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Yooka-Laylee And The Impossible Lair

Ach du heilige Fledermaus – das Chamäleon ist wieder in Hüpflaune.

Ich gestehe: „Yooka-Laylee“ aus dem Jahre 2017 habe ich gefeiert! Playtonic Games hatte mich mit dem Spiel schnurstracks in die 90er-Jahre zurückkatapultiert – in die gute, alte Zeit der dreidimensionalen Hüpfspiele, die noch voller Charme und Experimentierfreude steckten.

Das Werk, an dem auch ehemalige Rare-Mitarbeiter werkelten erinnerte nicht ohne Grund an Klassiker wie „Banjo-Kazooie“, nur dass diesmal ein Chamäleon und eine Fledermaus die Hauptrollen übernahmen. Auch wenn die Entwickler neben dem Charme ebenso die Kinderkrankheiten des Genres von damals, Stichwort „Kamerasteuerung“, mit ins neue Jahrhundert geschifft hatten, war der Trip doch sehr unterhaltsam.

Nachdem es nun zwei Jahre um die beiden Hauptakteure still wurde, steht urplötzlich „Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ in den Startlöchern – und überrascht auf unterschiedliche Weise.

Wo kam das denn her?

Zunächst war es für mich überraschend, dass es nun überhaupt einen zweiten Teil gibt: Ich hatte den absolut nicht auf dem Schirm. Umso erfreuter war ich, als ich Post von Team17, dem Publisher der Reihe, bekam. „Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ versprüht nämlich den gleichen Charme wie sein Vorgänger, beschreitet aber einen neuen Weg.

Denn vom dreidimensionalen Missions-Design hat sich Playtonic Games verabschiedet und bietet lupenreine 2D-Jump&Run-Action – und darauf verstehen sich die Entwickler hervorragend. Bevor ich aber nun voreilig kritisiert werde: Ja, es gibt auch eine 3D-Welt, diese dient aber lediglich als Levelauswahl für die eigentlichen Missionen.

Ihr erledigt in dieser Oberwelt auch mal ein paar kleine Hüpfaufgaben, aber wirklich ausufernd wird das nie. Das Herz schlägt in den insgesamt 40 Levels des Spiels. Eigentlich sind es 20, aber dazu komme ich später.

In der Champions-League des Genres

„Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ besinnt sich also auf die Stärke der Entwickler und wirft euch in bunte, herausfordernde Hüpfmissionen, bei der euer Können gefragt ist. Als Tag-Team können Yooka und Laylee nicht nur hüpfen, sondern auch klettern, ein bisschen fliegen und Gegner vermöbeln.

Werden die beiden aber von einem Feind erwischt, fliegt die Fledermaus Laylee davon, wenn ihr sie nicht innerhalb einen kurzen Zeitfensters wieder einsammelt. Nur mit Yooka unterwegs, büßt ihr einige Attacken ein, wie einen Stampf-Angriff, und könnt so auch nicht alle Geheimgebiete eines Levels erreichen. Erst durch eine Fledermausglocke bekommt ihr wieder Laylee auf die Schultern gesetzt.

Aber keine Sorge: Die Checkpoints sind recht fair gesetzt und um zu wenige Leben müsst ihr euch auch keine Gedanken machen – diese Mechanik wurde sinnvollerweise komplett abgeschafft. Ihr könnt Abschnitte so oft wiederholen, bis euch die Daumen wehtun. Das Level-Design selbst sprüht vor netten Ideen und jeder Menge Secrets.

So dürft ihr pro Level beispielsweise fünf gut versteckte Münzen einsammeln, die euch später weitere Abschnitte freischalten. Einiger dieser Münzen sind recht knifflig zu erreichen. Außerdem warten überall Federn darauf eingesammelt zu werden: Sie stellen die Währung in „Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ dar.

Auf der Oberwelt angekommen, dürft ihr die Federn nun in sogenannte Tonika stecken beziehungsweise deren Freischaltung – sofern ihr die Tonika überhaupt gefunden habt. Sie sind auf der Oberwelt überall versteckt. Anfangs könnt ihr drei verschiedene Tonika mit einen Level nehmen.

Der Sinn des Ganzen? Einfach: Jedes Tonikum verleiht euch neue Fähigkeiten. So werden zum Beispiel mehr Checkpoints im Level verteilt, ihr erleidet weniger Schaden oder Laylee braucht länger bis sie sich aus dem Staub macht.

All das zu Kosten eurer Federn, die ihr im Level finden könnt. Es gibt aber auch neutrale, amüsante Tonika-Varianten, die euren Kopf stark vergrößern oder den Bildschirm in eine Gamboy-Optik tauchen. Nett, aber recht sinnfrei.

Ein netter Twist

Lasst mich zu der Sache mit den 20 beziehungsweise 40 Levels kommen: Im Grunde gibt es 20 Standorte von Levels: Doch jeder Level kann noch einmal manipuliert werden, so dass eine besondere Remix-Version davon entsteht. Aber keine Sorge: Es handelt sich dabei nicht um den selben Level, sondern lediglich thematisch um das selbe Gebiet mit einem netten Twist.

So wird eine Mission zum Beispiel überschwemmt oder eingeeist. Eine coole Idee, die „Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ einen echten Mehrwert liefert. Apropos „Mehr“: Leider ist das Abenteuer lediglich für einen Spieler gedacht. Irgendwie schade, da sich die Spielmechanik sicherlich gut für einen unterhaltsamen und absolut chaotischen Koop-Modus angeboten hätte. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Fazit

„Yooka-Laylee and the Impossible Lair“ hat den Schritt in die richtige Richtung gemacht. So sehr ich auch Teil eins gemocht habe, umso mehr mag ich nun die Umstellung auf die 2D-Variante. Das Level-Design hat Playtonic Games hervorragend hinbekommen und überzeugt mit fordernden Hüpfpassagen.

Dabei geht der ursprüngliche Humor der Reihe nicht verloren. Als Gesamtpaket gefällt mir Teil zwei damit sogar ein Eckchen besser, obwohl ich die Fähigkeiten aus dem Vorgänger vermisse, die durch die Tonika ersetzt wurden. Aber bei so viel Unterhaltung drücke ich da ein Auge zu.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch, PC
Website: playtonicgames.com