Mit Zombie Army VR bringt Rebellion seine kultige Zombie-Shooter-Reihe erstmals in die Virtual Reality – ein Schritt, der für Fans der Serie und VR-Action gleichermaßen spannend ist.
Ursprünglich als Spin-off der Sniper Elite-Reihe gestartet, hat sich Zombie Army längst als eigenständige Marke etabliert, die für kompromisslose Action, Koop-Spaß und jede Menge untote Nazi-Gegner steht. Doch wie schlägt sich das Franchise im neuen VR-Gewand?
Ursprung: Von Sniper Elite zum Zombie-Kult
Die Wurzeln von Zombie Army reichen zurück ins Jahr 2013, als Rebellion mit Sniper Elite: Nazi Zombie Army erstmals das Szenario der untoten Wehrmacht aufgriff. Was als experimentelles Spin-off begann, entwickelte sich schnell zur eigenen Serie mit stetig wachsender Fangemeinde.
Nach mehreren Teilen und dem erfolgreichen Zombie Army 4: Dead War wagt Rebellion nun den Sprung auf die VR-Plattformen – und bleibt dabei der bewährten Formel treu: alternative Weltkriegsgeschichte, okkulte Nazi-Experimente und endlose Horden von Zombies, die es mit authentischer WWII-Bewaffnung niederzumähen gilt.
Klassische Wellen-Action in Ego-Perspektive
In Zombie Army VR schlüpft ihr in die Rolle eines Deadhunters und kämpft euch als Elitejäger durch sieben Missionen, die jeweils rund eine Stunde Spielzeit bieten. Das ist für ein VR-Spiel eine Menge Holz. Die Story ist dabei eher Beiwerk und dient hauptsächlich als Aufhänger für das actionreiche Gameplay: Ihr landet in einem neuen Areal, bekommt Kommandos über Funk und müsst – wie gewohnt – Zombiehorden ausdünnen, bevor es weitergeht.
Die Missionen sind linear aufgebaut und setzen voll auf das bekannte Wellen-Prinzip: Zombies kündigen sich mit markanten Schreien an und greifen aus mehreren Richtungen an, während ihr euch mit Schusswaffen, Nahkampf-Optionen und Sprengsätzen verteidigt.
Das ballert
Die Waffenvielfalt ist solide: Ihr habt Zugriff auf authentische WWII-Waffen wie Karabiner, MP40, Schrotflinten und Pistolen, die sich angenehm wuchtig anfühlen. Besonders gelungen ist das Nachladesystem, das verschiedene Schwierigkeitsgrade bietet – von automatischem bis hin zu realistischem, manuellem Nachladen, was die Immersion erhöht.
Die berühmten X-Ray-Killcams der Serie feiern ebenfalls ihr VR-Debüt und sorgen für befriedigende Treffer-Highlights. Auch wenn es ein komisches Gefühl ist, das Ganze in VR zu erleben. Ich sage nur: Nichts für schwache Mägen.
Starke Atmosphäre, kleine Schwächen
Optisch macht Zombie Army VR einen sehr soliden Eindruck: Die Umgebungen sind abwechslungsreich, die Lichtstimmung trägt viel zur dichten Atmosphäre bei (alles ist ziemlich düster), und die Zombie-Modelle sind detailreich genug, um auch in VR zu überzeugen bzw. einen anzuekeln. Besonders die Beleuchtung und die Soundkulisse sorgen für eine spannende, aber nie zu gruselige Action-Stimmung – das Spiel bleibt klar auf Arcade gebürstet und verzichtet auf echten Horror.
Ein Kritikpunkt ist das Inventarsystem: Die flache Pop-up-Menü-Lösung wirkt in VR etwas immersionsbrechend und hätte eleganter gelöst werden können. Auch die Kampagne leidet unter Wiederholungen – die Missionen laufen nach dem immer gleichen Muster ab und bieten wenig Überraschungen, was auf Dauer für erfahrene Shooter-Fans etwas monoton wirken kann. Aber dieses Problem bringen die meisten Shooter mit sich, wenn ich recht nachdenke.
Gemeinsam gegen die Zombiehorden
Wie schon die Vorgänger setzt auch Zombie Army VR auf Koop-Gameplay: Ihr könnt die Kampagne allein oder mit einem Freund bestreiten, wobei der Koop-Modus für die meiste Abwechslung und den größten Spaß sorgt. Dafür müsst ihr aber erst einmal einen Freund finden, mit dem es in die Schlacht geht. Bei VR-Spielen fiel mir das oft schwerer als bei anderen Titeln für Konsole.
Die Möglichkeit, verschiedene Charaktere zu wählen (inklusive Zombie-Avataren), bringt etwas optische Abwechslung ins Spiel, wobei es in den actionreichen Szenen kaum auffällt. Die Progression mit Waffenmodifikationen und Upgrades motiviert für mehrere Durchläufe, auch wenn die spielerische Tiefe überschaubar bleibt.
Fazit: Solide VR-Action für Fans
Zombie Army VR bringt die bekannte Rebellion-Formel gekonnt in die Virtual Reality: Die Atmosphäre stimmt, die Action ist wuchtig, und im Koop macht das Zombie-Gemetzel richtig Laune. Wer die Serie mag oder unkomplizierte VR-Shooter sucht, wird hier gut bedient. Allerdings bleibt das Spiel in Sachen Missionsdesign und Abwechslung hinter den Erwartungen zurück – zu oft wiederholen sich Abläufe und Gegnerwellen, und das Inventarsystem könnte immersiver sein. Für Genre-Fans und Koop-Freunde ist Zombie Army VR dennoch ein spaßiges, wenn auch nicht revolutionäres VR-Erlebnis. Aber der erste Schritt ist getan und ich bin gespannt, ob ich auch bald das Sniper-Gewehr in die Hand nehmen darf.
Erhältlich für: Meta Quest, PSVR 2
Webseite: zombiearmy.com/de