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Zombie Cure Lab

Retten statt schnetzeln – Aufbau-Strategie mit Herz und Köpfchen.

Mit Zombie Cure Lab kommt eine eher ungewöhnliche Aufbau-Sim von Aerosoft auf den Markt und stellt das bekannte Zombie-Szenario auf den Kopf: Statt die Untoten wie gewohnt zu zerballern, ist es hier eure Aufgabe, sie einzufangen und zu heilen. Ihr baut ein Hightech-Labor, entwickelt Heilmittel und verwandelt Zombies in nützliche „Humbies“ – eine Mischung aus Mensch und Zombie. Diese ungewöhnliche Prämisse sorgt nicht nur für ein ganz neues Spielgefühl, sondern verlangt auch strategisches Denken und ein gutes Händchen im Management. Schauen wir uns das mal genauer an.

Heilen statt Headshots

Ihr startet als Leiter eines wissenschaftlichen Außenpostens in einer postapokalyptischen Welt. Eure Mission: Die Menschheit retten, indem ihr Zombies heilt. Dazu baut ihr Schritt für Schritt euer Labor auf, sammelt Ressourcen, errichtet Produktionsketten und sorgt für Stromversorgung – ohne Energie läuft hier gar nichts. Auf den ersten Blick hat mich das stark an die Titel von Two Point erinnert. Denn auch hier dominiert den humorige Stil.

Zurück zur Apokalypse: Die Zombies werden nachts mit Gefrierkanonen eingefangen, tagsüber behandelt und langsam zu „Humbies“ gemacht, die euch wiederum als Arbeitskräfte unterstützen. Stück für Stück „entdecken“ die fiesen Ungetüme so wieder ihre menschliche Seite.

Ziemlich eigenständige Dinger

Die Humbies sind dabei keine reinen Befehlsempfänger: Sie haben eigene Bedürfnisse und können bei schlechter Stimmung wieder in ihre alten Zombie-Muster zurückfallen. Deshalb müsst ihr für ausreichend Nahrung, Schlafplätze und Unterhaltung sorgen.

Die Balance zwischen Forschung, Versorgung und Verteidigung ist der Schlüssel zum Erfolg. Jede Nacht greifen neue Zombiehorden an, die eure Zäune und Mauern testen – ein Stromausfall oder eine Lücke in der Verteidigung kann schnell das Aus bedeuten.

Frische Ideen, viel Abwechslung und Charme

Eine der größten Stärken von Zombie Cure Lab ist das innovative Konzept. Anstatt Zombies einfach nur zu bekämpfen, steht hier das Heilen und Integrieren der Untoten im Mittelpunkt. Das sorgt nicht nur für eine positive Grundstimmung, sondern hebt das Spiel deutlich von klassischen Zombie-Games ab.

Die Humbies, die ihr aus den Zombies gewinnt, werden zu wertvollen Arbeitskräften, die euren Außenposten am Laufen halten – aber nur, wenn ihr euch auch um ihre Bedürfnisse kümmert. Und das ist auch niedlich animiert. Angst braucht hier niemand zu haben, auch wenn es sich so anhört.

Taktisch herausgefordert

Das Managementsystem ist erfreulich tief: Ihr baut nicht einfach nur Gebäude, sondern plant effiziente Produktionsketten, organisiert Tag- und Nachtschichten und sorgt dafür, dass sowohl Wissenschaftler als auch Humbies zufrieden sind. Die Forschung ist ein weiterer Motivationsfaktor, denn mit über 200 Technologien gibt es immer etwas Neues zu entdecken und zu optimieren.

Besonders gelungen ist auch die Präsentation: Trotz des apokalyptischen Themas bleibt das Spiel farbenfroh und freundlich, mit charmanten Animationen, die das Geschehen auflockern und für eine angenehme Atmosphäre sorgen.

Die Mischung aus Basisbau, Ressourcenmanagement, Verteidigung und dem Einfangen und Heilen der Zombies sorgt für eine abwechslungsreiche Spielerfahrung. Ständig gibt es neue Herausforderungen, die euch dazu zwingen, eure Strategie anzupassen und kreative Lösungen zu finden.

Anspruch, Mikromanagement und Wiederholung

Trotz der vielen positiven Aspekte hat Zombie Cure Lab auch seine Schwächen. Besonders zu Beginn kann die Vielzahl an Aufgaben und ineinandergreifenden Systemen überfordern. Das Tutorial ist zwar hilfreich, aber die steile Lernkurve bleibt spürbar – gerade für Einsteiger im Genre kann das abschreckend wirken.

Ein weiteres Manko ist das Mikromanagement. Die Verwaltung der Arbeitskräfte, das Zuweisen von Aufgaben und das Platzieren von Gegenständen können im späteren Spielverlauf recht aufwendig werden. Die KI der Figuren arbeitet nicht immer optimal, was gelegentlich zu unnötigen Verzögerungen oder kleinen Frustmomenten führt.

Hinzu kommt, dass ein einziger Fehler – etwa ein Stromausfall zur falschen Zeit oder eine schlecht gesicherte Mauer – schnell große Teile des Fortschritts zunichtemachen. Das kann frustrierend sein, besonders wenn man nicht regelmäßig speichert oder eine längere Session investiert hat.

Schließlich leidet die Langzeitmotivation etwas darunter, dass sich der Spielablauf nach einigen Stunden wiederholt. Trotz der vielen Technologien und Möglichkeiten stellt sich irgendwann Routine ein, wenn man einmal eine funktionierende Strategie gefunden hat. Doch all das kennt ihr sicher aus anderen Genre-Vertretern.

Fazit: Frischer Wind für Zombie- und Strategie-Fans

Zombie Cure Lab ist ein außergewöhnliches Aufbau-Strategiespiel, das mit seiner positiven Grundidee, seinem charmanten Stil und den vielen Management-Optionen überzeugt. Die Mischung aus Basisbau, Forschung, Verteidigung und dem Heilen der Zombies bietet stundenlangen Spielspaß und hebt sich wohltuend von klassischen Zombie-Spielen ab. Wer Lust auf strategische Herausforderungen abseits der üblichen Zombie-Action hat, findet hier ein kreatives, unterhaltsames und forderndes Erlebnis, das sich für Genre-Fans und Neulinge gleichermaßen lohnt – vorausgesetzt, man bringt etwas Geduld und Experimentierfreude mit.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC 
Webseite: zombiecurelab.com