. Kenner der Hauptgeschichte können auch direkt hier einsteigen.

Dabei handelt es sich nicht um einen kurzen Ausflug, sondern um ein zehn bis 15-stündiges Kapitel, was allein schon als Spiel durchgehen würde. Hut ab davor. Außerdem könnt ihr nun in einem Experten-Schwierigkeitsgrad selbst die Erfahrungspunkte eurer Teammitglieder verteilen. Ansonsten wird das nämlich automatisch gemacht – eine nette Sache für Profis, die wirklich alles aus ihren Recken herausholen wollen.

Fazit

Ich könnte noch Stunden von „Xenoblade Chronicles: Definitive Edition“ weiter schwärmen. Daher fasse ich mich kurz: Kauft dieses Spiel! Es gibt wenige Gründe, warum dieser Titel nicht bei euch im Regal stehen sollte – ein Rollenspiel-Highlight par excellence.

Erhältlich für: Nintendo Switch
Website: nintendo.de/Spiele/Nintendo-Switch/Xenoblade-Chronicles-Definitive-Edition-1633054.html